Schulprogramm der Johann-Gutenberg Realschule

Schwerpunkt: Schulleben - Geschichts-AG

Ausstellung zu den Stolpersteinen

Judenhäuser in Dortmund

Zwischenstufe vor der Deportation Von 1933 bis 1945 herrschten für die Juden in ganz Deutschland unzumutbare und lebensunwürdige Bedingungen. Die Juden wurden “ghettorisiert ohne Ghetto“. Ab dem 30.04.39 wurden sie gegen ihren Willen in so genannte Judenhäuser gebracht. Ihr zurückgelassenes Hab und Gut wurde beschlagnahmt und versteigert. Die Judenhäuser gehörten Juden und waren meist die größten Häuser, die in jüdischem Besitz waren.Weder der Hauseigen- tümer noch die Juden, die gezwungen wurden, dort einzuziehen, konnten etwas dagegen tun, geschweige denn Einfluss auf das Haus oder ihre Mitbewohner nehmen. Die Menschen lebten unter widrigsten Umständen und auf engstem Raum. Es mussten sich mehrere Leute ein Zimmer teilen, oftmals waren es 6 bis 7 Menschen, die sich unterein-ander kaum oder meist gar nicht kannten. Küchen, wie wir sie heute kennen, gab es nicht, es gab lediglich Kochnischen. Das Bad war auf dem Flur und das WC auf dem Hof. Die Jüdinnen und Juden lebten zusätzlich zu diesen erbärmlichen Wohnverhältnissen und finanziell ruiniert in ständiger Angst vor den Übergriffen der Gestapo. Viele ahnten vielleicht nicht, dass sie ihre letzten Wochen und Monate vor dem Abtransport in die Konzentrations-und Vernichtungslager in diesen Judenhäusern verbrachten. In Dortmund gab es mehrere Judenhäuser, z.B. in der Hermann- und Alfred-Trappenstrasse in Dortmund-Hörde. Da die Judenhäuser nicht der letzte freiwillige Wohnsitz der Juden waren, kommen sie entsprechend der Vorgaben des Initiators der STOLPERSTEINE, des Kölner Bildhauers Gunter Demnig, für die Verlegung eines Stolpersteins nicht in Frage. Jessica Kersting,Violeta Stanimirovic und Stefanie Winkler Klasse 10d
Die STOLPERSTEIN-AG der Johann-Gutenberg-Realschule eröffnete heute, am 31.05.06, ihre Ausstellung zum Thema "Judenverfolgung in Dortmund-Hörde" im Zusammenhang mit der Suche nach einer jüdischen Familie, der ein Stolperstein gesetzt werden soll.
Die AG setzt sich aus freiwilligen Schülerinnen und Schülern der 10.Klassen zusammen und traf sich seit etwa einem halben Jahr wöchentlich, vor der Ausstellungseröffnung täglich im Anschluss an den Unterricht.
Mit Hilfe von u.a. Deportationslisten wurde zunächst nach Familien aus Do-Hörde gesucht, die Opfer der Shoah wurden und denen vor ihrem zuletzt freiwillig gewählten Wohnsitz ein Stolperstein gelegt werden soll.
Die AG entschied sich für zwei Familien und legte Herrn Knippschild vom Dortmunder Stadtarchiv diese Namen zur Begutachtung und zur Entscheidung über die "Steinwürdigkeit" vor.
Die Schülerinnen waren begeistert, als Herr Knippschild ihnen mitteilte, dass beide Familien mit großer Wahrscheinlichkeit in Frage kämen. 
Einmal im Stadtarchiv, recherchierten die Schülerinnen und Schüler weiter zu ihren jeweiligen Themenschwerpunkten und waren sehr beeindruckt, wie schwierig eine wissenschaftliche Recherche sein kann.  
Neben dem Stadtarchiv waren auch die Steinwache und das Archiv der Geschichtswerkstadt DO-Hörde wichtige Stationen auf unserem Weg zur Ausstellung. Hilfreich waren auch Herr Garth vom Hörder Geschichtsverein und Herr Richter, Autor und Zeitzeuge, die wir zu unseren AG-Stunden in die Schule einluden.
Nach umfangreicher und schweißtreibender Materialsichtung und -sicherung wurde heftig über ihre Präsentation diskutiert. Dann stand das Konzept:
Auf 4 leicht überdimensionierten, etwas schief stehenden Stühlen ist u.a. das Schicksal der zwei ausgewählten Familien dokumentiert (ihnen wurde sinnbildlich der Stuhl vor die Tür gestellt/ sie wurden ausgegrenzt und aus dem Gleichgewicht gebracht). Diese Stühle wurden von Schülerinnen und Herrn Hedtfeld - einem Kollegen unserer Schule - hergestellt.
10 Eimer gefüllt mit Sand und Steinen stabilisieren Stäbe zur Befestigung der Folie, auf der die Themenschwerpunkte präsentiert werden. Der Weg von einem Thema zum nächsten wird auf dem Boden mit Kieselsteinen markiert. 
Dies sind nur die wichtigsten Details unserer Ausstellung.
Das Engagement unserer Schülerinnen und Schüler ist außergewöhnlich, die Ausstellung ist ein wirkliches Schmuckstück und die Verlegung der zwei Stolpersteine im nächsten Jahr ist ein durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Schicksal der Juden zutieftst empfundenes Bedürfnis der Stolperstein-AG.
Rita Reszeleit
Geschichtslehrerin an der JGR und zusammen mit Frau Posthoff Leiterin der Geschichts-AG

Der Förderverein der JGR hat das Projekt STOLPERSTEINE tatkräftig unterstützt.

Um die Verlegung eines zweiten Stolpersteins finanzieren zu können, brauchen wir weitere finanzielle Unterstützung.

Jede Spende ist uns deshalb willkommen.