Pressespiegel


Neu: Artikel unserer Schülerinnen und Schüler im Zeitungsprojekt der Ruhrnachrichten!


Jugendliche und die deutsche Geschichte: : Die Mauer im Kopf gibt es nur bei den Älteren

WR, 08.11.2009, Barbara Allebrodt


Dortmund. Der Fall der Berliner Mauer jährt sich zum 20. Mal. Jugendliche, die jetzt zur Schule gehen, kennen die DDR bestenfalls aus Lehrbüchern. Was wissen Schüler heute noch über die Zeit der zwei deutschen Staaten?

Existiert für sie eine Teilung zwischen Ost und West – haben auch sie die vielzitierte „Mauer im Kopf”? Wir haben nachgefragt – in einem Geschichtsleistungskurs der Stufe 12 des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums in Dortmund. Die meisten, die hier sitzen, sind 17 Jahre alt. Als sie geboren wurden, war Deutschland längst wiedervereint.

„Die Mauer wurde am 13. August 1961 gebaut, am 9. November 1989 ist sie gefallen”, referiert Carolin. Das Faktenwissen – zumindest hier im Kurs – ist hervorragend. „Deutschland war in dieser Zeit zweigeteilt, in zwei Staaten, in zwei Systeme, die BRD war kapitalistisch, die DDR kommunistisch, dort sah man die Mauer als antifaschistischen Schutzwall”, fügt die 17-Jährige hinzu.

Was das in der Praxis bedeutete? „Die Menschen in der DDR waren in ihrer Freiheit beschränkt, es gab viele Richtlinien, an die man sich halten musste. Die Menschen durften nicht reisen”, sagt Lisette. Und sonst? So banale Dinge wie Jeans oder Cola waren schwer zu bekommen, wissen die Schüler.

„Viele Menschen waren unzufrieden mit dem System”, ergänzt Felix. „Durch die Demonstrationen, die dem 9. November vorausgingen, hat sich die ,Wut des Volkes’ entladen.”

»Für mich gibt es keinen Unterschied«

Und wie ist das heute mit dem gesamtdeutschen Denken? Vor allem bei älteren Menschen, so ist die einhellige Meinung im Kurs, spüre man noch Ressentiments, sei die Mauer in den Köpfen noch existent. „Wenn ältere Menschen von ,alten und neuen Bundesländern’ sprechen, kann ich mich damit nicht identifizieren”, sagt Lara. „Für mich gibt es keinen Unterschied zwischen Osten und Westen, ich habe es ja nie anders gekannt als gemeinsam”, ergänzt Carolin.

Für Felix hingegen sind noch Unterschiede spürbar. „Das hat man doch bei der Bundestagswahl gesehen, die neuen Bundesländer sind sehr links geprägt. Außerdem ist die demographische Struktur in vielen Orten dort schwierig, die jungen Menschen gehen weg, nur noch alte Menschen leben dort.”

Für mehr Ausgeglichenheit wünscht sich Felix noch etwas anderes. „Wenn wir doch ein Deutschland sind, sollte der Solidaritätszuschlag auch auf alle Bundesländer verteilt werden”, so der 17-Jährige. Gerade im Ruhrgebiet gebe es viele Städte, die das Geld mindestens ebenso nötig hätten wie der Osten, meint er.

»Man kann ein Land, ein Volk nicht teilen«

Hinten in der Klasse sitzen währenddessen zwei, die die Geschichte des zweigeteilten Deutschlands irgendwie verkörpern. Lehrer Dr. Thorsten Altena ist 40, in Westfalen aufgewachsen. Seine Eltern haben den Krieg erlebt, später den Mauerbau und trotzdem sei für seinen Vater immer klar gewesen: „Man kann ein Volk, ein Land nicht teilen.”

Daneben sitzt Referendar Christian Wienert, 28, aufgewachsen bei Potsdam. Er war ein Kind als die Mauer fiel – und doch kennt er sie, die Erlebnisse von Familie und Freunden mit den „Wessis”, die kamen, Betriebe übernahmen, die später geschlossen wurden oder Wohnungen kauften, die plötzlich unbezahlbar wurden. Von Familienmitgliedern, die ihren Arbeitsplatz verloren, von Orientierungssuche. „In der Nachwendezeit haben sich im Osten viele Menschen fremdbestimmt gefühlt, daher rühren viele Ressentiments, die bis heute halten”, sagt Christian Wienert. „Dennoch wussten wir immer: Wie es passiert ist, war es richtig!” Als sich Wienert zur Referendarzeit in Dortmund entschloss, war es schon erwähnenswert, dass er „in den Westen” geht. „Nicht negativ zwar, aber immer noch erwähnenswert”, so Wienert.

Eine Generationenfrage, glaubt Lehrer Thorsten Altena: „Die jetzige Generation hat schon im Kopf, dass es nur einen deutschen Staat gibt.”

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Schweinegrippe : Schulleiter verschnupft über Hysterie

Dortmund, 02.11.2009, Klaus Brandt


Dortmund. Die Angst vor der Schweinegrippe geht um an den Schulen. Steigende Krankmeldungen schlagen vor allem besorgten Eltern aufs Gemüt. Die Schulleitungen bleiben gelassen und warnen vor Hysterie.

In der Gesamtschule Brünninghausen blieben gestern viele Stühle frei, in Klassenzimmern wie im Lehrerkollegium. 140 Schüler und 14 Lehrer erschienen nicht zum Unterricht – der stadtweit höchste Krankenstand. „Aber Vorsicht”, warnt Schulleiterin Edeltraud Häger vor voreiligen Schlüssen. „Darunter sind nur drei nachgewiesene Fälle von Schweinegrippe.”

Schulschließungen sinnlos

Das Gesundheitsamt stützt die Entscheidung, den Unterricht fortzusetzen. „Schulschließungen machen keinen Sinn”, sagt Dr. Uta Ulbrich und verweist auf „saisontypische Krankheiten, die jetzt gehäuft auftreten”. Erwachsene inbegriffen, wurden vorige Woche stadtweit 90 neue H1N1-Fälle gemeldet, gestern 33.


Willibald Jöhren, Leiter des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums. Foto: WR

„Entschuldigt gefehlt” – in den meisten Klassenbüchern hätte diese Spalte derzeit etwas umfangreicher ausfallen dürfen, so lang sind derzeit die Listen der Krankmeldungen. Husten, Schnupfen, Heiserkeit, ein kursierender Magen-Darm-Infekt, die ganz normale Grippe und die Schweinegrippe setzen Schüler in Scharen schachmatt. „Doch alles redet nur von der Schweinegrippe”, sagt Willibald Jöhren, Leiter des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums. Er klingt dabei ein bisschen genervt. Das H1N1-Virus zerrt eben nicht nur am Immunsystem der Erkrankten, sondern vor allem auch an den Nerven der indirekt Betroffenen.

Neben dem Bert-Brecht-Gymnasium sind Schweinegrippe-Fälle inzwischen auch am Käthe-Kollwitz- und Helene-Lange-Gymnasium, an der Anne-Frank-Gesamtschule und Gesamtschule der Brünninghausen belegt. Im Vergleich zu anderen, für den Herbst typischen Erkrankungen sind sie zwar deutlich in der Unterzahl. Aber allein der Verdacht genügt, um Eltern und Angehörige in Angst und Schrecken zu versetzen.

Beurlaubung wirkt alarmierend

Dass Schulleiter Wolfgang Hardering (wie berichtet) die komplette Jahrgangsstufe 12 des Bert-Brecht-Gymnasiums – als Reaktion auf eine bestätigte Erkrankung und vier Verdachtsfälle – nach Hause schickte, wirkte offenbar wie ein Alarmsignal. Stadtweit bombardierten Eltern zahlreiche Lehrerkollegien mit besorgten Anfragen. Die Kurzbeurlaubung am BBG indes brachte wenig. „Unsere Hoffnung, die Sache so aus der Welt zu schaffen, ging nicht auf”, sagte Hardering gestern und meldete „neue Schweinegrippe-Fälle, bisher ausschließlich in der Oberstufe”. Dem Schulleiter erscheint es inzwischen „nicht mehr ratsam, Klassen oder Jahrgangsstufen nach Hause zu schicken”.


Ulrich Möllenkamp, Leiter des Helene-Lange-Gymnasiums. Foto: Linz/PiLi

Am Helene-Lange-Gymnasium blieb gestern eine 8. Klasse zu Hause. Nachdem ein Schüler übers Wochenende positiv auf Schweinegrippe getestet worden war, verordnete Schulleiter Ulrich Möllenkamp die Vorsichtsmaßnahme am späten Sonntagabend per Telefonkette. Sechs andere Schüler aus besagter Klasse meldeten sich krank ab. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt sagt Möllenkamp: „Wer morgen gesund ist, kommt wieder in die Schule, wer nicht, bleibt zu Hause.”

Keine Küsschen, bitte!

Die Schüler am Helene-Lange-Gymnasium sind angewiesen, „wegen der Ansteckungsgefahr vorerst auf die üblichen Begrüßungsküsschen zu verzichten. Die sind gerade in der Jahrgangsstufe 8 sehr beliebt”, berichtet Möllenkamp.

„Den Ball flachhalten” – diese Losung hat Edeltraud Häger für die Gesamtschule Brünninghausen ausgegeben. 140 Schüler und 14 Lehrer sind krank gemeldet, aber nur drei Kinder – je eins aus den Klassen 5, 6 und 7 – haben sicher die Schweinegrippe. „Drei von 700 Kindern. Da bin ich nicht bereit, den Trend mitzumachen und in Panik zu verfallen”, sagt die Leiterin. Und: „Es gibt ein Magen-Darm-Virus, viele Erkältungen und noch mehr Hysterie.”

Studienfahrt verschoben


Edeltraud Häger, Leiterin der Gesamtschule Brünninghausen. Foto: Anja Cord, Bild.Punkt.

Nach Schüler-Demo : Lange Schadensliste im Rathaus

Dortmund, 18.06.2009, Jens Ostrowski


Am Tag nach der Demonstration sind die Schäden im Rathaus weitestgehend erfasst. Und auch wenn die Schadenssumme bislang noch nicht zusammengestellt wurde, steht doch fest: Es wird teuer für die Stadt Dortmund. Dann, wenn die Übeltäter nicht ausfindig gemacht werden können.

Deshalb bittet die Polizei um Mithilfe: „Schüler, die Szenen der Krawalle im Rathaus mit dem Handy oder der Kamera gefilmt haben, werden gebeten, ihr Material zur Verfügung zu stellen”, sagte Polizeisprecher Wolfgang Wieland gegenüber unserer Zeitung.

»Videomaterial zur Verfügung stellen«

Viele kleine Schäden summieren sich zu einem großen Ganzen, ließ die Verwaltung gestern verlauten. Weit über dreißig Posten befinden sich in der detallierten Schadensliste. Zu den Diebstählen von vier großen Fahnen aus dem Foyer gesellen sich beschädigte Türen, geborstene Spiegel und Lampen, zerschlagene Blumenvasen und zerpflückte Pflanzen. Dazu kommen außerdem enorme Reinigungskosten. Allein unzählige Protestaufkleber müssen zeitaufwändig von Glastüren und Parkettböden gekratzt werden. Schätzungen der Verwaltung zufolge beläuft sich der Schaden auf mindestens 5000 Euro.

Jette Knepper vom Bündnis Bildungsstreik, die die Demo mit organisierte, distanzierte sich gestern nochmals ausdrücklich von dem Vandalismus im Rathaus. Sie wehrte sich jedoch gegen die Vermutungen von Polizei und Gewerkschaftsbund, Mitglieder der Antifa könnten für den Vandalismus verantwortlich sein.

Jette Knepper wolle und könne nicht einer Gruppe allein die Verantwortung in die Schuhe zu schieben. „Auch wenn das keine Entschuldigung ist: Bei den Jugendlichen hat sich durch die Bildungspolitik der letzten Jahre eben viel Wut aufgestaut.”

Einen Lichtblick gab es gestern dann doch: Rund dreißig Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums verbrachten ihren freien Schultag im Rathaus und boten an, beim Aufräumen zu helfen. „Wir wollten ein Zeichen setzen und uns nochmals gänzlich von den Sachbeschädigungen distanzieren”, sagte Bezirksschülersprecher Fabian Rasem, der gemeinsam mit seinen Mitschüler noch zahlreiche Papierschnipsel aus den Ecken holte. Das kam bei der Verwaltung an: Der Leiter des Oberbürgermeisteramts, Ralf Reetz, führte die Schüler zum Dank durchs Rathaus.

An der Universität bereitete das Bündnis Bildungspolitik gestern übrigens Dortmunder Schülervertreter auf den morgigen Bildungstreik in Düsseldorf vor. In einem Blockadetraining klärten sie die Jugendlichen über ihre Rechte bei Demonstrationen auf. Zahlreiche Schüler und Studenten aus Dortmund wollen morgen laut Angaben des Bündnisses Bildungstreik dem Aufruf zur Demo in Düsseldorf folgen.

Die mit dem besseren Ruf

Politik, 24.08.2007, Von Britta Bingmann


Auf helle Empörung ist der Vorstoß von SPD-Chefin Kraft gestoßen, das Gymnasium abzuschaffen.Bei CDU und FDP, bei Philologen und bei Parteifreunden. Und die Schüler, was sagen die? Eine Momentaufnahme


Foto: Jörg Schimmel

Dortmund. Freitagmittag am Käthe-Kollwitz-Gymnasium. Keine Nordstadtschule, keine im noblen Dortmunder Süden. Sondern mittendrin, in der City. Das “Käthe” hat einen guten Ruf, gilt im Vergleich mit dem direkt benachbarten Stadtgymnasium als weniger konservativ. Dennoch: “Wir haben ein bürgerliches Einzugsgebiet”, sagt Direktor Willibald Jöhren. Etwa zehn Prozent der Kinder kämen aus Migrantenfamilien. Damit liegt die Schule schon über dem Schnitt: Mehr als die Hälfte der Gymnasien im Land haben weniger als fünf Prozent ausländische Schüler.

6. Stunde, Jöhren unterrichtet eine zehnte Klasse in Deutsch. Die 22 Schülerinnen und Schüler sitzen schon auf ihren Plätzen, grüßen im Chor, beäugen den unangekündigten Besuch. Bereitwillig geben sie Auskunft: Nur fünf von ihnen kommen nicht aus Akademiker-Familien. Etwa fünf: “Ich weiß nicht, ob Mama die Uni zu Ende gemacht hat.” Vier Mädchen haben, wie es heute heißt, Migrationshintergrund: Zwei Türkinnen, eine Russin, eine Polin.

Ob sie stolz sind, auf ein Gymnasiums zu gehen? “Klar. Ach nein, eher froh.” Weil es der direkte Weg zum Abi sei, Quereinsteiger hätten einfach mehr Mühe. Weil ihr Abi bei der Bewerbung besser angesehen sei als das von der Gesamtschule. “Auch wenn man da vielleicht individueller gefördert wird oder noch andere Fächer machen kann”, sagt Isabella. “Das Gymnasium hat einfach den besseren Ruf.”

Als Elite fühlen sie sich dennoch nicht. “Gesamtschule wäre für mich nicht schlimm”, sagt Kübra, die Türkin. Jeder solle einfach sein Bestes geben. Die Talente seien eben unterschiedlich verteilt: Die mit Köpfchen aufs Gymnasium, “die handwerklich Begabten eben eher zur Hauptschule”, meint Andreas.

Von Problemen im Umgang mit Jugendlichen von anderen Schulen weiß keiner zu berichten. “Cool” fänden die Freunde eher, dass sie auf dem “Käthe” seien. Na ja, vielleicht gebe es die einen oder anderen Vorurteile, dass die anderen “nicht so clever” sind . . . “Quatsch”, sagt Julia, die Russin. Nur, weil einer auf die Hauptschule gehe, sei er noch lange nicht dümmer. Sie findet die Differenzierung nach der vierten Klasse zu früh: “Und das Problem ist: Es ist voll schwer, dann wieder von der Hauptschule wegzukommen, wenn man einmal drauf ist.”

Das Modell einer Gemeinschaftsschule sieht die Mehrheit der Klasse kritisch. Es könnte zwar einfacher sein für die eigenen Kinder, es könnte mehr Förderung bieten. “Aber die Leistungsunterschiede zwischen den Kindern sind so groß, dass man sie in Gruppen aufteilen müsste”, überlegt Laura. “Und dann wäre es ja doch wieder das gleiche wie hier.”

Wofür sie sich entscheiden würden, wenn sie die Wahl hätten? Da sind sie sich einig: Gymnasium. “Gemeinschaftsschule halte ich für schwachsinnig”, sagt Kübra. “Man kann auch jetzt schon auf jeder Schule alles erreichen, wenn man will. Nur für manche ist es eben ein längerer Weg.”

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Turbo-Abitur mit stotterndem Motor

Westfalen, 25.01.2008, Von Andreas Böhme


Dortmund. “Turbo-Abitur” wird die Reifeprüfung genannt, seit die meisten Bundesländer die Schulzeit von 13 auf zwölf Jahre verkürzt haben. Zur Zeit allerdings stottert der Turbo noch gewaltig. …
… Kinder, Eltern und Lehrer sind mit der Reform anscheinend überfordert.


“Mittwoch ist blöd”, sagt Kim. Denn Mittwoch heißt: acht Stunden. “Vor drei bin ich nicht zu Hause”, erzählt die 11-Jährige Schülerin einer sechsten Klasse des Stenner-Gymnasiums in Iserlohn. Montag, Dienstag und Donnerstag sind nicht viel besser. Mindestens sieben Schulstunden stehen fast jeden Tag auf dem Stundenplan. Nicht nur bei Kim.

Seit der Verkürzung der Schulzeit um ein Jahr ist die Stundenzahl in den Unter- und Mittelstufen der Oberschulen gestiegen. Denn der Lernstoff wurde nicht reduziert. “Und wir können ja nicht nur die Hälfte der Vokabeln lernen lassen”, sagt Willibald Jöhren, Sprecher der 14 Dortmunder Gymnasien und Direktor des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums.

