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Gedenkfeier am 6. November 2011 im Hörder Bürgersaal
Am 6. November 2011 fand im Hörder Bürgersaal eine Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht statt, an der auch die Geschichts-AG unserer Schule maßgeblich beteiligt war.
Wir trafen uns um 15 Uhr im Bürgersaal zur Generalprobe. Diese klappte gut, so dass wir zuversichtlich waren, dass es auch bei der Gedenkveranstaltung gut gehen würde.
Kurz vor Beginn der Veranstaltung war der Saal gut gefüllt. Es waren viele Bürger und Bürgerinnen aus Hörde anwesend. Wir waren ganz schön aufgeregt, da viele Monate harter Arbeit in dem Projekt steckten und es unbedingt gelingen sollte.
Zuerst begrüßte der Bezirksbürgermeister von Hörde die Anwesenden. Danach folgte Klarinettenmusik von Mark Rovner. Herr Richter und Herr Hofmann hielten einen Vortrag über jüdische Familien in Hörde, die von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet wurden. „Stolpersteine“ in Hörde weisen darauf hin.
Jetzt durften auch wir unseren Beitrag leisten. Den Anfang machten Sarah und Lea aus der 10c mit einem Tagesablauf eines jüdischen Mädchens, der mit unserem heutigen Tagesablauf verglichen wurde. Man konnte erkennen, dass Juden unerträglich viele Einschränkungen im täglichen Leben hatten.
Tim, Lenard, Dominik und Andre schlugen einen Bogen zur Gegenwart. Wir haben Personen aus Hörde und Umgebung gefragt, die täglich mit Menschen aus verschieden Nationen zusammen arbeiten. Diese Personen wurden befragt, wo und wann sie heute Ausgrenzungen erleben und wie man diese verhindern kann. Ihre Antworten haben wir vorgetragen.
Zum Schluss lasen die Schülerinnen und Schüler vor, was sie tun, um Ausgrenzung und Diskriminierung heute zu verhindern. Jeder hatte sich etwas anderes vorgenommen, ich habe mir zum Beispiel fest vorgenommen, mich mehr über andere Kulturen zu informieren und mich selbst mehr in die Gemeinschaft einzubringen.
Zum Schluss gingen die Teilnehmer der Veranstaltung zum Platz der ehemaligen Synagoge, um dort einen Kranz niederzulegen und ein Friedensgebet zu sprechen.
Trotz des ernsten Themas und der vielen Arbeit hat es mir Spaß gemacht, die Veranstaltung mitzugestalten. Wir sind alle zusammen ein gutes Team, ich mag das Fach Geschichte und mit dieser Veranstaltung habe ich das Gefühl etwas verändern zu können.
Lucas T (16 Jahre) |
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Durchblicke, Einblicke
Wir haben uns für die Arbeitsgruppe entschieden, die das Thema für die Ausstellung künstlerisch umsetzt.
Wir wollten darstellen, dass der Nationalsozialismus und die Folgen aus vielen kleinen und großen Einzelhandlungen und Einzelentscheidungen entstanden sind. Aus vielen kleinen Teilen ist ein Ganzes geworden. Manche Menschen verstecken sich dahinter. Nur wenige hatten den Mut aus der „Maschine“ Nationalsozialismus auszusteigen.
In der Kunst kann man manchmal etwas abstrakt ausdrücken, was sonst schwierig wäre darzustellen und genau das haben wir versucht:
Zuerst haben wir Ideen gesammelt. Wir haben überlegt, was es gibt, das aus vielen Teilen entsteht. Uns fielen ein: Zaun und Mauer, Scherben (nach und nach entstehen Risse – irgendwann zerspringt die Scheibe), Maschinen. Die letzten beiden Einfälle haben wir uns weiter vorgenommen.
