Schulprogramm der Johann-Gutenberg Realschule

Schwerpunkt: Schulleben - Geschichts-AG

Die Dokumentation zur Ausstellung

Frau Reszeleit und Frau Posthoff kamen in die einzelnen Klassen des 10. Jahrgangs um uns ihr Vorhaben mit der Aktion Stolpersteine vorzuschlagen. Alle reagierten begeistert

- zumindest im ersten Moment - .

Als jedoch ernsthafte Arbeit auf sie zukam, sprangen mehr als die Hälfte ab. In einem Brainstorming kamen wir auf die Idee, die Aktion mit einer Ausstellung in unserer Schule zu verbinden. Das Ziel der AG war es, den Mitschülern und Mitschülerinnen die deutsche Geschichte näher zu bringen, insbesondere die in unserer Stadt, in unserem Stadtteil Dortmund-Hörde.

Zunächst überlegten wir, wie wir an die Namen der Dortmunder Juden kämen, die im Holocaust getötet wurden und an die wir mit einem „Stolperstein“ erinnern wollten. Dabei half uns Herr Knippschild vom Stadtarchiv. Wir sahen Deportationslisten durch und suchten Juden, die in Hörde gewohnt haben. Unter anderem sahen wir die Deportationslisten nach Theresienstadt (1942) durch, doch leider mussten wir feststellen, dass niemand den Transport überlebt hatte. Obwohl wir viele Namen fanden, konnten wir nicht alle benutzen, denn viele jüdische Bürger wurden gezwungen in “Judenhäusern“ zu leben.

Was sind Judenhäuser?

Eine Gruppe recherchierte.

Wir bekamen Besuch von Herrn Richter, Autor des Buches „Verdrängt, Vergessen, Verschwiegen“, und Herrn Garth, Vorsitzender des Hörder Geschichtsvereins; sie gaben uns Tipps wo wir an welche Informationen kommen. Darauf folgte ein Besuch im Stadtarchiv, wir wälzten Kataloge und Bücher. Dabei fühlten wir uns ein bisschen verloren, waren aber auch froh, dass wir viele Informationen gefunden haben. Später besuchten wir das Geschichtsarchiv, wo Herr Müller uns massig Informationen zur Verfügung stellte.

Es wurde Zeit, dass wir uns auf Themen für die Ausstellung einigten:

  • Judenhäuser
  • Bund deutscher Mädel (BDM)
  • Hitlerjugend (HJ)
  • Ausgrenzung und Verfolgung in Dortmund-Hörde
  • Wie stand die Kirche dazu? Gab es in der Kirche in Dortmund Widerstand gegen den NS-Staat?
  • Die Zerstörung der Synagoge in Dortmund- Hörde
  • Der jüdische Friedhof in Dortmund- Hörde

Die ganze Recherche stellte sich schwieriger heraus, als wir am Anfang dachten, Information speziell für Dortmund und Dortmund- Hörde zu finden war nicht einfach.

Der erste Erfolg:

Herr Knippschild vom Stadtarchiv teilte uns mit, dass zwei der Namen, die wir aufwendig gesucht haben, für die Aktion Stolpersteine in Frage kommen.

Wir dürfen sie benutzen!!! Gleich zwei Namen!!!!

Einige Schüler von uns besuchten die Steinwache. Dieser Besuch hat sehr viele Gefühle bei den Schülerinnen ausgelöst, vielleicht gerade, weil die tragischen Ereignisse so sachlich dargestellt wurden. Die Bilder und die alten Unterlagen machten uns betroffen und nachdenklich. Waren alle Deutschen Schuld, vielleicht auch unsere Großeltern?

Danach ging es an die Bauarbeiten. Wir bauten die Stellwände auf und wir stießen auf eine Menge Schwierigkeiten. Frau Posthoff wurde langsam nervös, sie hatte Angst, dass wir es nicht rechtzeitig schaffen würden. Doch Herr Hedtfeld erklärte sich bereit uns zu helfen. Wir fingen an gemeinsam die Plakate zu gestalten und mit viel Mühe die Texte zu verfassen. Doch die Mühe war manchmal umsonst, denn den Lehrerinnen gefielen sie nicht und das hieß: „Noch einmal!“. Die Ausstellung nahm langsam Formen an. Aber immer wieder ging etwas schief, entweder kam der Vorhang wieder runter oder die Stellwände kippten um, usw.; die Lehrerinnen wurden immer hektischer, doch die Schüler blieben ganz locker. Wir versuchten Frau Posthoff zu beruhigen: „Das passt schon!“

Zu guter letzt ein Fazit: Es hat sehr viel Spaß gemacht und wir haben viel gelernt. Was sind Judenhäuser?, Wie lebte die Jugend im Nationalsozialismus?, ... . Auch wenn wir oft unsere Gefühle unter Kontrolle halten mussten, ist die Ausstellung doch sehr schön geworden.

     

Danke an alle, die uns geholfen haben diese Ausstellung auf die Beine zu stellen: Herrn Hedtfeld, dem Förderverein, Herrn Knippschild, Herrn Garth, Herrn Richter, Herrn Müller und besonders Frau Reszeleit und Frau Posthoff. Danke an die Schülerinnen und Schüler, die viel Freizeit geopfert haben, um die Ausstellung möglich zu machen.

Jessica und Stefanie - 10d