45 bis 50 Stunden in der Woche sind keine Seltenheit mehr

Schon auf Fünftklässler warten 31 Unterrichtsstunden pro Woche. In der achten Klasse sind es gar 34 – freiwillige Arbeitsgemeinschaften nicht mitgerechnet. Und die Zeit für Hausaufgaben kommt noch hinzu. Kinder hätten inzwischen eine 45- bis 50-Stundenwoche, hat eine baden-württembergische Elterninitiative kürzlich ausgerechnet. Kein Wunder, dass immer mehr Jungen und Mädchen der Unter- und Mittelstufe über Stresssymptome wie Kopf- oder Bauchschmerzen klagen.

Fröhliche Pennälerzeit ade. Übungs- und Wiederholungsphasen, warnen Pädagogen, seien durch die Reform kürzer geworden, individuelle Förderung oft gar nicht mehr möglich, an längere Auslandsaufenhalte nicht mehr zu denken. “Wir rasen durch den Stoff”, sagt ein Lehrer, der ungenannt bleiben möchte. Die zweite Fremdsprache schon in Klasse sechs. Auch deshalb stehen in vielen Wochen drei bis vier Tests und Klassenarbeiten auf dem Programm. “Ohne Nachhilfe, werden es viele nicht schaffen.” In einigen Bundesländern hat sich nach Angaben des Bundesverbandes Nachhilfe und Nachmittagsschulen die Zahl der Fünft- und Sechstklässler, die in Nachhilfe-Instituten lernen, bereits verdreifacht.

Doch selbst für gute Schüler werden die Gelegenheiten zu Spiel und Sport immer knapper. “Nachmittagstreffen gehen kaum noch”, sagt Kims Klassenkameradin Pompea. “Es sei denn, wir machen zusammen Hausaufgaben.” Auch Christopher musste sich umstellen. In der Grundschule waren Hausaufgaben schnell erledigt. Jetzt geht der Elfjährige aufs Gymnasium in Holzwickede. “Das ist kein Vergleich mehr”, zieht Mutter Susanne Joch nach den ersten sechs Monaten Bilanz.

Auch Christopher ist ein guter Schüler. Aber “oft dauern die Hausarbeiten bis in den späten Nachmittag”. Für Schwimmen und Leichtathletik reicht es zeitlich gerade noch, Badminton hat Christopher aber an den Nagel gehängt. “Keine Zeit.” Und kein Einzelfall. Immer mehr Vereine klagen über Mitgliederschwund im Jugendbereich. “Wir beobachten die Entwicklung mit Sorge”, sagt Dirk Mays, Vorsitzender der Sportjugend NRW.

Kim geht noch drei Mal die Woche zum Training. “Das macht Spaß, ist aber auch Stress.” Denn kaum zu Hause, geht es auch schon wieder los in die Sporthalle. Zu Fuß oder mit dem Bus ist der stramme Zeitplan längst nicht mehr zu bewältigen. Ohne Taxi-Mama geht es nicht. Vokabeln für Englisch und Französisch werden dann am Abend gebüffelt. “Obwohl ich da manchmal viel zu müde bin.”

Doch nicht nur die Schüler, auch die Schulen selbst haben mit der Reform Probleme. Fast überall fehlt es an Betreuungsräumen für die Mittagszeit, von Essensgelegenheiten ganz zu schweigen. “Wir sind de facto zu einer Ganztagsschule gemacht geworden, ohne die Ausstattung dafür zu bekommen”, sagt Hans-Dieter Klusmann, Direktor des Iserlohner Stenner-Gymnasiums.

Andrej Priboschek, Sprecher des NRW-Schulministeriums, kann die Kritik an der Reform nicht nachvollziehen. “Das ist ja nicht am grünen Tisch entstanden, sondern in Zusammenarbeit mit Landeselternschaft und Philologenverband”, stellt er klar. Nur am Hausaufgabenmanagement und bei der Stundenplanerstellung gebe es anscheinend hier und da noch Probleme. “Aber daran muss jede Schule für sich arbeiten.” Und für die räumliche Ausstattung seien ohnehin die Kommunen zuständig, während Eltern für die Verpflegung an sich aufzukommen hätten. “Es muss ja nicht gleich immer eine Mensa gebaut werden.” Ein “paar Tische und Stühle zusammenrücken” und einen Essenslieferanten bestellen. “Das reicht doch auch.”


Kopfnoten: Nein aus Dortmund

Dortmund, 20.02.2008, Von Gregor Boldt Trackback URL


Kopfnoten. Ein Thema, das Schüler, Eltern und Lehrer im ganz NRW spaltet. …
(WR)


… Auch der Schulausschuss beschäftigte sich gestern mit diesem Punkt und stimmte einem Antrag der SPD und der Grünen zu, der die CDU/FDP-Landesregierung auffordert, die gerade eingeführten Kopfnoten wieder abzuschaffen. Die Vertreter der Fraktionen von SPD, Grünen und den Linken – und somit die Mehrheit – stimmten für die Resolution. CDU, FDP und die DVU waren dagegen. Der Abstimmung war eine hitzige und nicht immer sachliche Diskussion vorausgegangen, die zumindest gefühlt die kühlen Temperaturen im Ratssaal erhöhte. Walter Knieling, schulpolitischer Sprecher der CDU, wollte gar nicht erst über den Antrag abstimmen lassen, da er die Kompetenz zu diesem Thema eher im Düsseldorfer Landtag als im Dortmunder Schulausschuss vertreten sah. Durchsetzen konnte sich Knieling mit seiner Meinung jedoch nicht.

Hermann Diekneite (SPD), Vorsitzender des Schulausschusses, nannte die Kopfnoten einen “Griff in die pädagogische Mottenkiste und Rückschritt”. Die Landesregierung sei über das Ziel hinausgeschossen. “Warum hat man nicht erst im 5. Jahrgang Kopfnoten erprobt, anstatt sie sofort flächendeckend einzuführen?”

Heidrun Erdmann-Rapkay (SPD), Lehrerin am Karl-Schiller-Berufskolleg, nannte ein Beispiel einer Schülerin, um die Ungerechtigkeit der Kopfnoten zu veranschaulichen: “Sie kommt oft zu spät und hat deswegen eine schlechte Bewertung auf dem Zeugnis bekommen. Dass das Mädchen aber morgens erst ihre drei jüngeren Geschwister schulfertig machen muss, weil die Mutter sich dieser Verantwortung entzieht, wird so übergangen.”

Wie gespalten jedoch die Schulformen in Sachen Kopfnoten sind, verdeutlichten die Beiträge von Willibald Jöhren, Sprecher der Dortmunder Gymnasien und Peter Brekau, Sprecher der Realschulen. Während Jöhren sie auch mit dem Hinweis auf den hohen Aufwand für die Lehrer in Gänze ablehnte, sprach sich Brekau für die Bewertung von Arbeits- und Sozialverhalten auf dem Zeugnis aus. Allerdings nicht in Form einer Note, sondern in einem ausformulierten Text. “So machen wir das auf den Realschulen und wollen das auch so fortführen.”


Kopfnoten: Sprüche und Widersprüche

Die Kopfnoten ziehen eine dicke Mauer durch Dortmunds Schullandschaft: Auf der einen Seite die Befürworter, die ihre Chancen steigen sehen – auf der anderen gehen die Gegner auf die Barrikaden. …

… Gestern gab’s Zeugnisse – und viele Stimmen dazu: mit ganz persönlicher Note. Franzi, Alina (10) und Jule (11) sind in der 5 a des Leibniz-Gymnasiums. Zwar haben sie nur “einsen” und “zweien” bekommen, trotzdem würden sie die Kopfnoten am liebsten wieder abschaffen. Jonas (11) aus der fünften Klasse der Gesamtschule Brünninghausen hat nur Bestnoten und findet’s klasse: “Weil man weiß, wie man sich zu verhalten hat und andere mal einen Denkzettel kriegen.” Ahmet (15) geht in die 8 c der Hauptschule Lützowstraße und kassierte ein “unbefriedigend” in Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit. Für ihn ist klar: “Kopfnoten sind Dreck! Da kommen nur Schleimer weiter.”

Wenn es um Kopfnoten geht, herrschte in Dortmund in den letzten Tagen ein geordnetes Chaos: Alle Schulen, von der Grundschule (4. Klasse) bis zum Gymnasium, sind wieder verpflichtet, sie zu geben. Doch jede ging mit der Neuerung anders um.

Gern hätte Gesamtschul-Sprecher Hans-Peter Seger an den bisherigen Zeugnis-Bemerkungen festgehalten, doch auch die neun Gesamtschulen haben Kopfnoten vergeben. Was Seger wurmt: Er vermutet eine Ungleichbehandlung der Schüler je nach Schulform. Deshalb will er ein Gespräch mit der IHK führen, um die Probleme zu thematisieren.

Die gewerblichen Berufskollegs wollten aus “organisatorischen Gründen” dies Mal auf die Vergabe der Noten verzichten. Der Aufwand sei zu groß. Von wegen: Die Schulaufsicht pfiff sie zurück. Die Noten müssen in der nächsten Woche auf einem Extrablatt nachgereicht werden.

Auch Dortmunds Stadtelternsprecherin legt Beschwerde ein

Die 14 Gymnasien haben einen anderen Weg eingeschlagen. Ihr Sprecher, Willibald Jöhren, sagte auf Anfrage: “Wir sind von der Basisnote ,Zwei’ ausgegangen – je nach Schüler mit entsprechenden Abweichungen nach oben oder unten.” Weil er falsch zitiert worden sei, habe er einen Rüffel aus Arnsberg bekommen. Unzufrieden sind auch manche seiner Schüler: In nur einer Stunde hatten bereits drei Oberstufenschüler Widerspruch gegen ihre Noten eingelegt, weil sie ein “sehr gut” auf dem Zeugnis sehen wollen.

Apropos Widerspruch: Stadteltern-Vorsitzende Monika Landgraf wird selber Widerspruch einlegen. Den Bemerkungen auf dem Zeugnis ihrer Kinder könne sie zustimmen, “doch die Noten sind nicht okay”. Sie betont: “‘Befriedigend’ bedeutet bei nur vier Noten ,mangelhaft’.”

In den Grundschulen ist man sich der Sensibilität des Themas bewusst: Marita Becker, Leiterin der Petri-Grundschule weiß, dass ihre Viertklässler nur “einsen” und “zweien” bekommen – “alles andere wäre schwierig”.

Rita Mölders, Leiterin der Friedrich-Ebert-Grundschule, sieht das ähnlich. Hier bekamen die 70 Viertklässler Kopfnoten zwischen “eins” und “drei”. Bei der “drei” gab’s schon “Bauchschmerzen” mit Blick auf den weiteren Bildungsweg. Sie könne sich gut vorstellen, dass die Schulleiter auf den weiterführenden Schulen bei der Auswahl der Schüler auf die Kopfnoten schauten. Dann beginnt das soziale Aussieben, längst bevor Arbeitgeber ins Spiel kommen.

Horst Wenzel, der 19-jährige Landesschülervertreter aus Dortmund hat den Kopfnoten den Kampf angesagt. Zuletzt bei einer konzertierten Aktion von 40 Schülern aus dem ganzen Land. Sie hielten für Schulministerin Barbara Sommer eine symbolische Zeugniskonferenz ab. In den Bereichen “Verantwortungsbereitschaft” und “Selbstständigkeit” bekam die Ministerin ein “unbefriedigend”. Auch an dem verliehenen “sehr gut” wird die Ministerin wohl keine Freude haben: Sie bekam es für ihre Leistungen in Sachen “Demokratieabbau”.

Wenzel rechnet heute mit bis zu 15 000 Schülern, die in Düsseldorf vor dem Schulministerium demonstrieren werden. www.kopfnoten-abschaffen.de


Die Not mit den Noten
Ruhrnachrichten Dortmund, Von Britta Linnhoff am 16. Januar 2008 16:52 Uhr

DORTMUND Wenn‘s Noten für die Kopfnoten gäbe, dann bestenfalls eine „Fünf” von den Schülervertretungen. Die machen mobil gegen die neuen Zensuren auf dem Zeugnis, das es morgen gibt.Plakative Kritik der Schüler: Klare Ansage gegen die Kopfnoten.
Foto: Landesschülervertretung
„Wir lehnen Kopfnoten generell ab”, sagt Landesschülersprecher Horst Wenzel. Sie seien lediglich ein weiteres Druckmittel für die Lehrer. Noten seien nicht in der Lage, menschliche Eigenschaften zu charakterisieren. Der Dortmunder rechnet mit 10.000 bis 15.000 Schülern bei der Demonstration Samstag in Düsseldorf.Während die letzten Vorbereitungen für die Kundgebung laufen, haben die Schulen längst ihre Arbeit getan: Aber mit völlig unterschiedlichen Ergebnissen: An den Berufskollegs gibt es schlicht keine Kopfnoten. Warum? Weil es uns organisatorisch nicht möglich war, begründet Ingrid Menzel, Leiterin des Paul-Ehrlich-Berufskollegs und Sprecherin der Kollegs die Entscheidung. Die habe – so betont sie – nichts mit einer Wertung der Kopfnoten zu tun.

Plakative Kritik der Schüler: Klare Ansage gegen die Kopfnoten.
Foto: Landesschülervertretung

An den Berufsschulen gebe es für jeden einzelnen Bildungsgang verschiedene Zeugnisse, das sei schon jetzt vom Aufwand ein Riesenproblem. Ist das juristisch unproblematisch? „Nein”, sagt Menzel, „genauso wenig wie die Maßnahme der Gymnasien, im Regelfall einfach eine „Zwei” aufs Zeugnis zu schreiben. Denn darauf haben sich die 14 Gymnasien der Stadt verständigt. „Die Mehrzahl unserer Schüler verhält sich vernünftig”, sagt Willibald Jöhren, Leiter des „Käthe-Kollwitz” und Sprecher der Gymnasien. Aber es werde sicher an allen Schulen „Abweichungen nach oben und nach unten geben”.

Die Aufregung überhaupt nicht verstehen kann Hans-Peter Seger, Leiter der Heinrich-Böll-Gesamtschule und Sprecher dieser Schulform: „Lehrer nehmen das Verhalten der Schüler doch wahr, sie reden doch darüber im Lehrerzimmer.” An seiner Schule gebe es seit drei Jahren eine Anlage zum Zeugnis mit einer Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens. „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht”, sagt er. Gerne hätte man in dieser Form weiter gemacht. Die Realschulen haben sich bereits im Herbst auf einen gemeinsamen Standard geeinigt: ausführlich und verbindlich.


Kopfnoten Alles wird gut -WDR

Sendemanuskript vom 16.12.2007

Autorin: Martina Koch

Zeugnisse; Rechte: WDRBild vergrößern

Situation Unterricht:

O-Ton: Willibald Jöhren, Schulleiter:
“Das Arbeitsverhalten ist unterteilt in erstens Leistungsbereitschaft, zweitens Zuverlässigkeit/Sorgfalt und drittens Selbständigkeit. Das Sozialverhalten ist ja genauso wie das Arbeitsverhalten in drei Kategorien unterteilt. Das ist einmal Verantwortungsbereitschaft, Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit. Könnt Ihr mit den Begriffen was anfangen?

Erstmal Schweigen. Die Schüler sind verunsichert.

O-Ton: Schülerin:
“Ich denke, dass kann man überhaupt nicht bewerten. Also bei dem Arbeitsverhalten, das geht ja noch, mehr oder weniger. Aber Sozialverhalten überhaupt nicht.”

O-Ton: Schulleiter:
“Siehst du noch sehr viel kritischer?”

O-Ton: Schülerin:
“Ja.”

Und deshalb sind die Dortmunder Schüler zumindest auf dem Zeugnispapier alle gut. Die Gymnasien der Stadt haben sich abgesprochen. Nur ein deutliches Abweichen nach oben oder unten wird anders als gut bewertet.
Im Lehrerzimmer liegen Mappen für jede Klasse. Dort können die Fachlehrer andere Noten eintragen. Bislang bleiben viele Seiten leer.
Eine detaillierte Betrachtung jedes Schülers entfällt.

O-Ton: Willibald Jöhren, Schulleiter Käthe-Kollwitz-Gymnasium Dortmund:
“Das ist nicht zu leisten. Wir könnten nicht über 1000 Schüler, über 1050 Schüler diskutieren, welche Note geeignet ist und welche Note nicht geeignet ist. Das geht nicht. Die Zeit haben wir nicht.”

Im Schulministerium gibt man sich überrascht. Weder Ministerin noch ihr Staatssekretär äußern sich in dieser Woche. Der Sprecher muss ran:

O-Ton: Andrej Priboschek, Schulministerium NRW:
“Es gibt einen Orientierungsrahmen. Dass sich Schulen darüber austauschen, ist völlig in Ordnung. Was anderes wäre es, wenn es Pauschalnoten gäbe. Davon wissen wir aber nichts.”

Kein Wunder, denn die Dortmunder Gymnasien sind trickreich. Sie sprechen eben nicht von Pauschalnoten, sondern haben die Note gut als Ausgangswert festgelegt. Die Hauptschulen in der Stadt gehen anders vor.
In Dortmund- Nette soll jeder der 250 Schüler individuell beurteilt werden. Dazu müssen die Lehrer Listen ausfüllen. Verhalten wird in Kästchen gepresst. Riesenaufwand, kaum Aussagekraft.
Bislang hatte die Hauptschule das Arbeits- und Sozialverhalten ausführlich auf jedem Zeugnis beschrieben. Nun stehen die Kopfnoten allein auch auf den Abschlusszeugnissen.

O-Ton: Joachim Eckardt , Schulleiter Hauptschule Nette:
“Probleme bei den Kopfnoten wird es dahingehend für mich geben, dass die Betriebe vielleicht nicht wissen, wie jede einzelne Schule zu den Maßstäben gekommen ist oder welche Maßstäbe dahinterliegen.”

Denn verbindliche Vorgaben aus dem Ministerium fehlen. Jede Schule bestimmt den Maßstab selbst. Beispiel Düsseldorf. Hier haben die Gymnasien nicht die einheitliche Ausgangsnote gut. Am Görres-Gymnasium bewertet der Schulleiter seine Schüler besser.

O-Ton: Otto Wirtz, Schulleiter Görres-Gymnasium Düsseldorf:
“Wenn es irgendeine Note gibt, von der man ausgehen könnte, dann wäre das höchstens die eins und dann könnte man sehen, welche Abschläge man macht. Eine andere Note kommt für mich als Basisnote überhaupt nicht in Frage.”