Zu Scherben kamen uns viele Gedanken: Splitter, Risse, Klirren, Zerbrechen, Knirschen, Zerbersten …
Zu der Idee mit der Maschine: Zahnräder, Rohre, Laut, Dämpfe, Kabel, Schrauben, Zischen …
Die Idee, die hinter unserem Kunstprojekt steckt, liegt darin, die einzelnen Scherben und Teile der Maschinen so darzustellen, dass sie ein Ganzes ergeben, man aber immer noch das Einzelne erkennen kann.
Wir haben uns zu den beiden Themen aufgeteilt. Es ergaben sich jedoch 3 Gruppen:
Die Idee mit den Scherben war sofort klar, jedoch bei der Maschine hatten sich in der Diskussion zwei unterschiedliche Vorstellungen entwickelt…
Die eine Gruppe wollte aus den Maschinenteilen ein schwarzes Chaos werden lassen, um zu zeigen, dass am Ende die Schuld einzelner Menschen kaum noch zu erkennen war.
Ein einzelner Schüler hatte die Idee entwickelt, dass die einzelnen Maschinenteile ganz exakt zusammenpassen sollten, da er den Nationalsozialismus wie eine fabrikmäßige Auslöschung von Menschen sieht.
Wir erstellten Zeichnungen und ließen uns dabei von Zeichnungen und Fotos von alten Maschinen bzw. Fotos von zerbrochenen Scheiben anregen. Danach setzten wir unsere Vorstellungen auf dem Papier um. Infolgedessen übertrugen wir unsere Skizzen auf Klarsichtfolien. Durch die Folien erhofften wir uns einen 3D Effekt zu bekommen, indem wir einzelne Teile des Ganzen auf jeweils eine Folie zeichneten.
Leider konnten wir feststellen, dass nach ca. 5 Folien kaum ein Durchschauen möglich ist und so mussten wir unseren Plan etwas ändern. Das war gar nicht so einfach. Die Folien konnten wir ganz vergessen, aber wir wollten ja den Einblick und den 3DEffekt von vorne erzielen. Nach einigen Überlegungen sind wir auf die Idee mit den Glasscheiben und Rahmen gekommen. Die Zeichnungen wurden also nun auf das Glas übertragen und die Rahmen teilweise noch schwarz gestrichen. Nun mussten wir uns noch eine Möglichkeit für eine sichere Anordnung überlegen. Die Folien hatten wir eigentlich aufhängen wollen. Ein hingelegter CD-Ständer würde zu viel vom Blick durch die Scheiben nehmen. Also haben wir uns für Sand entschieden. So können sie nicht umfallen und sind schnell auszurichten.
Auch für die Einladung bzw. das Programm und das Plakat haben wir die Idee mit den Scherben wieder aufgegriffen. Wir haben eine alte Glasscheibe zerschlagen und entsprechend unseren Vorstellungen angeordnet und fotografiert. Die bearbeitete Fotografie bildet den Hintergrund. Die Überschrift wollten wir in einer besonderen Schriftart einfügen und sind auf der Internetseite dafont.com fündig geworden. Die Schrift broken74 gefiel uns besonders gut, weil die Schrift durch einen Stacheldraht durchbrochen ist. Allerdings stand dort „only personal use“. Also haben wir mit Unterstützung von Herrn Christian Ribic eine E-Mail-Anfrage an Joshua M. Smith gestartet und wir bekamen eine positive Rückmeldung. Somit hat sogar ein amerikanischer Designer unser Projekt unterstützt.
„Durchblicke, Einblicke“ haben wir unser Projekt genannt, weil man bei den Objekten von vorne durchschauen kann und nur das Ganze sieht – von der Seite hingehen kann man in die Schichten einblicken und sieht doch das Einzelne.
Kunstgruppe der Geschichts-AG
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| Einladung zur Gedenkfeier am 06.11.2011 Teil I |
| Einladung zur Gedenkfeier am 06.11.2011 Teil II |
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Botschafter der Erinnerung
Schülerinnen und Schüler der Geschichts-AG werden vom Oberbürgermeister Ullrich Sierau und dem Vorsitzenden des Jugendringes Dirk Loose als „Botschafter der Erinnerung“ ausgezeichnet.