Die Schüler der Jahrgangsstufe 13 hören das gern. Schließlich stehen die Kopfnoten auf ihrem Abi-Zeugnis ein Leben lang. Dennoch sind die Schüler irritiert, dass nicht überall gleich bewertet wird.

O-Ton: Constantin Reutersberg , Schüler Düsseldorf:
“Es ist natürlich jetzt ein Vorteil für mich jetzt, kann es aber auch verstehen, dass andere sich dann benachteiligt fühlen. Also ich sehe das Thema jetzt sehr kritisch in dem Punkt.”

Nicht nur Lehrer und Schüler kritisieren das Hickhack um die Kopfnoten. Auch die SPD-Opposition im Landtag fordert ein anderes Verfahren.

O-Ton: Ute Schäfer, SPD, schulpol. Sprecherin Landtagsfraktion:
“Wir plädieren nachdrücklich dafür, dass man Arbeits- und Sozialverhalten auch in die Zeugnisse aufnimmt. Aber es mit Worten beschreibt, weil es Prozesse sind, die beschrieben werden müssen und die man nicht in einer Note festlegen kann.”

Mal sehr gut, mal wie in Dortmund nur gut die angehenden Abiturienten am Käthe-Kollwitz-Gymnasium wollen gleiche Maßstäbe für alle.

O-Ton: Andrea Sinagra, Schüler, Dortmund:
“Wenn wir jetzt aus Dortmund kommen, wir wollen in einzelnen Städten studieren oder auch arbeiten, dann werden wir natürlich benachteiligt, weil wir halt die Note gut haben und nicht sehr gut. Und da wird der Arbeitgeber fragen, warum sind die nur gut und nicht sehr gut.”

Das Schulministerium aber will erst in ein paar Jahren prüfen, ob der Umgang mit den Kopfnoten geändert werden muss. Für viele Schüler ist das zu spät.

Mehr zum Thema


“Wettkampf um Sympathie des Lehrers” WR

http://www.derwesten.de/nachrichten/wr/westfalen/2007/12/14/news-10858285/detail.html

Westfalen, 14.12.2007 , Trackback-URL

Düsseldorf/Dortmund. Die Schulen in NRW fühlen sich durch die wieder eingeführten Kopfnoten auf Zeugnissen überlastet. …

… Vielerorts haben sie sich deshalb auf eine Standardbenotung geeinigt – die vom Ministerium gewünschte individuelle Beurteilung findet kaum statt. Von Walter Bau Bildung, findet NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU), ist mehr als Pauken und Lernen, mehr als Englisch, Mathematik oder Biologie: “Soziale Kompetenzen gehören heute neben dem Wissen zu den Grundvoraussetzungen für das erfolgreiche Durchlaufen des Bildungs- und des Berufswegs”, so die Ministerin. Deshalb würden die Lehrer an ihre Schüler ab diesem Schuljahr wieder individuelle Kopfnoten verteilen.”Unmöglich, die Persönlichkeit in vier Noten zu pressen”Doch mit der Individualität ist es vielerorts nicht weit her. Beispiel Dortmund: Hier haben sich die 15 Gymnasien der Stadt darauf geeinigt, Schüler mit “völlig normalem Verhalten” mit der Standardnote “gut” zu bewerten. Nur wenn jemand in die eine oder die andere Richtung davon abweicht, ändert sich die Benotung. “Anders ist das gar nicht zu bewältigen”, begründet Willibald Jöhren, Leiter des Dortmunder Käthe-Kollwitz-Gymnasiums, diese Praxis mit dem nötigen Arbeitsaufwand. Allein an seiner Schule seien 6000 Einzel-Kopfnoten zu vergeben. “Im übrigen”, kritisiert Jöhren, “kann es doch nicht sein, dass wir die Persönlichkeit eines Schülers in das Schema von vier Noten pressen.”Dortmund ist kein Einzelfall. In anderen Städten ist die Situation ähnlich. Viele Lehrer klagen über den zusätzlichen Arbeitsaufwand. “Selbst wenn man sich pro Teilnote nur einige Sekunden Gedanken über jeden Schüler macht”, rechnet Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologenverbandes NRW vor, “kommen schnell fünf, sechs Stunden pro Lehrer und Halbjahr zusammen.”Beim Schulministerium kennt man die Problemlage inzwischen. “Wenn Schulen sich bei der Handhabung der Kopfnoten auf ein gemeinsames Vorgehen einigen”, so ein Ministeriumssprecher gestern, “dann ist das in Ordnung.” Es sei jedoch “unzweifelhaft”, dass die Kopfnoten “das individuelle Verhalten eines Schülers widerspiegeln” müssten. Der zusätzliche Arbeitsaufwand für die Lehrer sei kein Grund, Standardnoten zu verteilen. Mit der Wiedereinführung von Kopfnoten hatte das Ministerium eine 22-seitige “Handlungsempfehlung” an die Schulen im Land verschickt.Auch unter Pädagogen ist die Standardbenotung umstritten. “Solch eine Praxis führt natürlich das ganze Instrumentarium ad absurdum”, kritisiert etwa Udo Beckmann, NRW-Chef des Lehrerverbandes VBE. Wenig überraschend, dass auch die Schüler mit den neuen Kopfnoten nicht besonders glücklich sind. “Diese Noten dienen lediglich als ein weiteres Mittel zur Disziplinierung”, so Landesschülersprecher Horst Wenzel. Unter den Schülern entstehe ein “Wettkampf um die Sympathie des Lehrers”. Für den 19. Januar plant die Landesschülervertretung eine Protestkundgebung in Düsseldorf. Hauptforderung: Abschaffung der Kopfnoten.Die Opposition im Landtag werden die Schüler auf ihrer Seite haben. “Kopfnoten in ihrer jetzigen Form sind pädagogisch unsinnig und kosten rund zwei Millionen Arbeitsstunden”, kritisierte gestern SPD-Schulexpertin Ute Schäfer. Und Grünen-Fraktionschefin Sylvia Löhrmann stichelte: “Pünktlich zu Weihnachten könnte die Regierung mit einer Kopfnoten-Amnestie den Schulen ein sinnvolles Geschenk machen.”

Schulleiter W. Jöhren als Experte bei Telefonaktion der RN:
http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/nrw/art1544,139043
Telefonaktion zum Mobbing
Von Kerstin Heil und Matthias Langrock am 13. Dezember 2007 19:07 Uhr
DORTMUND Körperliche Gewalt, Todesdrohungen per Internet oder Ausgrenzung aus der Klassengemeinschaft – die Mobbing-Methoden in der Schule, über die Eltern am Donnerstag bei unserer Telefonaktion klagten, waren vielfältig.Verallgemeinern lassen sich auch die Leiden der Kinder nicht, die durch eine systematische Gängelung von Mitschülern – oder auch Lehrern – ins soziale Abseits und in seelische Isolation gedrängt werden. Dennoch hatten die vier Schul-Experten gestern für die Anrufer einen Ratschlag für alle Betroffenen: Sie sollen das Problem so früh wie möglich ansprechen.Hilflose ElternViele Eltern fühlten sich jedoch hilflos, wenn ihr Kind regelmäßig Mobbing im Klassenzimmer oder Pausenhof ausgesetzt sei und verstört – in sich gekehrt oder aggressiv – darauf reagiere, resümierten die Experten nach zweistündiger Telefonberatung.„Erst an den Klassenlehrer, dann an den Schulleiter, dann an die Schulaufsicht wenden, schließlich an die Bezirksregierung”, gab Prof. Dr. Heinz-Werner Poelchau, Referatsleiter im NRW-Schulministerium, den richtigen Weg vor. Vor allem in den unteren Jahrgangsstufen, auch schon in der Grundschule, sei Mobbing ein Problem, wusste Willibald Jöhren, Sprecher der Dortmunder Gymnasien und selbst Schulleiter, aus täglicher Erfahrung. Oft seien es verbale Schmähungen oder schlicht subtile Ausgrenzung, die einen Schüler bis ins Mark träfen und den Gang zum Unterricht zur täglichen Hölle werden ließen.Mehr als eine HänseleiMobbing bedeute keine einmalige Hänselei, sondern dauerhafte und systematische Peinigung und Isolierung. Verstehen konnte Jöhren daher nicht, was ihm gestern viele Anrufer erzählten: Dass Lehrer und Schulleitung oft auch tatenlos geblieben seien, wenn Schüler schon lange unter der bedrückenden Situation gelitten hätten.
Nicht immer jedoch helfe noch das Gespräch zwischen den Betroffenen, betonte der Schulleiter. Viele Eltern würden sich zu spät an die Verantwortlichen wenden. Dann sei der Klassenwechsel ein probates Mittel zur Auflösung der Konfrontation: „Wer mobbt, muss gehen.”Möglicherweise das Jugendamt einschaltenNicht jedes Problem dürfe jedoch allein rein schulintern behandelt werden, ergänzte Poelchau. Dass Lehrer im Falle sexueller Belästigung einer Schülerin durch einen Mitschüler überfordert seien, sei verständlich, sagte der Ministeriumssprecher einer Mutter. Das Jugendamt einzuschalten, sei dann der richtige Weg.



“Der Tod wird bürokratisch” RN
http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/nrw/art1544,129208
dom/dac/nick am 26. November 2007 19:56 Uhr
NRW Willibald Jöhren kennt sich mit Todesanzeigen aus: Als Direktor des Dortmunder Käthe-Kollwitz-Gymnasiums hat er schon so manchen Nachruf auf einen ehemaligen Kollegen verfassen müssen.„Wahrscheinlich hat jeder Kollege so etwas schon mal machen müssen”, sagt der Sprecher der Dortmunder Gymnasien. Deshalb hat Jöhren zu den vorgefertigten Todesanzeigen im Notfallordner für Schulen in NRW eine klare Meinung: „Ein 08/15-Text ist in solchen Situationen wenig angebracht.” Jeder Schulleiter wisse sehr gut, was er zu schreiben habe.NRW-Schulministerium: “Unverbindlicher Leitfaden”Dem will Andrej Priboschek, Pressesprecher des NRW-Schulministeriums, auch gar nicht widersprechen: „Die Vordrucke sind ein unverbindlicher Leitfaden. Das funktioniert wie eine Art Checkliste, um in außergewöhnlichen Situationen angemessen zu reagieren.” Man wolle den Lehrern keineswegs die Formulierung vorschreiben. „Es soll sie vielmehr auf etwas vorbereiten, was hoffentlich nie passieren wird.”Lehrer reagieren entsetztBei vielen Lehrern kam das anders an: „Die vorgefertigten Todesanzeigen haben erhebliches Entsetzen ausgelöst”, sagt der Emsdettener Lehrer Gerhard Seiler. Von „pietätlos”, „völlig unverständlich” bis zu „Frechheit” hätten die Reaktionen bei Kollegen gereicht.Opposition kritisiert mangelnden AustauschEs sei ein „irres Stück aus dem Tollhaus”, dass die Landesregierung mit dem Thema Tod nicht sensibler umgehen könne, erklärte Sigrid Beer, bildungspolitische Sprecherin der Grünen. Auch, dass kein Austausch über die Inhalte des Notfall-Ordners stattgefunden habe, empört sie.
Einen Leitfaden für den Notfall herauszugeben, sei als Denkanstoß sicherlich nicht falsch, sagte Ute Schäfer, schulpolitische Sprecherin der SPD. „Aber für alles was nach dem Notfall kommt, kann es keinen Leitfaden geben.” Der Notfall-Ordner pauschalisiere den Ernstfall – und so gehe es nicht. Schäfer: „Der Tod wird bürokratisch, das ist unfassbar.”



104 neue Lehrer sollen Unterrichtsausfall abmildern WAZ http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/dortmund/2007/11/16/news-5201170/detail.html

Die Dortmunder Schulen sollen zum Beginn des zweiten Schulhalbjahres im Februar 104 neue Lehrer bekommen. Gestern wurden die Stellenausschreibungen veröffentlicht.
(picture-alliance / dpa)

Am stärksten sollen die Gymnasien profitieren: 26 Stellen sind ausgeschrieben. “Wenn wir die alle besetzen, werden wir im zweiten Halbjahr den starken Unterrichtsausfall des ersten Halbjahres nicht mehr haben”, sagt Willibald Jöhren, Vorsitzender der Rektorenkonferenz der Gymnasien. Darauf hofft auch Ursula Forthaus, Leiterin des Phoenix-Gymnasiums in Hörde. Sie soll vier neue Lehrer bekommen. Weil eine Kollegin in Pension geht, bleiben unterm Strich drei neue Stellen. “Dann wären wir so besetzt, dass wir den vorgesehenen Unterricht erteilen können”, sagt Forthaus. Zurzeit fielen pro Woche insgesamt 70 bis 80 Unterrichtsstunden aus, vor allem in den Fächern Religion und Sport. Drei neue Stellen entsprechen rechnerisch 76,5 Wochenstunden. Das Phoenix-Gymnasium braucht aber eher Lehrer für die Sprachen: Englisch, Deutsch, besonders Latein. Weil es dort eng ist, unterrichten Lehrer mit der Kombination Sprache/Religion in erster Linie ihre Sprache.

Trotz einer dann 100-prozentigen Besetzung, wird sich Unterrichtsausfall nicht vermeiden lassen, wenn Lehrer erkranken. “Um das aufzufangen, bräuchte man eigentlich eine Besetzung von 105 bis 110 Prozent”, weiß Jöhren. Er ist zuversichtlich, dass die ausgeschriebenen Stellen auch besetzt werden, anders als bei der letzten Ausschreibungsrunde: “Da gab es zu wenige Bewerber. Aber jetzt sind die Lehrerseminare beendet, frische Kräfte sind auf dem Markt.”

Nicht jede Schule hat mit den neuen Stellen automatisch mehr Lehrer. Beispiel Gertrud-Bäumer-Realschule: Zwei Stellen sind ausgeschrieben, zwei Lehrer gehen in Pension. Rechnerisch sei die Schule weiterhin zu 100 Prozent besetzt, sagt Leiter Gerd Nolte: “Aber Unterrichtsausfall lässt sich nie ganz vermeiden.”

Nur drei Stellen sind für die Hauptschulen ausgeschrieben. “Das hilft uns ein bisschen, aber nicht viel”, sagt Schulamtsdirektor Bernhard Nolte. “In Englisch und den Naturwissenschaften werden uns sicher weiterhin Stellen fehlen.”


KKG in den RN am 15.11.07 http://www.ruhrnachrichten.de/vergleiche/wschulen_dortmund/gymnasien/art4140,122575 Käthe-Kollwitz-Gymnasium
am 15. November 2007 13:57 Uhr
Erzbergerstraße 1-3
44135 Dortmund (0231) 50-2 31 33 kaethe-kollwitz-gymnasium@stadtdo.de www.kkg-do.de Willibald Jöhren Erprobungsstufe: Frau Erasmus-Sarholz
Mittelstufe: Herr Wolf
Sek. II: Herr Friedrich, Frau Scheppelmann 4 1050 29 sprachlich-künstlerisch
gesellschaftswissenschaftlich;
mathematisch-naturwissenschaftlich; Sport WP II Kl. 9/10 (zukünftig 8/9): F, L, EL/Sp, Bi/Che, Ek/G/Po, Ek/IF
LK: (Kooperation mit Stadtgymnasium): D, E, F, Ku, Mu (Zentralkurs), G, Pä, M, Bi, Sp E ab Kl. 5
F ab Kl. 6 und 8
L ab Kl. 6 und 8
It ab Kl. 10
Möglichkeit zu
Sprachprüfungen Französisch DELF/DALF (bisher Kl. 10/11) Nein 3 Computer-Räume, davon ein Raum als Selbstlernzentrum 7.55 bis 14.10 Uhr (1. bis 7. Stunde) keine Ganztagsbetreuung
Kiosk in der Pausenhalle diverse Sportarten, Musik, Theater, Kunst, Anti-Rassismus, Bücherei, SV, Schülerzeitung, Streitschlichtung In den Klassen 5 und 6 in Deutsch und Englisch, in Klasse 8 in Mathe, Förderung nach Bedarf und Möglichkeiten der Schule Frankreich und Italien Ja Förderverein, versch. Gremien dreiwöchiges Betriebspraktikum (Klasse 10),eine Woche mit Studien- und Berufserkundungen (bisher Klasse 12) „Lernen lernen”, fächerübergreifendes Lernen, Medienerziehung, Gesundheitserziehung in Sport, soziales Lernen Jährliche Projektwochen zum fächerübergreifenden Lernen, Projektpräsentationen der Klasse 13, einwöchige Fahrt in der Klasse 10 nach Weimar/Buchenwald zur politischen Bildung, Projektfahrt „soziales Lernen” (Kl. 7), bei der Schüler der Klasse 11 die Siebtklässler betreuen k. A. S- und U-Bahnen bzw. Straßenbahn (Haltestellen sind Stadthaus bzw. Ostentor)



An Gymnasien: 800 Wochenstunden fehlen
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/dortmund/2007/9/14/news-703494/detail.html

Lehrermangel total: 700 bis 800 Wochenstunden fallen an den 14 Dortmunder Gymnasien aus. Das bestätigt auf Anfrage der Sprecher der Schulen, Willibald Jöhren. Mit jeweils über 100 Fehlstunden pro Woche hat es Leibniz-, Max-Planck- und Reinoldus und Schill
“Das ist höchst ärgerlich”, kommentiert Jöhren. Vor allem für die Schüler, denen speziell in naturwissenschaftlichen Fächern kaum noch das nötige Pensum vermittelt werden könne. Zum anderen, weil die Eltern bei den Schulleitungen Sturm laufen, da die Landesregierung ständig propagiere, es gebe keinen Unterrichtsausfall. Alles bestens? Von wegen.”Die Stellen können nicht besetzt werden”, stellt Jöhren fest. “Insbesondere fehlen geeignete Bewerber.” Der Topf “Geld statt Stellen”, von dem man nie genau wisse, wieviel “virtuelles Geld” er noch beinhalte, sei schon lange leer. “Nachdem das Land ihn gekürzt hat, war sowieso nicht genug drin.”Dabei helfen sich Dortmunder Gymnasien nach Auskunft ihres Sprechers aus, so gut es geht. Wenn ein Kollege wegen Krankheit länger ausfalle, sollte Ersatz aus dem Topf “Geld statt Stellen” beschafft werden. Faktisch gebe es heute aber keinen Ersatz mehr. “Es sind nicht viele Referendare auf dem Markt.” Man könne allenfalls auf das zweite Schulhalbjahr hoffen.Vom Unterrichtsausfall seien “durch die Bank alle Fächer” betroffen. “Physik kriegen sie sowieso nicht mehr. Das können sie vergessen.” Naturwissenschaften seien grundsätzlich problematisch. “Selbst Deutsch und Englisch sind heute schwer zu bekommen”, klagt Jöhren.Über 80 Fehlstunden pro Woche gibt’s am Stadtgymnasium, Phoenix-Gymnasium und an der Schweizer Allee.Mindestens zehn Stellen müssten an den Gymnasien sofort besetzt werden, fordert Jöhren. Das habe ihm auch die Bezirksregierung Arnsberg schon bestätigt. Dabei kommt er sich aber wie der Rufer in der Wüste vor. “Wir können nur den Mangel feststellen.” Jöhren weiter: “Das wird so bleiben.”

Eltern schreiben Brandbrief an Ministerin RN
http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dolo/art930,87656
Von Gaby Kolle am 14. September 2007 18:54 UhrDORTMUND An den Dortmunder Gymnasien fallen jede Woche insgesamt 700 Stunden aus – planmäßig. Weil es keine Lehrer gibt. Und kein Geld für ebenfalls notwendige Vertretungsstellen. Hinzu kommt der Unterrichtsausfall durch Krankheit und Klassenfahrten. Die Eltern schlagen Alarm.
Willibald Jöhren, Sprecher der Dortmunder Gymnasien: Eltern beschweren sich.
LinnhoffDie Klassenpflegschaften der Jahrgangsstufe 7 am Leibniz-Gymnasium (Kreuzviertel) haben bereits im August einen Brandbrief u.a. an das Schulministerium, die Bezirksregierung und die Ratsfraktionen der Stadt geschickt. Ihre Kinder erhalten seit Schuljahresbeginn nach Stundenplan nur 25 Stunden pro Woche. Mindestens 31 sollten es laut Richtlinien sein. Hinzukommt, dass die heutigen siebten Klassen die ersten sein werden, die bereits nach zwölf Jahren Abitur machen. „Wann sollen unsere Kinder den Stoff aufholen?”, fragen die Eltern.100 Stunden pro Woche fallen am Max-Planck-Gymnasium ausWillibald Jöhren, Leiter des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums und Sprecher der Dortmunder Gymnasien, erklärte auf RN-Anfrage: „Die Eltern beschweren sich bei uns. In den Verlautbarungen des Ministeriums heißt es, es sind genug Lehrer da, doch die Realität sieht anders aus.” Jöhren weiß von mehreren Gymnasien in Dortmund, an denen zurzeit mehr als 100 Stunden pro Woche ausfallen, darunter das Leibniz-, das Reinoldus-Schiller- und das Max-Planck-Gymnasium. Am Gymnasium an der Schweizer Allee sind es 80 Stunden pro Woche.Elf Planstellen fehlenInsgesamt fehlen an den Dortmunder Gymnasien elf planmäßige Lehrerstellen, so Jöhren. Und zusätzlich die Vertretungsstellen, die aus dem Topf „Geld statt Stellen” bezahlt werden. Doch der ist bereits leer. Das sei besonders ärgerlich, so Jöhren.
Selbst wenn Geld da wäre – es fehlt an geeigneten Bewerbern. Besserung verspricht erst der nächste Einstellungstermin zum neuen Schulhalbjahr im Februar. Schon vor einem Jahr hatte die Stadtelternschaft Dortmunder Gymnasien bei Schulministerin Barbara Sommer (CDU) Druck gemacht, die dann – wie versprochen – auch Abhilfe geschaffen hatte, so der Vorsitzende Peter Grebe.Viele neue SchülerDas Problem ist neu entstanden, weil sich zum neuen Schuljahr mehr Schüler am Gymnasium angemeldet hatten. An sechs Schulen musste eine zusätzliche Klasse eingerichtet werden. Bei der Bezirksregierung ist das Problem erkannt. „Die Situation ist wirklich schwierig an den Dortmunder Gymnasien. Da gibt‘s nichts dran zu deuteln”, räumte Sprecher Christoph Söbbeler ein. Man versuche mit allen Mitteln, eine Lösung zu finden.Dem Leibniz-Gymnasium soll nach den Herbstferien zunächst mit einigen kleinen Lösungen geholfen werden, z.B. durch eine vorzeitige Versetzung. Die große Lösung jedoch kann erst zum Februar kommen. Söbbeler: „Dann gibt es auch wieder mehr Bewerber.”



Die mit dem besseren Ruf WAZ
http://www.derwesten.de/nachrichten/nachrichten/politik/2007/8/24/news-655553/detail.html

Auf helle Empörung ist der Vorstoß von SPD-Chefin Kraft gestoßen, das Gymnasium abzuschaffen.Bei CDU und FDP, bei Philologen und bei Parteifreunden. Und die Schüler, was sagen die? Eine Momentaufnahme

Dortmund. Freitagmittag am Käthe-Kollwitz-Gymnasium. Keine Nordstadtschule, keine im noblen Dortmunder Süden. Sondern mittendrin, in der City. Das “Käthe” hat einen guten Ruf, gilt im Vergleich mit dem direkt benachbarten Stadtgymnasium als weniger konservativ. Dennoch: “Wir haben ein bürgerliches Einzugsgebiet”, sagt Direktor Willibald Jöhren. Etwa zehn Prozent der Kinder kämen aus Migrantenfamilien. Damit liegt die Schule schon über dem Schnitt: Mehr als die Hälfte der Gymnasien im Land haben weniger als fünf Prozent ausländische Schüler. 6. Stunde, Jöhren unterrichtet eine zehnte Klasse in Deutsch. Die 22 Schülerinnen und Schüler sitzen schon auf ihren Plätzen, grüßen im Chor, beäugen den unangekündigten Besuch. Bereitwillig geben sie Auskunft: Nur fünf von ihnen kommen nicht aus Akademiker-Familien. Etwa fünf: “Ich weiß nicht, ob Mama die Uni zu Ende gemacht hat.” Vier Mädchen haben, wie es heute heißt, Migrationshintergrund: Zwei Türkinnen, eine Russin, eine Polin.

Ob sie stolz sind, auf ein Gymnasiums zu gehen? “Klar. Ach nein, eher froh.” Weil es der direkte Weg zum Abi sei, Quereinsteiger hätten einfach mehr Mühe. Weil ihr Abi bei der Bewerbung besser angesehen sei als das von der Gesamtschule. “Auch wenn man da vielleicht individueller gefördert wird oder noch andere Fächer machen kann”, sagt Isabella. “Das Gymnasium hat einfach den besseren Ruf.”

Als Elite fühlen sie sich dennoch nicht. “Gesamtschule wäre für mich nicht schlimm”, sagt Kübra, die Türkin. Jeder solle einfach sein Bestes geben. Die Talente seien eben unterschiedlich verteilt: Die mit Köpfchen aufs Gymnasium, “die handwerklich Begabten eben eher zur Hauptschule”, meint Andreas.

Von Problemen im Umgang mit Jugendlichen von anderen Schulen weiß keiner zu berichten. “Cool” fänden die Freunde eher, dass sie auf dem “Käthe” seien. Na ja, vielleicht gebe es die einen oder anderen Vorurteile, dass die anderen “nicht so clever” sind . . . “Quatsch”, sagt Julia, die Russin. Nur, weil einer auf die Hauptschule gehe, sei er noch lange nicht dümmer. Sie findet die Differenzierung nach der vierten Klasse zu früh: “Und das Problem ist: Es ist voll schwer, dann wieder von der Hauptschule wegzukommen, wenn man einmal drauf ist.”

Das Modell einer Gemeinschaftsschule sieht die Mehrheit der Klasse kritisch. Es könnte zwar einfacher sein für die eigenen Kinder, es könnte mehr Förderung bieten. “Aber die Leistungsunterschiede zwischen den Kindern sind so groß, dass man sie in Gruppen aufteilen müsste”, überlegt Laura. “Und dann wäre es ja doch wieder das gleiche wie hier.”

Wofür sie sich entscheiden würden, wenn sie die Wahl hätten? Da sind sie sich einig: Gymnasium. “Gemeinschaftsschule halte ich für schwachsinnig”, sagt Kübra. “Man kann auch jetzt schon auf jeder Schule alles erreichen, wenn man will. Nur für manche ist es eben ein längerer Weg.”


KKG Schüler im RN Interview
http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dolo/art930,38932
Urlaub, Party, Ausschlafen
am 20. Juni 2007 18:55 Uhr
Sechs Wochen Urlaub oder sechs Wochen Party oder lieber doch sechs Wochen lang schlafen?
Gestern Vormittag um halb Elf war es wieder soweit: Die Sommerferien haben begonnen. Die Stimmung unter den Schülern war erwartungsgemäß gut. Ihre Wünsche für die kommenden sechs Wochen: Urlaub, Party und Ausschlafen.«Endlich Ferien, endlich mal keine Lehrer sehen», freute sich etwa Lucas Sanz-Pamies vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium, «ich fahr’ extra weit weg – bis nach Paris, um mich zu erholen.»Esther Bisplinghoff pflichtete bei: «Erholung haben wir uns verdient. Das Jahr war echt anstrengend, und nach den Ferien wird’s auch nicht besser: Dann mach ich mein Abitur – hoffentlich.» Zum Ferienstart hatte die Schülerin vom Mallinckrodt-Gymnasium extra eine große Party organisiert, danach geht es für drei Wochen mit der Schwester nach Ecuador.Der Wunsch der beiden Siebtklässler Julian Suttorp und Steffen Cornelius lautete dagegen: «Ausschlafen und nochmal ausschlafen. Einfach mal ohne Weckerklingeln aufstehen!»Doch bei aller Freude: Es gab auch traurige Stimmen: Der 16-jährige David Stöckmann vom Stadt-Gymnasium fährt in die USA und wird ein Jahr dort bleiben:«Ich hab’ heute allen ‘Tschüss’ gesagt und mich verabschiedet. Das war schon traurig.» wetFür 84 221 Schüler hieß am Mittwoch: endlich Sommerferien! Die Zahl blieb im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant: 2006 waren es 85 069 Jugendliche.



Zonta Award für KKG-Schülerin
http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dolo/art930,18288
Junge Frauen mit viel Energie und Esprit
am 24. Mai 2007 12:00 Uhr
Zonta vergibt YWPA-Award
Da muss sich Eva Hermann aber ducken – eine neue Frauengeneration wächst heran – energiegeladen, engagiert für die Gesellschaft und nicht bereit, das Thema Emanzipation Theoretikern zu überlassen. Es sind Mädchen wie Lisa Wiegmann. Zonta Club Dortmund würdigte das ehrenamtliche Engagement der 18-jährigen Goethe-Gymnasiastin in Schule und Freizeit mit dem «Young Women in Public Affairs»-Award (YWPA). Am Dienstag wurde die mit 250 Euro dotierte Auszeichnung zum dritten Mal von dem Serviceclub berufstätiger Frauen vergeben. Verdient, so unterstrich Club-Präsidentin Dr. Dorothea Bartling, hätten ihn auch die Mitbewerberinnen, die mit Ehrenpreisen bedacht wurden: Amanda Mai Khuong-Duc (18) vom Bert-Brecht-Gymnasium, Svenja Mentler (17) vom Helene-Lange, Max-Planck-Abiturientin Jennifer Teixeira Fernandes (19) sowie Marie Aichinger-Hinterhofer (19), Julia Kausch (18) und Kathrin Pietzka (19), die das Käthe-Kollwitz-Gymnasium besuchen. Sie alle setzen sich für andere ein. Für ihre Mitschüler, für eine Schule, die die Schwachen fördert und die Starken fordert. Für die Integration von Migranten und gegen Rassismus, für Tier- und Umweltschutz. Selbstbewusste junge Frauen mit viel Energie, Esprit und einem ausgeprägten Sinn für das Gemeinwohl. Eine Generation, die scheinbar atemlos auf der Überholspur fährt – aber den Blick in Rück- und Seitenspiegel nicht vergisst. «Es ist außerordentlich positiv, dass junge Frauen neben ihrer schulischen Belastung noch Zeit für ehrenamtliches Engagement finden», urteilte eine sichtlich beeindruckte Waltraud Bonekamp, Stadträtin für Schule, Jugend und Familie, beim Festakt im Römischen Kaiser. YWPA-Gewinnerin Lisa Wiegmann wird am Wettbewerb um den von Zonta International ausgelobten Award auf District-Ebene und – wenn sie erfolgreich ist – auch auf Internationaler Ebene teilnehmen. Ten www.zonta-dortmund.de www.zonta-union.de



KKG-Schülerband spielt in Wellinghofen RN
http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dolo/art930,12483
http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dolo/art930,29546



Klassenfahrten ersatzlos gestrichen
Protest gegen Arbeitszeitverlängerung und Leistungskürzung, WDR Homepage www.wdr.de 8.10.2003

Keine Klassenfahrten mehr
WDR aktuell (07.10.03), 2’27

Schlechte Nachricht für die Schüler der Jahrgangsstufen fünf und neun am Dortmunder Käthe-Kollwitz-Gymnasium: Für sie fallen Klassenfahrten künftig ins Wasser. So haben es die Lehrer mehrheitlich beschlossen – aus Protest gegen die geplante Arbeitszeitverlängerung.

Kinder auf einer Hängebrücke überqueren einen Fluß; Rechte: dpa
Kinder auf Klassenfahrt, dpa

Gedrückte Stimmung in der Klasse neun des Dortmunder Käthe-Kollwitz-Gymnasiums. Die Schüler hatten sich sehr auf ihre bevorstehende Klassenfahrt gefreut. Nun wird nichts draus. Denn die Lehrer an der Schule haben Ende September mehrheitlich beschlossen, Klassenfahrten in den Jahrgangsstufen fünf und neun ersatzlos zu streichen.

Die Gründe schildert Direktor Willibald Jöhren: “Es geht den Kollegen nicht ums Geld”, sagte er am Mittwoch (07.10.03) zu wdr.de. “Vielmehr protestieren sie dagegen, dass ihre Arbeitszeit erhöht werden soll, ihr Urlaubsgeld gestrichen und das Weihnachtsgeld massiv gekürzt wird.” Unter diesen Bedingungen seien viele Lehrer nur noch zum Dienst nach Vorschrift bereit.

Aus eigener Tasche finanziert

“Klassenfahrten sind für Lehrer alles andere als Urlaub, sondern eine anstrengende Zusatzaufgabe, die mehr oder weniger einen Einsatz rund um die Uhr erfordert”, so Jöhren. Klassenfahrten, die im Programm einer Schule beschlossen werden, sind Pflicht. Soll ein Lehrer gezwungen werden, an einer Fahrt teilzunehmen, müsste er seine Reisekosten erstattet bekommen.

Dem Gymnasium stehen dafür laut Schulleiter aber nur etwas mehr als 1.000 Euro jährlich zur Verfügung. Die Praxis sehe dann so aus: Die Lehrer bezahlen den Großteil der Kosten oder alles aus eigener Tasche: zwischen 150 und 400 Euro pro Fahrt. Jöhren: “Das ist so, als wenn ich jemanden auf Montage schicke und sage: Hier hast du mehr Arbeit, aber keinen Pfennig mehr. Und sieh zu wie du hinkommst.”

Auf Verantwortung bauen

Den Beschluss der Lehrer am Käthe-Kollwitz-Gymnasium wollte das Schulministerium in Düsseldorf nicht kommentieren. Sprecher Ralph Fleischhauer verwies auf die Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Schulbehörde.

Grundsätzlich sei es so, dass jede Schule selbst darüber entscheidet, ob sie Schulwanderungen oder Klassenfahrten unternimmt, erklärte Fleischhauer: “Sie werden als pädagogisch wertvoll angesehen, aber es gibt dazu keine Verpflichtung.” Die Veranstaltungen seien freiwillig, weshalb man sie Dienstreisen nicht gleichsetzen könne. Das Land könne für diesen Bereich auch nicht mehr Geld zur Verfügung stellen. “Wir bauen ein Stück auf die pädagogische Verantwortung der Lehrer.”

Die scheinen auch die Lehrer am Dortmunder Gymnasium zu besitzen. Schon zwei Mal hatte es an der Schule schon solche Proteste gegeben. “Aber nach einiger Zeit schläft das ein, weil das pädagogische Gewissen pocht”, so Direktor Jöhren.


Neu: Artikel unserer Schülerinnen und Schüler im Zeitungsprojekt 2006 und 2007 der Ruhrnachrichten!



Zu wenig Kommunikation in den Pausen?

Meryem Kilinc, Leonie Keysberg, Pia Heinrich, Klasse 8b am 22. Februar 2008 13:10 Uhr

Ruhrnachrichten
Den Lehrern am Mallinckrodt- und Käthe-Kollwitz-Gymnasium ist aufgefallen, dass Schüler, die in den Pausen Musik hören, nicht so viel mit Mitschülern reden wie andere.

Ohrstöpsel rein und Musik auf die Ohren – einige Lehrer möchten lieber, dass sich die Schüler in den Pausen unterhalten.
Foto dpa
Das möchten die Schulleiter, Willibald Jöhren vom Käthe-Kollwitz Gymnasium und Ewald Oelgemöller vom Mallinckrodt-Gymnasium, mit einem Verbot ändern.

So wurde schon vor einiger Zeit das allgemeine Musikverbot am Mallinckrodt-Gymnasium eingeführt, auch, weil sich Lehrer beschwerten, dass sie in den Pausen nicht so gut Kontakt zu Schülern aufnehmen konnten. Am Käthe-Kollwitz-Gymnasium wurde vor kurzem mit dem MP3-Player-Verbot zugleich auch ein Handyverbot eingeführt. Hier ist den Lehrkräften und Eltern die Kommunikation zwischen Schülern auch sehr wichtig. Ihnen ist aufgefallen, dass gerade junge Schüler viel Unsinn auf ihren Geräten hatten (z.B. anzügliche Videos).

Willibald Jöhren ist weiterhin für das Verbot, anders als Peter Becker vom Stadtgymnasium. Ihm ist zwar auch von der eigenen Schule bekannt, dass die Schüler manchmal noch zu Beginn des Unterrichts Musik hören. So kann er durchaus verstehen, dass manche Schulen das Verbot eingeführt haben.