Vom 24. bis zum 28. Januar 2011 fuhren Schülerinnen und Schüler der Geschichts-AG und andere Jugendliche aus Dortmund nach Auschwitz.
Was sie dort gesehen und erlebt haben werden sie nie vergessen.
„Es ist total schlimm zu wissen, dass man über ein riesiges Grab geht. Die Ausstellung in einem Block beschäftigte sich besonders mit Kindern. Man sah Bilder von völlig abgemagerten Kindern, ihre alte Kleidung, die ihnen abgenommen wurde und Schuhe. In den Augen der Kinder sah man nur Tränen, Angst und Verzweifelung. Die Kinder sahen gar nicht mehr aus wie Kinder, sie wirkten viel älter“, erinnern sich Lena und Janine.
Dominik fasst zusammen: „Auschwitz hat mir gezeigt, in welchen Dimensionen die Nazis damals gedacht und gehandelt haben und weshalb man heute so etwas verhindern muss. In Gedenken an alle die gestorbenen Menschen.“
Am 28. Februar 2011 wurden Schülerinnen und Schüler der Geschichts-AG in der Jüdischen Kultusgemeinde als Botschafter der Erinnerung ausgezeichnet.
Barbara Posthoff
Leiterin der Geschichts-AG |
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aktuelle Presse Botschafter der Erinnerung RN
aktuelle Presse Botschafter der Erinnerung WR |
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| Grafiknachweis |
| Projektentwicklung |
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Schülerinnen und Schüler der Geschichts-AG werden ausgezeichnet
Am 7. Juli 2011 erhielten die Schülerinnen und Schüler der Geschichts-AG von der Aktiven Bürgerschaft als Anerkennung für ihr Engagement sozialgenial-Zertifikate.
Früh morgens fuhren wir gemeinsam mit dem Zug nach Düsseldorf. Dort fand die Fachtagung Service Learning 2011 statt. Wir waren schon um 10.00 Uhr vor Ort, weil wir noch unsere Stände aufbauen mussten. Um 11.00 Uhr begann die Fachtagung. Während einige Schüler und Schülerinnen an unserem Informationstisch saßen und allen interessierten Besuchern unsere Projekte erklärten, haben sich die anderen bei den Ständen der anderen Schulen umgesehen.
Es war sehr interessant zu erfahren, in welchen Bereichen sich die Schulen engagiert haben.
Eine Förderschule aus Arnsberg hat sich zum Beispiel für kranke Kinder in Bolivien eingesetzt. Sie haben ein Lied geschrieben und wollen es aufnehmen und verkaufen, um Geld für die kranken Kinder in Bolivien zu sammeln.
Eine Hauptschule aus Herne will etwas gegen die Gewalt an ihrer Schule unternehmen. Sie zeigten eine Fotoausstellung mit nachgestellten Gewaltszenen um zu erklären, wie es zur Gewalt kommen kann. So wollen sie informieren und verhindern, dass Gewalt überhaupt entsteht.
Um 13.00 Uhr nach einem leckeren Mittagessen bekamen wir dann unsere Zertifikate von dem Schauspieler Roland Jankowsky überreicht. Max, der schon seit drei Jahren in der Geschichts-AG mitarbeitet, hat allen Anwesenden unser Projekt vorgestellt:
Wir recherchieren jährlich über ein jüdisches Kind, das in unserer Umgebung gewohnt hat und von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet wurde. Wir waren bereits zweimal in Auschwitz, haben das Lager gesehen und mit Zeitzeugen gesprochen. Unsere Erlebnisse und Gefühle haben wir in Tagebüchern festgehalten und in künstlerischen Collagen dargestellt.
Janine wurde von der Moderatorin gefragt, was ihre Mitschüler und Mitschülerinnen dazu gesagt haben, dass sie freiwillig mit nach Auschwitz gefahren ist. Janine hat geantwortet, dass viele sie nicht verstanden hätten, warum sie sich das antut, aber für sie sei es wichtig um zu verhindern, dass noch einmal Menschen ausgegrenzt und verfolgt werden.