Dennoch befürchtet er, dass sich das Verbot nicht gegen den Willen der Schüler durchsetzen ließe, denn er weiß, dass es schwer zu kontrollieren wäre. Er persönlich ist kein Freund von Verboten, die man nicht kontrollieren kann. Außerdem findet er, dass es kein großes Problem ist, die Schüler die Pause so gestalten zu lassen wie sie es gerne möchten.

Den Kontakt zu Schülern während der Pause aufzunehmen, findet er in der Regel nicht so nötig, als dass er dafür extra ein Verbot einführen müsste. Außerdem kann er die Schüler durchaus verstehen, wenn sie sich in den Pausen einfach ein bisschen zurückziehen wollen, um Musik zu hören.

  • 2007

Mit acht Jahren begann das Training
Nummer gegen Kummer
Beratungsstellen fördern – Meinung
Packendes BVB-Spiel
Entweder Harry oder Voldemort
Axel liebt den Schultenhof
BVB im Tischtennis ganz groß
In den Fußstapfen von Bruce Lee
Trainingslager in Kaiserau
Muss das Südbad erneut schließen?
Klimagase eindämmen
Eine gefährliche Bedrohung
„Bodo“ gibt Mut
Laufsteg statt Lernen?
Tafel deckt den Tisch
Dortmund gewinnt den Oskar
Das Rauchen stört
Proteste gegen den Bau von Autohäusern
Meinung – Technik schlecht fürs Klima
Ausstieg ist nicht einfach
Teenager im Schönheitswahn


  • 2006

Polizeiruf 110
Odessa – eine Stadt am Meer
Brzenska und Kruska hautnah
Aufklärung ist wichtig Superstar gesucht
Was ist jetzt und was kommt noch?
Invasion der geflügelten Nashörner
Das schaff’ ich nicht allein
Jugend surft
Der neue Schlankheitswahn
Gefahr für die Gesundheit
„Käthe“ im Schnee
Mit zwölf Bussen nach Winterberg


Mit acht Jahren begann das Training

Interview mit Vitali Jouravel von Flic Flac

Vitali Jouravel (40) am Vertikalseil. RN-Foto Vahlensieck
Vitali Jouravel (40) – der Artist, der mit dem Vertikalseil tanzt, nimmt sich die Zeit für einen Zeitungsflirt-Reporter.
Hat ihr Job für Sie gefährliche Seiten?
Jouravel: Nein.
Welchen Stunt in der gesamten Show finden Sie am schwierigsten?
Jouravel: Bei dem Finale, ich muss schwimmen.
Haben Sie sich in ihrer Karriere als Artist schon einmal ernsthaft verletzt?
Jouravel: Ja, leider. Das war bei der Probe, da ist was gerissen und ich bin vier Meter tief auf den Boden gefallen.
Wie lange arbeiten Sie schon bei Flic Flac?
Jouravel: Seit neun Jahren.
Wie ist das Arbeitsklima hier bei Flic Flac?
Jouravel: Hier sind nur ganz nette Leute.
Wie viele spielfreie Tage haben sie im Jahr?
Jouravel: Gar keine, also außer den zwei Tagen, die wir zwischen den Umzügen in die anderen Städte haben.
Mit wie viel Jahren haben Sie angefangen zu trainieren?
Jouravel: Mit acht Jahren.
Können Sie sich vorstellen, einen anderen Job zu machen?
Jouravel: Ja. Zum Beispiel als Kunst-Turn-Trainer und Barman – an der Milchbar, das geht auch (lacht).
Haben Sie Familie?
Jouravel: Ja. Die hab ich immer dabei, die größere Tochter arbeitet als Soloartistin. Sie macht Handstand, zurzeit arbeitet sie in Bad Golinghausen, meine Frau ist auch Handstandartistin und die Kleine ist sieben Jahre alt und hat gerade angefangen zu trainieren, ich hoffe sie wird auch Artistin.
Woher kommen Sie?
Jouravel: Aus Russland, um genau zu sein aus Nowosibirsk.
Vermissen Sie Ihre Heimat?
Jouravel: Mal mehr, mal weniger, zwar nicht so besonders, aber manchmal möchte ich dahin fahren. Im Moment hab ich keine Zeit.
Wie lange müssen Sie sich auf Ihre Stunts vorbereiten?
Jouravel: Bei dieser Nummer muss ich viel Kleidung anziehen, ungefähr so eine halbe Stunde vorher muss ich mich vorbereiten.
Worauf müssen Sie bei Ihren Stunts achten?
Jouravel: Ich hab einen Anzug, der ist aus Gummi und das tut weh, wenn der an der Haut schabt. Da muss ich viel Bandagen anlegen, damit ich mich nicht verletze.
Christian Albrecht, Klasse 8a, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 30. Mai 2007


Nummer gegen Kummer

Anruf ist kein Spaß / Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche mit Problemen

Manchmal ist ein Gespräch am Telefon einfacher als der Besuch einer Beratungsstelle. Deswegen gibt es in Dortmund die „Nummer gegen Kummer“. Foto dpa
„Ja, lass mal anrufen, die voll verarschen!“, so reden Jugendliche, die die „Nummer gegen Kummer“ nur so zum Spaß anrufen. Doch es geht um Ernstes, sehr Ernstes.
Wir besuchen die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in der Nordstadt und werden dort freundlich empfangen. Eine sehr sympathische Frau begleitet uns in ein gelb gestrichenes Zimmer. Dort fühlen wir uns aufgehoben und geborgen, ähnlich wie die Kinder und Jugendlichen, die mit Problemen und Ängsten hierher kommen. 10 000 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland pro Jahr zwischen acht und 18 Jahren rufen bei der „Nummer gegen Kummer“ an.
7500 Anrufe sind Test- oder Spaßanrufe, doch 2500 mal ist jemand in der Leitung, der ein echtes Problem zu bewältigen hat, z.B. Gewalt-, Mobbing-, Familienprobleme und, und, und.
Die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die am Telefon anonym beraten, sind offen für Themen wie erste Liebe, Scheidung der Eltern oder Probleme mit sich selbst. Du wirst verstanden, ernst genommen und vor allem: dir wird zugehört! Auch Eltern können sich beraten lassen, sollten sie Probleme mit ihren Kindern haben. Selten traut sich ein Teenie ganz allein und persönlich zur Beratungsstelle. Oft kommt ein Freund oder eine Freundin mit, nicht selten auch der Lehrer oder die Lehrerin.
Mutter oder Vater sind eher selten dabei, und wenn, dann nur, weil sie selbst um einen Termin gebeten haben. Nach diesem interessantem und informativen Gespräch empfehlen wir bei Problemen das kostenlose Anrufen bei „der Nummer gegen Kummer“ – aber nicht aus Spaß.
Christine Wantia, Lina Preiß, Karen Cholew, Jennifer Bernstein, Klasse 8d, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 30. Mai 2007


Beratungsstellen fördern – Meinung

Verbot von Killerspielen bringt nichts

Killerspiele können nicht allein für Amokläufe verantwortlich gemacht werden. Foto dpa
Die Gewalt an Schulen nimmt immer mehr zu. Gewaltvideos werden gedreht und Schüler werden zusammengeschlagen. Doch das schlimme an der Gewalt ist nicht nur die Gewalt selber, sondern das, was daraus entstehen kann.
Das eigentliche Problem liegt in den Folgen. Denn Amokläufe werden meist nicht ohne Grund durchgeführt. Wenn einzelne Schüler gehänselt und verprügelt werden, können daraus Amokläufe entstehen. Allerdings sehen Politiker das Problem woanders.
Sie denken, dass das Problem in so genannten Killerspielen liegt. Diese Spiele zeigen Gewalt, welche die Kinder dazu anregt – falls sie Probleme haben – diese selbst in die Hand zu nehmen, mit einem Hilfsmittel nämlich Waffen.
Scharfe Waffen sind leicht zu bekommen. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint. Im Internet ist fast alles möglich. Auch illegale Waffenläden bieten Minderjährigen gefährliche Gegenstände an. Die Killerspiele sind nur ein kleiner Faktor der Amokläufe.
Es mag sein, dass diese Spiele Aggressionen hervorrufen, allerdings beweist das noch lange nicht genug, um ein Verbot von diesen Spielen durchsetzen zu können. Man muss nämlich auch sehen, wie viele Jugendliche solche Spiele konsumieren und trotzdem nicht gewalttätig sind.
Außerdem wären große Computerspielhersteller wahrscheinlich mit einem Verbot solcher Spiele überfordert. Es wäre eine wirtschaftliche Katastrophe wenn solche Spiele verboten werden würden. Denn wenn man sich mal in einem Computergeschäft umguckt, wird einem auffallen, dass ein Großteil der Spiele von Gewalt beherrscht wird, egal wie stark.
Wenn man dann aber guckt, wie sich solche Spiele verkaufen dann ist das doch wohl eindeutig. Die Verbraucher wollen solche Spiele spielen. Das klingt auf Anhieb erst mal ziemlich heftig. Man könnte denken, dass die Gesellschaft verkommt und Gewalt braucht. Aber es ist doch besser wenn man sich vor den Computer abreagiert, als wenn man auf die Straße geht und irgendjemand zusammenschlägt. Was die Politiker sagen ist nicht zu rechtfertigen, denn die Politik ist mit Amokläufen in Schulen und öffentlichen Gebäuden restlos überfordert. Man braucht irgendetwas, womit man das Gegenteil beweisen kann. Denn es ist doch klar, dass man Probleme wie illegaler Waffenhandel und Gewalt an Schulen auf Anhieb und ohne ernsthaften Einsatz nicht gewachsen ist.
Man sollte sich besser über Investitionen in öffentliche Beratungsstellen für von Gewalt betroffene Jugendliche Gedanken machen. Außerdem sollte die Sicherheit beim Verkauf von Waffen garantiert sein. Dann gäbe es auch nicht mehr so viele Amokläufe wie jetzt.
Christian Becking, Nikita Kuzin, Klasse 8a, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 24. Mai 2007


Packendes BVB-Spiel

Begegnung Cottbus – Dortmund
Traurige Momente im Signal Iduna Park. Das Stadion ist 70 Minuten lang voll, doch 20 Minuten vor Spielende verlassen die Dortmunder Fans den Signal Iduna Park.
Zu erschütternd ist am 4. März der Auftritt des BVB. Ganz anders bei den Cottbussern. Das erste Tor von Munteanu fällt in der sechsten Spielminute. Enttäuschte Blicke und lautes Pfeifen bei den BVB-Fans.
Doch das mehr als verdiente Tor von Alexander Frei in der 42. Minute hebt die Stimmung aller Fans. Um so enttäuschender ist das Gegentor in der 56. Minute. Kurz darauf führt Cottbus sogar mit 3:1. Das zweite Tor von Alexander Frei in der 86. Minute weckt die Hoffnung auf ein Unentschieden. Alles scheint zu klappen. Alexander Frei schießt in den letzten Sekunden das 3:3. Jubel bei den BVB Fans. Doch für den Schiedsrichter steht es fest. Das Tor gilt nicht – Abseits. Da verlässt auch der treuste Dortmunder Fan das Stadion. Trotz alledem: Wir sagen, strengt euch an, ihr packt das!
Lara Viert, Laura Viert, Victoria Nowotny, Malin Ueter, Jil Semmler, Klasse 8d, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 23. Mai 2007


Entweder Harry oder Voldemort

Siebter Potter-Band mit Spannung erwartet

J.K. Rowling

Der siebte und letzte Teil der Potter-Reihe „Harry Potter and the Deathly Hallows“ (auf Deutsch übersetzt: „Harry Potter und die Todesheiligen“) von J. K. Rowling wird am 21. Juli in England zu kaufen sein.
Die Ungewissheit über das Schicksal von Harry Potter und seinen Freunden Ron Weasley und Hermine Granger wird für Millionen Fans in absehbarer Zeit endlich ein Ende haben. Nach vielen Spekulationen steht der Entscheidungstermin für das siebte und letzte Abenteuer des Zauberers und seine Freunde fest.
Das Buch „Harry Potter and the Deathly Hallows von J. K. Rowling soll der spannendste und packendste Teil der sieben Bücher werden. Man vermutet, dass dieses Buch am besten von den sieben verkauft wird, da natürlich jeder Fan endlich erfahren will, was den Helden passiert, ob Lord Voldemort besiegt wird und wie es überhaupt am Ende ausgeht.
Die meisten vermuten, dass das Buch das beste der Saga sein wird, weil es der letzte Teil ist. Doch, ist es wirklich so oder wird es nur so heiß umworben?
J. K. Rowling gab schon ein paar Details des Buches bekannt. Der Titel kündigt schon einen Tod an und Rowling bestätigte dies, indem sie sagte dass wahrscheinlich zwei Hauptpersonen sterben werden. Wer aber genau sterben wird, wollte Rowling nicht preisgeben, weil ja sonst die Spannung verfliegen würde.
Harry Potter, der über seine Jahre in Hogwarts das Geheimnis des Steines der Weisen kennen gelernt, die Kammer des Schreckens betreten, die Wahrheit des Gefangenen von Askaban erfahren hat und Anweisungen des Feuerkelchs empfangen hat, wird noch viel gefährlichere Gebiete im siebten und letzten Band der Bestseller-Reihe betreten, denn sein Ziel ist, den gefürchteten Lord Voldemort zu ermorden. Deswegen ist eines sicher: Entweder stirbt Harry oder Lord Voldemort, auch bekannt als Tom Riddle.
Dieses Buch wird wahrscheinlich wie die Vorgänger ein teures Buch, aber vielleicht lohnt es sich ja das Buch zu kaufen. Die Leser müssen sich aber noch ein bisschen gedulden, bis sie endlich erfahren können, wie die berühmte Harry Potter Saga enden wird.
Kirujan Jeyakumar, Dennis Rohmann, Klasse 8a, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 23. Mai 2007


Axel liebt den Schultenhof

Auch ein langer Weg zur Arbeit schreckt nicht ab

Der Schultenhof ist ein schöner Arbeitsplatz nicht nur für Behinderte. RN-Foto Lübbers
Der Schultenhof liegt zentral, so dass ich einfach mit Bus und Bahn kommen kann. Als ich auf das Grundstück komme, liegt vor mir viel Natur, es riecht ein wenig feucht vom Regen und nach Heu.
Auf dem Weg vorbei am Hygienehaus liegen links von mir das Café und davor ein kleiner Spielplatz. Als ich das sehr stickige Gewächshaus betrete, sehe ich andere Mitarbeiter beim Gießen von Pflanzen in einem großen Vorraum.
Ich sehe Axel Heizungsrohre putzen, nachdem ich durch eine Tür den Vorraum verlasse und in einem großen Raum mit Erde und Pflanzen lande.
Axel steht in der Regel an seinen Arbeitstagen montags bis freitags um 6 Uhr morgens auf. Von Kirchderne aus nimmt er den weiten Weg bis zum Schultenhof an der Bolmke, auf dem er schon seit dem Jahr 2000 dank der AWO arbeitet, gerne in Kauf.
Morgens um 8 Uhr wird jedem Mitarbeiter von den Betreuern während der alltäglichen Besprechung eine Aufgabe zugewiesen, auf die die Mitarbeiter keinen Einfluss haben
Manchmal mag Axel seine Aufgabe und manchmal nicht. Was er jedoch an seiner Arbeit besonders mag, ist, dass die Leute Vertrauen zu ihm haben, ihn als gewöhnlichen Menschen sehen und seine körperliche Behinderung niemals eine Rolle spielt und dass der Schultenhof direkt an der Bolmke liegt. Das passt seiner Meinung nach zum Ambiente.
Ab und zu, wie in jedem Beruf, wird gehänselt, doch im allgemeinen haben sich alle gern. Als erstes zeigt er mir den neben dem Gewächshaus liegendem Acker, auf dem er manchmal Gemüse anbaut, wie auch das Heu und das Futter für die Tiere, die es auch auf dem Schultenhof gibt.
Danach gehen wir den feuchten Steinweg, der vom Acker wegführt, noch zum kleinen Bio-Laden, in dem Axel gelegentlich unter anderem das vom Hof selbst gezüchtete Fleisch verkauft.
An dem Gewächshaus, an dem ich Axel treffe, putzt er ab und zu, gießt die Pflanzen und nimmt Bestellungen des hofeigenen Bioladens an. Als Nächstes treten wir in das gegenüberliegende Hygienehaus, wo wir die altertümliche Treppe unter lauter Kulisse der Handwerksarbeiten hinaufsteigen.
Wir betreten den leicht stickigen Hühnerstall, in dem seine Aufgabe darin besteht, die Hühnereier auf den Ablagen einzusammeln, sie zu wiegen, nach Größe zu sortieren und sie mit dem Schultenhof-Stempel zu kennzeichnen. Auch wird Axel manchmal die Aufgabe zugeteilt, sich um die Schweine zu kümmern.
Nach getaner Arbeit fährt er montags bis donnerstags um 15.30 Uhr und freitags um 14 Uhr nach Hause. Im Allgemeinen eignet sich der Schultenhof gut als Arbeitsplatz für Behinderte.
Sara, Vivi, Sina, Lisa, Jenny, Klasse 8c, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 16. Mai 2007


BVB im Tischtennis ganz gross

Trainer Uwe Zelt ist stolz auf die Jugendarbeit
Der BVB macht im Fußball in letzter Zeit nicht gerade positive Schlagzeilen. Gleichzeitig spielt die 1. Herrenmannschaft des BVB im Tischtennis eine ihrer besten Saisons seit der Meisterschaft 03/04 in der 2. Bundesliga.
Mit ihrem jetzigen 2. Platz hinter Spitzenreiter Werder Bremen könnte dies eine sehr erfolgreiche Saison werden. Doch nicht nur als Mannschaft, sondern auch als Einzelspieler zeigen sich die Profis des BVB stark in letzter Zeit. So wurde Thomas Brosig Dritter im Einzel bei den Westdeutschen Meisterschaften und gewann sogar im Doppel.
Zurück zur Mannschaft. Mit der Aufstellung: Wengcheng, Fadeev, Brosig, Seidler, Somorjai und Waltemode ist die Mannschaft des BVB bärenstark besetzt. Die 2. Mannschaft des BVB kann sich in der Oberliga melden, allerdings nur als Zehnter der Tabelle, der gegen den Abstieg kämpft.
Auch die Nachwuchsmannschaften des BVB schaffen es trotz des Wegganges mehrerer Spieler ihr hohes Niveau zu halten, bzw. steht die 1. Jugend sogar kurz vor dem Aufstieg von der Bezirksliga Nord in die Verbandsliga. Mit der 2. Jugend, die nur eine Liga tiefer spielt als die 1. Jugend, hat man auch noch eine Top-Mannschaft. Mit diesem Aufgebot an guten Ligen ist der BVB im Jugendbereich klar der beste Verein in Dortmund.
„Unser klarer Vorteil ist der, dass wir im Gegensatz zu vielen anderen Dortmunder Vereinen 3-Mal pro Woche Jugendtraining durchführen können,“ so Uwe Zelt, Jugendwart beim BVB, mit dem wir ein Gespräch führten. (Er ist sogar noch amtierender Kreismeister im Mixed.)
„Ich bin sehr zufrieden mit unserer Jugendarbeit“, so Zelt weiter. „Unsere Herrenmannschaften werden schon sehr bald von unserem starken Nachwuchs profitieren. Vielleicht schafft es sogar einer unserer jungen Spieler in die obere Herrenmannschaft.“
Benni, Florian, André, Turel, Klasse 8, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 15. Mai 2007


In den Fussstapfen von Bruce Lee

Ein spannender Tag in der Selbstverteidigungs- AG der KKGs

Viele Übungen in der Selbstverteidigungs-AG sind für die Arme und Beine. Foto Privat
„Juhu ich hab’s überlebt!“ Das war mein erster Gedanke, als ich es hinter mir hatte. Trotz blauer Flecken und Muskelkater am ganzen Körper fand ich es in der Selbstverteidigungs-AG sehr spannend und aufregend.
Direkt nach der sechsten Stunde, also um 13.15 Uhr, fängt sie am Dienstag in der kleinen Turnhalle an. Nach dem Umziehen breiten wir die Matten aus, damit wir uns bei den Übungen nicht verletzen. Der Lehrer, Herr Große Berkhoff, lässt uns alle erst entspannen, und wir meditieren fünf Minuten vor uns hin. Das soll uns locker machen.
Ich bin bereit, Fußtritte und Faustschläge zu verteilen. Quatsch beiseite: Wir schlagen uns nicht wirklich, es ist sogar strengstens verboten, jemanden zu verletzen. Nach dem Meditieren beginnen wir zu lernen, wie man am besten fällt. Kleiner Tipp:
Lehrer Große Berkhoff
Beim Landen auf den Boden das Ausatmen nicht vergessen. Diese Erfahrung musste ich schmerzhaft am eigenen Leib machen.
Besonders unsere Beine und Arme werden in den Übungen oft gebraucht, da man sich mit ihnen am besten zu Wehr setzen kann. Die Übungen verbessern unsere Kondition und stärken das Selbstvertrauen, denn mal ehrlich, viele in unserem Alter sind ziemlich schüchtern und fühlen sich in ihren Körper nicht wohl.
Mit den Erfahrungen, die ich an diesem Tag gesammelt habe, kann ich die Teilnahme an der Selbstverteidigungs-AG nur allen empfehlen, und dies gilt nicht nur für die Mädchen sondern auch für das männliche Geschlecht. Es gibt zwar im Moment nur einen Jungen in der AG, aber es kann sich ja ändern.
Victoria Shagliy, Wendy Iglesias, Sina Barragan Klasse 8, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 15. Mai 2007


Trainingslager in Kaiserau

Nach dem Cottbus-Spiel
3:2 verlor Borussia Dortmund gegen Energie Cottbus. Dies ist nun insgesamt die vierte Niederlage des BVB in der laufenden

Rückrunde, und die zweite Heimniederlage. Trotz der guten ersten Halbzeit, in der unsere Borussia sehr gut und mit mächtig Druck nach vorne spielte, funktionierte das Umschalten in Hälfte zwei von Angriff auf Verteidigung nicht. Genau wie schon in Hannover wurde man auch zu Hause durch Konter phasenweise vorgeführt. Das will man nun im erneuten Kurztrainingslager in Kaiserau ändern. Dort kann Trainer Jürgen Röber auf mehr Alternativen zurück-greifen. Die gesperrten Spieler Dede, Valdez und Degen werden die Borussia im kleinen Revierderby verstärken. Auch trainieren die Leistungsträger Wörns und Kehl wieder mit.
Nils Blankenfeldt, Leon Landwehr, Wadim Rasputnis, Christopher Köllner, Klasse 8c Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 15. Mai 2007


Muss das Südbad erneut schliessen?

Immer noch Mängel

Das Südbad erstrahlt in neuem Glanz, doch es gibt noch ein paar kaputte Ecken. RN-Foto Menne
Nach der Neueröffnung des Südbads stellt sich nun erneut die Frage, ob es noch einmal renoviert werden muss.
Das Dach wurde komplett repariert, auch alte technische Einrichtungen wurden erneuert. Allerdings gibt es jetzt ein Problem. Die

neuen Fliesen an den Wänden drohen herabzufallen; deshalb wurden diese jetzt notdürftig mit einem Netz gesichert.
Dieses sind nicht die ersten Schwierigkeiten mit dem unter Denkmalschutz stehenden Südbad. Während der Bauarbeiten wurden erhebliche Mängel bei dem frischen Estrich festgestellt; deswegen musste dieser neu verlegt werden.
Es gibt zwei Becken, ein Schwimmer- und ein Nichtschwimmer-Becken. Das Schwimmerbecken ist an der tiefsten Stelle 4,61 tief. Wegen dieser enormen Wassertiefe gibt es sogar einen Sprungturm.
An diesem sind ein Drei-, Fünf-, Siebeneinhalb- und ein Zehnmeterbrett angebracht. Außerdem gibt es daneben noch ein Einmeterbrett.
Das Südbad ist das einzige Dortmunder Schwimmbad, in dem wegen der 50m-Bahnen Wettkämpfe stattfinden können; deshalb ist das Südbad vor allem für Vereinsschwimmer sehr attraktiv.
Es wäre sehr bedauerlich, wenn die Vereinsschwimmer wieder auf andere Bäder ausweichen müssten. Die Schulen müssten auch anderswo ihren Schwimmunterricht erteilen. Und auch für die Freizeitschwimmer gäbe es eine Attraktion weniger in Dortmund.
Benni, Florian, André, Turel, Klasse 8, Käthe-Kollwitz-Gymnasium

Der Text wurde im Rahmen des Zeitungsflirt-Projekts bereits vor einigen Wochen geschrieben. Inzwischen hat ein Gutachter die Sicherheitsbedenken ausgeräumt. Die Netze an der Fliesenwand sind entfernt und der Weiterbetrieb des Südbads gesichert.
Ruhr Nachrichten Dortmund, 15. Mai 2007


Klimagase eindämmen

Energiesparendes Verhalten ist ein Beitrag

Braunkohlekraftwerke – im Bild: Kühltürme – gelten aufgrund ihres großen CO2-Ausstoßes als Klimakiller. Foto dpa
Um die Erderwärmung aufzuhalten, muss der CO2-Ausstoß weltweit sinken.
Neben dem Verkehr sind Kraftwerke und Fabriken gefordert. Auch Haushalte, Flugverkehr und Landwirtschaft können einen wichtigen Beitrag leisten.
Der Hauptschuldige ist nicht das Auto. Nur 11,9 Prozent des Klimagases Kohlendioxid (CO2) stammen aus unseren Pkw-Auspuffen. Ziel ist es, den Ausstoß an Treibhausgasen bis 2012 im Vergleich zu 1990 um acht Prozent zu senken.
Dazu müssen vor allem Kraftwerke und Industrie, die zusammen für mehr als die Hälfte aller Emissionen verantwortlich sind, ihren Ausstoß senken.
Zur globalen Erwärmung gehören auch rülpsende Kühe. Ihnen entfährt alle 40 Sekunden ein Bäuerchen voller Methan. Dabei handelt es sich um ein Treibhausgas, das bei der Verdauung entsteht und die Atmosphäre 20-mal stärker aufheizt als CO2.
Für Deutschland hat die EU die Gesamtmenge für die Jahre 2008 bis 2012 auf je 453 Millionen Tonnen CO2 heruntergesetzt, die Auflagen damit erneut verschärft.
Privathaushalte können durch energiesparendes Verhalten ihren Teil zum Klimaschutz beitragen. Die Autohersteller müssen spritsparende und schadstoffärmere Autos entwickeln.
Dürreperioden, Überschwemmungen, Wirbelstürme, Seuchen – Schuld an der globalen Erwärmung sind laut den Vereinten Nationen vor allem die Menschen, die zu viele klimaschädliche Gase in die Umwelt blasen.
Reena, Juliya, Renee, Melanie, Helen, Klasse 8c, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 11. Mai 2007


Eine gefährliche Bedrohung

Klimawandel ist nicht mehr zu verhindern

Dürreperioden könnten auch in Deutschland zur Tagesordnung gehören. Foto dpa
Der Klimawandel ist nicht mehr zu verhindern.
Der Kohlendioxid-Ausstoß müsste auf ein Minimum vermindert werden, um den Klimawandel abzumildern. Aber für die reiselustigen Deutschen wäre eine totale Umstellung undenkbar. Die nächsten Ferien müssten sie zu Hause verbringen, um den Kohlendioxid-Ausstoß z.B. der Flugzeuge zu verhindern.
Doch eigentlich darf man sich die Frage, ob man sich umstellt, gar nicht mehr stellen. Wenn es so weitergeht, wird es in wenigen Jahren keine Gletscher mehr in Europa geben. Eine deutliche Zunahme von Dürren, Stürmen und Überschwemmungen hätte der Klimawandel auch zur Folge.
Ernste Überlegungen für Verhaltensänderungen sind es wert. Es gäbe viele Möglichkeiten auch für Privatpersonen, sich am Klimaschutz zu beteiligen: Mal wieder mit dem Fahrrad fahren, anstatt den Bus zu nehmen oder auf die Zigaretten zu verzichten.
Leon Landwehr, Nils Blankenfeldt, Klasse 8c, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 11. Mai 2007


„Bodo“ gibt Mut

Straßenmagazin
Die Obdachlosigkeit in Dortmund sinkt. Das hat eine Untersuchung ergeben. Für Obdachlose gibt es Möglichkeiten, um ihre Situation zu lösen. Das Straßenmagazin „bodo“ wird von Menschen in sozialen Notlagen verkauft. Der Erlös hilft den Obdachlosen, ihre Lebenssituation zu verbessern. Bodo´s Straßenmagazin erscheint monatlich. Der Verein „bodo“ ist ein gemeinnütziger Verein, der den Menschen Kraft und Mut gibt. Er hilft ihnen, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Bodo hat sich zum Ziel gesetzt, kostendeckend zu arbeiten. Doch ohne Spenden und Aufträge geht es nicht. Eine weitere Unterstützung finden Obdachlose in Suppenküchen, in denen viele Ehrenamtliche viermal wöchentlich für Bedürftige kochen. Oft kommen bis zu 300 Gäste zum Essen.
Lara Viert, Laura Viert, Victoria Nowotny, Malin Ueter, Jil Semmler, Klasse 8 d, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 11. Mai 2007


Laufsteg statt Lernen?

Kleidervielfalt auf den Schulhöfen

Nicht nur Jacken, Pullover und Hosen sind wichtig für den Style, auch die Schuhe gehören zum Gesamteindruck. Foto Privat
Die Zukunft könnte so aussehen: Die ersten Worte eines Babys wären nicht wie gewöhnlich „Mama“, sondern „dolce“ oder „gabana“.
Auf den Schulhöfen knallen verschiedene Geschmäcker aufeinander. Es gibt zum Beispiel die Punks. Die mit den Springerstiefeln, abgefahrenen Frisuren und mindestens vier Piercings im Gesicht. Ihre Kleidung spiegelt ihr Leben wider, ein Leben ohne Regeln und Tabus.
Dann gibt es die mit der schwarzen Kleidung und ein Blick der zu Eis erstarren lässt: Die Gothics. Sie lösen sich von der Menge und leben in ihrer eigenen Welt.
Die Hip-Hopper mit den Baseballkappen, Goldketten und hängenden Hosen mit Blick auf die Unterhosen haben Rapper als Vorbilder. Sie bevorzugen die lässig, sportliche Richtung und haben immer einen frechen Spruch auf Lager.
Da gibt es noch den so genannten Girllook, der im Moment total angesagt ist. Die Mädchen mit den Kronen auf den Hintern, den Playboyzeichen auf den Taschen und viel nackter Haut würden nie ohne Millimeter dicker Schminke im Gesicht aus dem Haus gehen.
Wie man sehen kann gibt es viele Kleidungs-Richtungen in den Schulen, doch alle Schülerinnen und Schüler haben eins gemeinsam: Sie sind so wie sie sind und zwar etwas besonderes.
Kleiner Tipp an die verzweifelten Eltern: Je nach Alter ändert sich der Stil. Also sehen Sie alles nicht so schwarz, sondern locker und relaxt.
Victoria Shagliy, Wendy Iglesias, Sina Barragan, Klasse 8, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 10. Mai 2007


Tafel deckt den Tisch

Verein ermöglicht Bedürftigen den preiswerten Einkauf von Lebensmitteln

Bei der Dortmunder Tafel gibt es frische Lebensmittel für kleines Geld. RN-Archiv-Foto Vahlensieck
Die Dortmunder Tafel ist ein Verein, der Bedürftigen hilft. Bis zu drei Mal in der Woche werden dort Nahrungsmittel an insgesamt ca. 20 000 Menschen verteilt, die meist keine Arbeit haben oder obdachlos sind.
Wer mittags nichts zu essen hat, kann zur Dortmunder Tafel kommen und dort von Supermärkten oder Fabriken aussortierte Lebensmittel gegen eine kleine symbolische Gebühr von zwei Euro „einkaufen“, erklärt ein Mitarbeiter in der Zentrale der Tafel in der Osterlandwehr.
Die Produkte, die die Dortmunder Tafel von den Supermärkten bekommen, haben beispielsweise ein falsches Verfallsdatum aufgedruckt, manchmal fehlt es ganz, die Mindesthaltbarkeit läuft in wenigen Tagen ab oder die Waren entsprechen einfach nicht den Anforderungen eines Supermarktes – sind aber voll genießbar. Was die Fabriken an die Tafel liefern, haben diese im Überfluss.
Die Waren werden in verschiedenen Fahrzeugen, darunter auch Kühlfahrzeuge, transportiert. Es gibt insgesamt fünf Filialen der Tafel in Dortmund (Stadtmitte, Hörde, Körne, Asseln, Huckarde). Rund 45 Tonnen Lebensmittel werden von der Dortmunder Tafel pro Woche verteilt. 26 Ein-Euro-Jobber arbeiten dafür fast 3200 Stunden im Monat.
Viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind selber arbeitslos. Doch die meisten arbeiten ehrenamtlich, bis zu 14 Stunden wöchentlich, um den Bedürftigen zu helfen, obwohl sie manchmal selber bedürftig sind. Der Verein, der sich aus Geld-, Sachspenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert, ist immer auf ehrenamtliche Mitarbeit und Unterstützung angewiesen.
Wie viel sich ein Kunde oder eine Kundin mitnehmen darf, hängt davon ab, für wie viele Familienmitglieder er oder sie einkauft. Die Kunden bekommen dann einen Korb mit einer bestimmten Farbe zugewiesen. Die Farbe des Korbs zeigt an, wie viel sich der Kunde mitnehmen darf. Die Mitarbeiter kontrollieren, dass nicht gemogelt wird.
Bevor die Bedürftigen sich aber bei der Dortmunder Tafel mit Lebensmitteln versorgen können, benötigen sie einen Ausweis, der ihre Bedürftigkeit nachweist. Ausgestellt wird dieser im Büro des Vereins. Zurzeit sind rund 6000 Ausweise in Dortmund im Umlauf und die Nachfrage ist weiterhin groß. Da hinter den meisten Ausweisen eine ganze Familie steht, profitieren ungefähr 20 000 Menschen von der Dortmunder Tafel.
Max, Robin S., Robin W., Gianrosimo, Jakob, Klasse 8d, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 8. Mai 2007


Dortmund gewinnt den Oskar

Wetten-das-Euphorie auf dem Friedensplatz
Goldene Männer regierten die Szenerie. RN-Foto Menne

Goldene Männer regierten die Szenerie. RN-Foto Menne
„Ich hab die Haare schön“, schreit die Stadt an diesem Samstagabend. Es ist wieder ,,Wetten, dass…-Zeit“, aber diesmal in Dortmund. 50 Männer in Unterhosen, mit kahlen Köpfen und golden angemalt, repräsentieren 50 Oscars bei der Dortmunder Stadtwette.
Als wir den Friedensplatz erreichen, erblicken wir betrunkene Gesichter. Überall liegen leere Bierflaschen auf dem Boden, die wir wegen der Menschenmenge hin und her treten. Die Leinwand ist klein und unscharf. Neben der Leinwand ist eine Bühne aufgebaut, auf der Schauspieler Ralf Möller zu sehen ist. Alles deutet auf einen langweiligen Abend hin.
Nach 15 Minuten uninteressanten Friedensplatz-Aufenthalt drehen wir eine Runde um das Dortmunder Rathaus. Auf einmal wird der Abend abwechslungsreich und spannend. Man sieht die goldenen „Oscars“ durch die Fensterspalten. Jetzt kommt der Zeitpunkt, an dem wir unbedingt im Rathaus live dabei sein wollen.
Sofort versuchen wir, uns durch den Hintereingang zu mogeln, doch trotz Presseausweis scheitert unsere Unternehmung. Deshalb kehren wir zurück zum jetzt vollen Friedensplatz.
Die Zuschauer jubeln, lachen und haben eine Menge Spaß. Endlich kommt der lang ersehnte Augenblick. 50 Männer laufen auf den „roten Teppich“ und freuen sich, dass sie gewonnen haben. Nun rasten die Zuschauer aus: Sie schreien und genießen die atemberaubende Atmosphäre. Es ist geschafft. Dortmund hat gewonnen. Keine Freude für Thomas Gottschalk, da er jetzt als Moderatorin mit langen Fingernägeln auftreten muss…
Christine Wantia, Jennifer Bernstein, Lina Preiß,Karen Cholewa, Kasse 8d, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 8. Mai 2007


„Das Rauchen stört“

Viele befürworten Verbot
Die EU hat begonnen ein europaweites Rauchverbot einzuführen. Ziel ist ein „rauchfreies“ Europa. Das heißt, dass das Rauchen in allen öffentlichen Gebäuden, Orten und Verkehrsmitteln verboten werden soll. Bisher gilt das Rauchverbot in Kaufhäusern, einigen Verkehrsmitteln Museen etc., nun sollen auch die Gaststätten in diese Liste aufgenommen werden.
Für das Rauchverbot gibt es verschiedene Gründe: Brandschutz, Jugendschutz, Nichtraucherschutz und den „Raucherschutz“: Der Raucherschutz schützt die Raucher vor Selbstschädigung und treibt ihnen das Rauchen durch Unannehmlichkeiten aus. Doch wenn es zu viel Abwehr unter den Bürgern gibt, dann könnte dieses Gesetz nicht in Kraft treten.
Aber dies scheint nicht so, wenn man das folgende Umfrage Ergebnis betrachtet: 80% der Befragten fanden das Rauchverbot sinnvoll mit den folgenden Begründungen: „Das Rauchen stört.“ Lediglich 20% der Befragten waren gegen das Rauchverbot: „Der Staat nimmt den Bürgern immer mehr Rechte weg“.
Alles in allem sind die Bürger mit dem Rauchverbot einverstanden, doch ob es sich durchsetzen lässt, ist noch nicht klar, aber bis jetzt scheint es so, als stünde dem Verbot nichts im Wege.
Jan Schwedhelm, Jonas Rodewyk, Marlon Philipp, Klasse 8D, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 8. Mai 2007


Proteste gegen den Bau von Autohäusern

Anwohner fürchten um Wohnqualitäten und sammeln Unterschriften

Die „Hundewiese“ an der B 1. Foto Privat
Die Anwohner der Schweizer Siedlung protestieren schon seit einigen Monaten gegen den Bau dreier Autohäuser auf der großen Wiese nördlich der B 1. Die Wiese wird überwiegend von Anwohnern für ihre Hunde genutzt und dient gleichzeitig als Grüngürtel zwischen der viel befahrenen B1 und der Wohnsiedlung.
Ein weiterer Grund für den Protest ist, dass durch die großflächige Bebauung nahe der ersten Häuserreihen diese bald kein Tageslicht mehr bekommen würden. In der Bauphase werden die Anwohner mit einer erheblichen Lärmbelästigung rechnen müssen. Die Leute, die in dieser Siedlung wohnen, trafen sich schon bereits mehrere Male, diskutierten über das Problem und überlegten, was sie dagegen unternehmen könnten.
Dabei sind sie auf die Idee gekommen, Unterschriften gegen den Bau der Autohäuser zu sammeln. Fast alle Anwohner beteiligten sich bei der Aktion und unterschrieben. Die vielen Unterschriften schickten sie dann an die Stadt, doch dieser Protest zeigte keine Wirkung.
Ohne sich geschlagen zu geben versuchten die Anwohner durch das Aufstellen einiger Plakate auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Die Vorbereitungen für den Bau der Autohäuser haben inzwischen begonnen. Doch die Anwohner sind noch nicht so verzweifelt, dass sie nicht noch weitere Ideen haben und Maßnahmen planen, um doch noch ihre Wiese zu retten.
Sina Beul, Lisa Neumann, Jennifer Kreten, Klasse 8c, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 5. Mai 2007


Meinung – Technik schlecht fürs Klima

Umdenken ist nötig
Es ist nun kein Geheimnis mehr, dass in ein paar Jahren höhere Temperaturen auf der Erde herrschen werden. Das liegt in erster Linie an dem rapiden Klimawandel, der durch Verschmutzung der Umwelt entsteht.
Die Grad Celsius haben sich in den Jahren stark verändert. Zu viel Technik, zu viel Elektronik sorgen für Dreck und somit für heißes Wetter. Die Abgase, die entstehen, wenn wir das Licht zu lange an lassen oder unseren Fernseher nicht komplett ausstellen, verursachen eine schmutzige Ozonschicht. Doch die schlimmste Ursache ist definitiv das Auto mit seinen gefährlichen Abgasen. Wenn wir unsere Elektrogeräte anstatt auf „Stand-by“ zu stellen, einfach ausschalten, spart dies schon mal eine enorme Menge Arbeit für das Stromkraftwerk. Je mehr es arbeitet, desto mehr Schmutz entsteht. Doch nicht nur die arbeitende Bevölkerung kann etwas gegen die Klimaveränderung tun, sondern auch wir, die Jugendlichen, könnten ebenfalls mehr darauf achten, dass wir dem Kraftwerk nicht zu viel Stoff zum Verarbeiten geben.
Diese Temperaturen wirken sich aber nicht nur positiv auf uns aus, sondern sorgen auch dafür, dass wir später einmal das heiße Klima nicht mehr nur als „Urlaubswetter“ empfinden, sondern nach einiger Zeit auch als störend. Durch die heißen Temperaturveränderungen stehen uns nicht mehr so viele Türen offen, wie sie es jetzt tun. Wir könnten nicht mehr so leben wie sonst. Starke wirtschaftliche Veränderungen werden unter anderem eintreten.
Es ist ein großes Problem für alle und man sollte sich auch mal Gedanken darum machen, ob man nicht vielleicht etwas weniger Auto fahren könnte oder auch ab und zu mal daran zu denken das Licht aus zuschalten.
Philipp Eppmann, Valerie Felgenhauer, Klasse 8a, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 27. April 2007


Ausstieg ist nicht einfach

Gefährliche Drogen

Süchtige brauchen Hilfe. Foto dpa
Egal ob harte Drogen wie Heroin oder leichte Drogen, Süchtige brauchen Hilfe. Foto dpa
Eine neue Erkenntnis über Ephedrin, das in erster Linie als Arzneimittel gegen Asthmaanfälle helfen sollte, erstaunte die Ärzte, da man schon bald beobachtete, dass die Medikamente auch Nebenwirkungen hatten. Es traten Symptome auf, die wir heute als „Wirkungen der Drogen“ bezeichnen würden. Das Medikament wurde zum ,,Abhängigkeitsmittel“ erklärt und der Verkauf wurde eingestellt, existiert aber als Suchtmittel weiter.
Trotz vieler verschiedener Wirkungen verfallen Menschen in den Rausch der Drogen. Der Entzug ist nicht einfach; Depressionen, Niedergeschlagenheit und ein enormes Schlafbedürfnis treten auf.
So ist es nicht einfach, aus der Sucht auszusteigen, herauszukommen und wieder ein Leben zu führen wie zuvor. Doch es gibt auch Drogen, die zwar als weniger gefährlich angesehen werden, aber gefährlich sein können.
Das sind die so genannten „leichten Drogen“(wie z.B. Alkohol, Zigaretten). Sie sind im Gegensatz zu den „harten Drogen“ (wie z.B. Cannabis, Kokain, LSD) weiter verbreitet und bieten somit eine größere Gefahr.
Um den Süchtigen und Suchtgefährdeten zu helfen, treffen sich Menschen mit den selben Problemen, meistens auch mit einer oder mehreren Personen zur Betreuung, andere Informationsmöglichkeiten bieten das Internet oder Broschüren.
Selma Ördek, Karin Reszka, Elise Cheong, Luisa Stiller, Betül Yaka, Klasse 8c, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 13. April 2007


Teenager im Schönheitswahn

Magersucht – eine Folge falscher Eitelkeit
Immer mehr Jugendliche hungern sich wie ihre Vorbilder, die Models, bis auf wenige Kilo runter. In den letzten 20 bis 30 Jahren ist es zu einer Zunahme von zehn bis 15 Prozent der Magersüchtigen gekommen – dabei sterben rund 1/5 von ihnen. Im Internet gibt es Foren, in denen sich die Jugendlichen gegenseitig ermutigen, weiter zu hungern und von ihren „Erfolgen“ und Erfahrungen berichten. Der Nahrungsplan der Jugendlichen ist strikt eingeteilt und enthält kaum Nahrhaftes, sondern meistens nur Salat.
Die Menschen, die unter Magersucht (Anorexia nervosa) leiden, schauen sich im Internet auch Fotos von Models an, deren Bilder digital bearbeitet wurden um ihr Untergewicht zu verstecken. Das spornt die Kinder noch mehr an abzunehmen.
Obwohl im Durchschnitt viel mehr Mädchen als Jungen an Magersucht leiden, greift die Sucht nun auch häufiger bei Jungen um sich. Um den Erkrankten zu helfen, gibt es Einrichtungen und Seminare, in denen Magersüchtigen geholfen werden soll. Eltern und betroffene Jugendliche sollten diese Angebote annehmen.
Selma Ördek, Karin Reszka, Elise Cheong, Luisa Stiller, Betül Yaka, Klasse 8c, Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Ruhr Nachrichten Dortmund, 13. April 2007


  • 2006


Polizeiruf 110

Bei Straftaten nicht den Helden spielen, sondern zum Telefon greifen
Ein Steven-King-Buch fällt dumpf auf den Boden, und der Junge vorne in der Bahn nimmt erstaunt seinen Kopfhörer aus dem Ohr und dreht sich um.

Wenn nötig kommt die Polizei auch mit Blaulicht, um Täter dingfest zu machen. Foto: dpa
Lautes Geschrei dröhnt durch die Straßenbahn, die Fahrgäste drehen sich erschrocken um. „Boa, ihr Bastarde, lasst uns doch einfach in Ruhe“, schreit Meryem (14), als die drei Jungen im Alter von 14 bis 16 Jahren immer brutaler zuschlagen. Meryems Freundin Maria (13) ist den Tränen nahe und wendet sich Hilfe suchend zu den anderen Fahrgästen um. „Warum hilft uns denn niemand“, ruft sie verzweifelt.
Straßenkriminalität
Ähnlich erging es im vergangenen Jahr 25 633 Jugendlichen in Dortmund. Die Straßenkriminalität stieg um 14 auf 49 Prozent.
Doch wie soll man sich in so einer Situation verhalten? Unabhängig davon, ob man Opfer oder nur Zuschauer ist, das Wichtigste ist, sofort 110 zu wählen.
Auf keinen Fall sollte man eingreifen oder gewalttätig werden. Auch wenn man als Opfer „nur“ bedroht wird, sollte man sich nicht schämen, die Polizei zu rufen.
Die Polizei wird alles dafür tun, weitere Gewalttaten zu verhindern, zum Beispiel indem sie Schüler auf dem Schulweg in Zivil begleitet.
Bei so genannten Abzieh-Delikten sollte man sofort den geforderten Gegenstand herausgeben und danach die Polizei benachrichtigen. Hätten im vorigen Jahr mehr Menschen diese Anweisungen befolgt, wäre es wahrscheinlich nicht zu so vielen Gewalttaten gekommen.
Die Polizei in Dortmund fördert zudem viele Projekte, in denen über Gewalt an Schulen und deren Folgen aufgeklärt wird, um die Zahl der Gewalttaten zu vermindern.
Anzeige
In unserem Fall ist alles noch mal gut ausgegangen, da eine Frau die gefährliche Situation rechtzeitig erkannte und die Polizei verständigte. Die Täter sind mit einer Anzeige und einem Schmerzensgeld davon gekommen.
Dalia Luna Linden, Lara Landskröner, Kaja Finn Fehren, Klasse 8a Ruhr Nachrichten Dortmund, 19. April 2006


Odessa – eine Stadt am Meer

Besucher können viele Sehenswürdigkeiten besichtigen
In wenigen Minuten werden wir in einem der größten Häfen der Welt ankommen. Uns begleitet schon das Geschrei der viele Möwen. In der Ferne sehen wir die Kräne, die Fisch von den Fischkuttern aufs Land transportieren. Wir sind im Hafen Odessa, der Stadt am Schwarzen Meer, die zur Ukraine gehört.
Riesige Treppe
Das auffälligste Bauwerk am Hafen ist das Fünf-Sterne-Hotel „Kempinsky“, in dem oft reiche Popstars absteigen. Wir gehen geradeaus und sehen eine der schönsten Ansichten Europas – eine riesige Treppe, an deren Ende das Denkmal eines der Gründer der Hafenstadt Djuk des Rischeljes steht. Es ist anstrengend, nach oben zu steigen, da die Treppe mehr als 100 Stufen hat. Aber endlich sind wir oben angekommen und bestaunen das Denkmal. Es ist von zwei halbrunden Häusern umgeben, die früher im Besitz der russischen Zaren waren.
Wir kämpfen uns durch die Menge und kommen als nächstes zur Puschkinstraße. Der berühmte Schriftssteller Alexander Puschkin lebte hier länger als ein Jahr. Für den Bau des Denkmals zahlten die Bürger der Stadt freiwillig aus eigener Tasche.
Opernhaus
Unser nächstes Ziel ist das große Opernhaus, welches zu den drei schönsten der Welt gehören soll. Viele berühmte Opernsänger haben hier Konzerte gegeben.
Das letzte Ziel unserer Erlebnistour ist die Deribasovskaja. Während wir uns durch das Getümmel quetschen, hören wird die Straßenmusikanten.
Die Straße ist fast 200 Jahre alt. Sie ist nicht mit Asphalt abgedeckt, sondern mit Bausteinen noch aus dem letzten Jahrhundert. Die Straße wirkt alt und modern zugleich.
Dimitrij Romanenko, Marco Serafini, Klasse 8a
Ruhr Nachrichten Dortmund, 19. April 2006


Brzenska und Kruska hautnah

Fragen zu Fußball und Freizeit
Am Mittag des 28. März trafen wir uns gemeinsam mit Schülern anderer Schulen zu einem Interview mit den beiden BVB-Spielern Markus Brzenska und Marc André Kruska. Nachdem uns Fritz Lünschermann die Geschichte des Vereins und des Signal-Iduna-Parks in Kurzform erzählt hatte, trafen die Spieler ein. Dann standen sie uns eine Stunde Rede und Antwort.

Markus Brzenska
Die beiden Vollblutfußballer Markus und Marc konnten ihr Hobby zum Beruf machen. Beide haben sich langfristig bis zum Saisonende 2008/09 an den BVB gebunden. Die Frage nach den sportlichen Vorbildern war schnell beantwortet, da man in den eigenen Reihen fündig wurde. Während Marc den ebenfalls in der aktuellen Stammformation spielenden Dede nannte, möchte Markus dem ehemaligen Deutschen Meister und Championsleague-Gewinner Julio Cesar nacheifern.

Marc André Kruska
Zur Frage, wie sie zum Mädchenfußball stehen, antworteten sie, dass es recht „cool“ sei, wenn Mädchen Fußball spielen würden.
Zu den Hobbys von Marc André Kruska zählen das Schwimmen und die Musik. Markus Brzenska fährt Fahrrad oder spielt Play Station, soweit die Zeit es zulässt.
Die interessante Veranstaltung endete damit, dass beide alle Autogrammwünsche erfüllten.
Zum Schluss haben wir das Angebot von Fritz Lünschermann zur Besichtigung des Stadions gern angenommen.
Linda Fofara, Ricarda Großmann, Kristina Kriegesmann, 8a
Ruhr Nachrichten Dortmund, 19. April 2006


Aufklärung ist wichtig

Neonazis provozieren
Vielleicht erinnern Sie sich noch: Am 28. Januar, einen Tag nach dem

Holocaustgedenken, marschierten Anhänger der Neonazi-Szene durch Dortmund.
Einen Tag zuvor genehmigte das Bundesverfassungsgericht die rechte Demonstration. Das Gericht wertete es nicht als Provokation, wenn die Neonazis nur einen Tag nach dem Holocaustgedenktag marschieren.
Doch sollte sich nicht eigentlich jeder provoziert fühlen, wenn Leute aus der rechten Szene offen für ihr menschenfeindliches Anliegen demonstrieren? Da kommen doch in jeder Straße „nostalgische“ Gefühle auf, wenn sie wieder von manipulierten, kahl geschorenen Menschen bzw. Marionetten betreten wird. Es ist erst 60 Jahre her, da ist es schon erschreckend, wie wenig manche Leute vom Nationalsozialismus wissen.
Zurück zu der Frage: Warum hat das Bundesverfassungsgericht diesen Aufmarsch genehmigt? Man könnte denken: Die Rechten sollen ihre Meinung bei einer solchen Veranstaltung frei äußern dürfen – also wegen der Meinungsfreiheit.
Doch war es tatsächlich das Recht auf Meinungsfreiheit, das die Richter zu der Genehmigung zwang? Wir meinen nein: Ein Richter muss sich an das Gesetz halten. Und das Gesetz besagt, dass jeder seine Meinung sagen darf, solange sie nicht gegen die menschliche Würde verstößt. Wird nicht die Würde der Holocaust-Opfer verletzt, wenn einen Tag nach dem Gedenken an sie die Leute marschieren, die die Idee, die das Leben dieser Opfer gekostet hat, weiterleben lassen? So dachten die Richter wohl nicht.
Wir denken, besonders hier in Deutschland sollten wir darauf achten, dass die Jugendlichen gut über den Holocaust aufgeklärt werden.
Carolin Neumann, Marie Kim Juhl, Klasse 8a
Ruhr Nachrichten Dortmund, 19. April 2006


Superstar gesucht

Casting-Shows nehmen kein Ende / Gewinner sind schnell wieder vergessen
Es ist wieder soweit: Samstagabend, 21.15 Uhr, und mal wieder sitzen hunderttausend Zuschauer begeistert vor dem Fernseher.

Die Jury von „Deutschland sucht den Superstar III“, Dieter Bohlen, Sylvia Kollek und Heinz Henn (v.l.). Foto: dpa
In ihrem kleinen Reihenhaus wartet auch Familie Meier gespannt auf DSDS, zu Deutsch „Deutschland sucht den Superstar“. Bis zu 40% der 14 bis 49-jährigen Fernsehzuschauer drücken allwöchentlich ihren Favoriten die Daumen.
Doch seit wann gibt es eigentlich diesen Casting Show Trend? Das große Vorbild ist, wie in so vielen unnützen Dingen, das „große“ Amerika. In Deutschland lief die erste Casting Show im Jahre 2001 auf Pro7.
Die Sieger der ersten Staffel, die Band „No Angels“, konnte mehrere Hits in den deutschen Charts landen. Was kaum jemand weiß: Auch international bekannte Superstars wie Christina Aguilera, Justin Timberlake oder Britney Spears sind zu Beginn ihrer Karriere gecastet worden.
Da fragt man sich doch, warum aus den deutschen „Casting Superstars“ nie solche Weltstars werden. Fragen Sie mal in England nach Christina Aguilera – und jeder wird sie kennen. Aber kein Mensch kennt dort einen Alexander Klaws oder eine Elli. Die Engländer werden Sie dumm angucken.
Zurück zu Familie Meier. Inzwischen ist Mike Leon Grosch ihr großer Favorit. Die kleine Melanie (9) liebt ihn heiß und innig. Jeden Samstag das gleiche Spiel: Hoffen, Daumen drücken, anrufen und dann: jubeln oder weinen. Doch nach ein bis zwei Jahren interessiert sich keiner mehr für den „Gewinner“. Ob man „Deutschland sucht den Superstar“ jetzt guckt – oder nicht, sei jedem selbst überlassen. Allerdings erscheint es uns fraglich, ob aus den Gewinnern jemals wahre Superstars werden.
Moritz Hotze, Nicolas Nadolny, Klasse 8a
Ruhr Nachrichten Dortmund, 13. April 2006


Was ist jetzt und was kommt noch?

Vogelgrippe
Zuerst trat es in Ostasien auf – nun ist es mittlerweile schon in Deutschland: Das grippale Virus H5N1 breitet sich immer weiter aus. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann es Dortmund erreicht.
„Pandemie“ ängstigt, und die Medien und der Handel machen sich das aktuell zu nutze, indem sie reichlich Schutzmasken und Schutzanzüge anbieten. Ebenfalls werden Säfte und Bonbons verkauft, die jedoch nicht vor dem Virus schützen können.
Fleisch durchgaren
Aufmerksam sein sollten vor allem die Menschen, die tagtäglich mit Enten, Hühnern und Gänsen in Kontakt kommen. Sie sollten bei der Arbeit grundsätzlich Schutzmaske, Handschuhe und Schutzanzug tragen. Otto Normalverbraucher darf auch weiterhin Putenfleisch verzehren, sofern es richtig durchgegart ist – also mindestens bei 70 °Celsius. So verkünden es die Nachrichten-Sprecher.
Gefährlich wird das Virus erst, wenn es mutiert und auf jeden Menschen übertragbar ist. Aber selbst für diesen Fall hat man zwischenzeitlich schon vorgesorgt: Das Grippe-Mittel „Tamiflu“ soll helfen, die grippeähnlichen Anzeichen und Auswirkungen zu lindern. Doch reichen die Bestände aus?
Wirtschaftlicher Schaden
Das Ende des wirtschaftlichen Schadens, den diese Seuche verursachen wird, ist noch nicht abzusehen. Reisen in östliche und norddeutsche Länder werden nun vorsichtiger gebucht bzw. sogar storniert. Das Betreten der Insel Rügen ist einstweilen nur noch nach einer „Dusche“ mit einem Desinfektionsmittel möglich. Doch inwieweit wird die Natur diese Chemikalien abbauen können?
Inwieweit werden Obst- und Gemüseanbau beeinträchtigt und wie wird der Mensch sich an die neuen Umstände anpassen? Die Ernährung des Menschen könnte erneut ins Visier der Mediziner und Wissenschaftler geraten wie bei BSE-Fällen und der Schweinepest.
Was ist nachher?
Niemand hat sich wohl bisher Gedanken um den Zeitpunkt gemacht, wenn die Vogelgrippe überstanden ist. Wir müssen eventuell damit rechnen, dass wir überall dort, wo sehr viele Vögel getötet wurden oder gar Singvögel betroffen waren, vermehrt Ungeziefer auftreten könnte. Vögel, die sonst für Ordnung im Bereich Insekten und ähnlichem Getier sorgten, dürften dann nicht mehr ausreichend vorhanden sein.
Säugetiere
Die auf Rügen an dem tödlichen Virus H5N1 verendeten Katzen haben für weitere Unruhe gesorgt – damit war nicht nur das erste Haustier, sondern auch das erste Säugetier in Deutschland betroffen. Sorgen um die eigenen Haustiere müssen aber vorerst nur die Menschen haben, in deren Stadt die Vogelgrippe auch nachgewiesen werden konnte. Dabei ist es dann wohl mit Skepsis zu betrachten, wenn Hund oder Katze einen toten Vogel mit nach Hause bringen oder gar einen infizierten Vogel fressen.
Besorgt schauen manche zum Himmel, an dem sich schon die ersten Zugvögel zeigten. Hoffen wir in Dortmund darauf, dass lediglich das Virus an uns „vorbeiziehen“ wird und unsere gefiederten Freunde gesund bei uns verweilen werden.
Janice M. Klasse 8c
Ruhr Nachrichten Dortmund, 13. April 2006


Invasion der geflügelten Nashörner

Dickhäuter sind überall in der City ein Blickfang
„Nächster Halt: Dortmund Hauptbahnhof. Fahrgäste, bitte alle aussteigen!“, ertönt die Durchsage im Zug. Endlich sind wir wieder daheim in Dortmund.
Nach der Präsentation an der Reinoldikirche wurden die Schwergewichte an mehrere Standorte verteilt. RN-Foto: Vahlensieck
Kaum sind wir draußen angekommen, stößt Lisa mit einem riesigen Ungetüm zusammen. Total erschrocken gehen wir ein paar Schritte zurück und betrachten dieses „Etwas“. Es ist ein geflügeltes Nashorn.
Nach dieser merkwürdigen Begegnung sehen wir auf unserem Weg durch die Stadt noch weitere dieser Nashörner. Überall in der Dortmunder City sind sie schon verbreitet. Sie sind 1,70 m x 2, 50 m groß und wiegen 450 kg. Sie sind auf Betonplatten befestigt, damit sie nicht wegtransportiert werden können.
Eines der Dickhäuter ist beschädigt. Fast regelmäßig geschieht dies. Dadurch entstehen große Kosten. Deshalb werden die Nashörner jetzt jeweils entweder von einem Wachdienst, der Polizei oder einer Videokamera überwacht.
Wir gehen weiter in die Stadt, um uns noch mehr Nashörner anzuschauen. In der Kleppingstraße steht unserer Meinung nach das schönste. Es ist nachtblau mit Sternen drauf. Die Nashörner wurden natürlich nicht alle von der Stadt bezahlt. Etwa 50 Sponsoren wurden gefunden. Um die künstlerische Gestaltung musste sich der Sponsor selbst kümmern.
Zufällig treffen wir eine gute Freundin. Wir fragen sie natürlich sofort über die Nashörner aus. Sie erzählt uns auch etwas über die Kosten. Ein Nashorn einschließlich der künstlerischen Gestaltung kostete den Sponsor 3000 Euro. Die City-Marketing Gesellschaft (CMG) hat rund 50 000 Euro beigesteuert. Die Nashörner werden wahrscheinlich nach der Fußballweltmeisterschaft für einen guten Zweck versteigert.
Nach dieser Tour durch die Stadt setzen wir uns mit unserer Freundin in ein gemütliches Café, damit sie uns noch mehr über die Nashörner erzählen kann.
Chantal Goeke, Lisa Ecke, Klasse 8a
Ruhr Nachrichten Dortmund, 11. April 2006


Das schaff’ ich nicht allein

Beratungsstellen
Viele Menschen wissen eigentlich nicht genau, was die Beratungsstelle für Jugendliche und Familien darstellt. Hier kann man Tipps bei Schwierigkeiten im Alltag bekommen. Geschulte Sozialpädagogen helfen einem beratend in Sitzungen, die im Allgemeinen für eine Stunde angesetzt sind. Man kann mehrere Stunden mit dem Sozialpädagogen vereinbaren. Die Tipps sind kein bisschen schwer oder gar unerreichbar. Nein, ganz im Gegenteil, die dienen meistens nur dazu, sich selbst etwas besser kennen zu lernen und seine persönlichen Grenzen zu finden.
Die Jugendberatungsstelle arbeitet eng im Verbund mit dem Jugendamt, wobei die Informationen streng vertraulich im Hintergrund behandelt werden. Es gibt daher keinerlei Eingriffe in die Privatsphäre vom Jugendamt.
Niemand braucht sich zu schämen, eine Beratung in Anspruch zu nehmen, denn es gibt viele Jugendliche und Familien, die sich Rat und Hilfe bei diesen Beratungsstellen einholen. Beratungsstellen dieser Art kann jeder kostenlos aufsuchen, der Hilfe benötigt. Die Rufnummer für den Dortmunder Süden lautet Tel. 42 30 18. Weitere Rufnummern für die Beratungsstellen in Ihrer Nähe gibt es dort oder bei der Telefonauskunft.
Svea Jannack, Klasse 8c
Ruhr Nachrichten Dortmund, 6. April 2006


Jugend surft

Das neue Portal „Only 4 us“
„Only 4 us“ ist eine neue Internetseite für Jugendliche, die seit November 2005 freigeschaltet ist. Schüler der Hauptschule Wickede haben im Jahr 2002 eine Homepage entworfen und entwickelt, die sofort vom Jugendamt unterstützt wurde.
Auf der Seite findet man viele verschiedene Themen, für die sich Jugendliche interessieren: Musik, Sport, aber auch Events, Politik und vieles mehr. Und im Chat kann man sich hervorragend mit anderen Benutzern austauschen. Rund 160 Nutzer haben sich bis jetzt angemeldet. Die Seite wird von Jugendlichen von 11 bis 18 Jahren besucht. Die meisten Besucher sind zwischen 12 und 15 Jahre alt. Damit alle interessierten Jugendlichen auf die Website zugreifen und sie mitgestalten können, hat der Fachbereich Kinder- und Jugendförderung in 24 Jugendfreizeitstätten Internetpoints eingerichtet. Dort gibt es insgesamt 72 Computerplätze.
Das Landesjugendamt Westfalen/Lippe beurteilte die Internetseite „Only-4-us.de“ als eine hervorragende und abwechslungsreiche Internetseite für Jugendliche und unterstützte sie im Dezember 2005 mit 15 000 Euro. » http://www.only-4-us.de/
Jiuling Meimbresse, Kristin Hesener, Dennis Pathmann, Klasse 8a Ruhr Nachrichten Dortmund, 6. April 2006


Der neue Schlankheitswahn

Germany’s next Topmodel unterstützt Schönheitsideal

Top-Model Heidi Klum präsentiert die TV-Show „Germany´s next Topmodel“. Der Artikel entstand noch während der Laufzeit der Sendung. Foto: dpa

Pailletten besetzte Schuhe, eine dicke Schicht Make-up und ein Gesicht, das verführerisch in die Kamera lächelt.
Dazu noch eine Portion Selbst-bewusstsein und die perfekten Model-Maße – so etwas bekommen wir jeden Mittwochabend um 20.15 Uhr zu sehen. Germany sucht das nächste Top-Model.
Die Nachwuchsmodels müssen verschiedene Aufgaben bewältigen, zu denen unter anderem auch die vielen anspruchsvollen Fotoshootings gehören. In der Sendung wurden die Kandidatinnen auf ihre Belastbarkeit geprüft.
Wir sind live dabei, wenn die Kandidatinnen den schweren Druck, der auf ihnen lastet, nicht mehr ertragen können oder die Moderatorin und Jurymitglied Heidi Klum und ihre Elite-Crew, deren Modefachwissen scheinbar unbegrenzt ist, an einem Zentimeter Hüftumfang zu viel herummäkeln.
So weit, so gut, eine willkommene Unterhaltung für den Mittwochabend. Viele Leute befürchten allerdings, dass sich der Sender nicht der Auswirkungen dieser Sendung bewusst ist.
Einfluss der Medien
Dass junge Frauen für ihren Traumberuf spindeldürr sein müssen, ist allgemein bekannt, und dass der Einfluss von Medien scheinbar unbegrenzt ist, auch. So nehmen sich viele junge Mädchen die Laufstegmodels als Vorbilder und hungern für die Traumfigur. Schlank gleich schön, so lautet die Devise.
Die Übergewichtigen sind die Ausgestoßenen der Gesellschaft. Man findet im Showbusiness kaum jemanden, der mehr als 50 Kilogramm auf die Waage bringt.
Die Folgen von Sendungen wie „Germany`s next topmodel“: Viele Mädchen zwischen 13 und 18 Jahren wollen abnehmen. Stellen wir uns zum Abschluss die Frage: Wie weit wird der Schönheitswahn noch gehen?
Ronja Prinz, Marie Wein, Ceren Yildiz, Klasse 8a
Ruhr Nachrichten Dortmund, 6. April 2006


Gefahr für die Gesundheit

Kriminalbeamter informierte Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums
Vor einiger Zeit besuchte ein Beamter der Kriminalpolizei die Klasse 8c im Rahmen einer Drogenprävention des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums, um über Suchtgefahren aufzuklären.

Ob Cannabis oder einfach „nur“ Tabak: Suchtmittel sind in jedem Fall schädlich. Foto: dpa
Zunächst informierte Herr Laufkötter über die rechtliche Situation im Umgang mit illegalen Suchtmitteln wie Cannabis, Ecstasy, Heroin und Kokain. Als strafbare Handlung werden Besitz bzw. Erwerb von Drogen geahndet, sowie Handel oder Abgabe, Ein- und Ausfuhr, Anbau und Herstellung. „Der eigene Konsum wird als straflose Selbstgefährdung gewertet“, so Laufkötter.
Im Jahre 2003 gab es 1480 Rauschgifttote. Dies ist im Vergleich zu den Tabakrauchern mit 110 000 Toten im Jahr gering.
Abhängigkeit
Tabak gehört zu den legalen Suchtmitteln und erzeugt bei regelmäßigem Konsum eine seelische und körperliche Abhängigkeit. Außerdem muss man hier mit Langzeitfolgen wie z.B. Herz-Kreislauferkrankungen, Lungen-, Kehlkopf- oder Nierenkrebs, Bronchitis usw. rechnen. Akute Gefahren wie Übelkeit, Schwindel und Erbrechen hat sicher schon mancher Jugendliche am eigenen Leibe erfahren. Interessant ist auch, dass immer mehr Frauen rauchen; von 17 Millionen Rauchern liegt ihr Anteil bei 7,8 Millionen.
Zu den legalen Suchtmitteln gehören noch Medikamente und Alkohol. 42 000 Tote im Jahr gehen „auf das Konto Alkohol“. Fatal sind hierbei die positiv empfundenen Wirkungen wie Schmerzhemmung, Stimmungshebung und Enthemmung. Dies lässt manche Menschen schnell mal zu einem Gläschen greifen.
Bei regelmäßigem Trinken wird eine seelische und körperliche Abhängigkeit hervorgerufen, die wiederum erhebliche Langzeitfolgen nach sich zieht, wie Hirngewebsschwund, Krebs, Leber- und Nierenversagen, Herz-Kreislauferkrankungen und andere. Die akuten Gefahren wie Depressionen, Aggressionen, Verlust der Selbstkontrolle und Bewegungskoordination sollten schon Grund genug sein, dem regelmäßigen, zügellosen Alkoholkonsum entgegenzuwirken.
Nachdenklich
Fazit dieser Schulstunde war, dass jeglicher übermäßiger Gebrauch von Suchtmitteln in die Abhängigkeit führt und somit erhebliche gesundheitliche Langzeitfolgen nach sich zieht – oft mit Todesfolgen. Herr Laufkötter hatte mit seiner Aufklärung erreicht, dass einige Schüler recht nachdenklich die Schule verließen.
Marius Deutschmann, Klasse 9c
Ruhr Nachrichten Dortmund, 31. März 2006


„Käthe“ im Schnee

Gymnasiasten tobten sich bei Ausflug aus
Am 23. Januar hatten die Stufen fünf bis neun eine willkommene Abwechslung vom tristen Schulalltag – sie waren in Winterberg. Die Schüler konnten zwischen Rodeln, Skifahren und Wandern wählen. Die Rodler und Skifahrer brachten ihre Ausrüstung selbst mit.

Auch auf Schlitten vergnügten sich die Schüler. Foto: dpa
Schon im Bus konnte man die Vorfreude auf den Tag spüren. Nach zweistündiger Fahrt kamen die zwölf Busse schließlich in Winterberg an. Die Skifahrer hatten ein Skigebiet mit 20 Liften, darunter sogar einige Sessellifte, zur Verfügung. Die Rodler und Wanderer wurden zu einem anderen Hang im Erholungsgebiet gebracht.
Die ca. 70 Skifahrer und Snowboarder mussten zunächst geduldig vor dem Sessellift warten, bis die Liftkarten ausgeteilt waren. Dann sollten sie vor den Sportlehrern ihr Können zeigen. Alle wurden als selbstständige Fahrer eingestuft und durften alleine das Gebiet auskundschaften. Sie verteilten sich auf die unterschiedlich anspruchsvollen Pisten des überraschend großen Skigebietes. Die Sonne schien, der Schnee war nur an wenigen Stellen vereist. Alle genossen den Tag und tobten sich aus.
Den Rodlern hat das Schlittenfahren auch Spaß gemacht, obwohl ihnen ein größerer Hang besser gefallen hätte. Es gab keine Verletzungen, außer einer aufgeplatzten Lippe. Um 15 Uhr traten die Ausflügler die Heimreise an. So einen Ausflug können sich die Schüler noch einmal vorstellen. Doch nächstes Jahr gibt es als Sportprogramm erst einmal einen Sponsorenlauf.
Isabella Naujoks, Klasse 8b
Ruhr Nachrichten Dortmund, 9. Februar 2006


Mit zwölf Bussen nach Winterberg

Am 23. Januar sind die Schüler der fünften bis neunten Klasse des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums nach Winterberg gefahren.
Für den Transport der Schüler wurden zwölf Busse benötigt, wegen denen der Ostwall für eine halbe Stunde gesperrt werden musste. Bei minus 9°C und Sonne konnten die Schüler wandern, rodeln und Ski fahren. Nach der Meinung der meisten Rodler hätte man sich die Liftgebühr von acht Euro auch sparen können, da man ohne Lift schneller oben gewesen sei.
Trotz einiger Verletzungen wurde der Schneewandertag von den Schülern mit „gut“ benotet.
Marius Peter Czaja, Klasse 8b
Ruhr Nachrichten Dortmund, 9. Februar 2006