Nach der Auszeichnung wurden viele Fotos gemacht mit allen Beteiligten.
Am Nachmittag mussten wir den Stand und den Informationstisch wieder abbauen und sind sehr müde nach Hause gefahren.
Wortlaut der Presseinformation der Aktiver Bürgerschaft
45 junge Menschen aus Baesweiler und Dortmund wurden für ihr Engagement ausgezeichnet – stellvertretend für alle Schülerinnen und Schüler, die sich im Schuljahr 2010/2011 mit sozialgenial-Schulprojekten in Nordrhein-Westfalen engagiert haben. Schauspieler Roland Jankowsky, bekannt als Kommissar Overbeck aus der ZDF-Krimireihe „Wilsberg“, überreichte gemeinsam mit Dr. Christian Brauckmann, Mitglied des Vorstands der WGZ BANK, den Schülerinnen und Schülern ihre sozialgenial-Zertifikate. „Ich gratuliere den Schülern aus Baesweiler und Dortmund und freue mich, dass bereits so viele Schulen bei sozialgenial mitmachen“, sagte Jankowsky. Für Brauckmann zeigten die Beispiele der Schulprojekte, wie junge Menschen die Gesellschaft mitgestalten können. Zugleich würden Kompetenzen wie Teamfähigkeiten und Durchsetzungsvermögen gefördert. „Mit unserer Service Learning-Initiative wollen wir einen Beitrag zur Bildungsförderung leisten. Sie verweist auf die Wurzeln unserer genossenschaftlichen Organisation, indem Schüler eigenverantwortlich Hilfe zur Selbsthilfe praktizieren“, so Brauckmann.
Die Jugendlichen der Johann-Gutenberg-Realschule in Dortmund engagierten sich als „Botschafter der Erinnerung“. Sie begaben sich auf Spurensuche nach Kindern in ihrer Nachbarschaft, die durch die Nationalsozialisten deportiert und ermordet worden waren. Ihre Ergebnisse, Erfahrungen und Gefühle hielten die 14- bis 17-Jähringen in künstlerischen Collagen fest und mahnten so bei Ausstellungen gegen das Vergessen.
Link zum Schulprojekt:
http://www.aktive-buergerschaft.de/schulen/sozialgenial-schulprojekte/schulprojekte_im_portraet/johann-gutenberg-realschule_dortmund
Nikolai (16 Jahre) |
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| Einladung zu einer Präsentation |
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| Die Gedenkveranstaltung 2010 |
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Ihre Erlebnisse in Auschwitz haben die Schülerinnen und Schüler in zwei großen Collagen dargestellt. Die künstlerische Arbeit gab ihnen Gelegenheit ihre Eindrücke zu verarbeiten und die Jugendlichen sind miteinander ins Gespräch gekommen. So haben auch die Schülerinnen und Schüler, die nicht mitfahren konnten, an den Collagen gearbeitet.
Nach der Gedenkfeier hatten die Besucher Gelegenheit sich die Ausstellung anzuschauen. |
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Ohne Worte in Gedanken
Augen ohne Stimme starren mich an,
ich kannte eine große Zahl
doch ihre Geschichte wurde mir
jetzt erst klar
Gesehen Haare, Schuhe und Kamm
entsetzt von den Bildern
die ich mitnahm
Schweigend ging ich durch die Gänge
geplagt von Wut und Trauer,
allein gelassen in Verzweiflung
und Hilflosigkeit
Als Kinder der Vergangenheit gehen wir
hinein und wieder raus
das konntet ihr nicht
Das Grausamkeit nicht siegt
das Unmenschlichkeit vergeht
Die Namen zu wahren, das Vergessen
zu meiden
In Gedanken an die Opfer
des Holocaust
Angelina Henschel, 14 Jahre (JGR) |
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Aufgeregt warten die Schülerinnen und Schüler auf ihren Einsatz. |
Die Schülerinnen und Schüler berichten von ihrer Fahrt nach Auschwitz in einer sehr persönlichen Art. Sie lesen aus ihren Tagebüchern vor, die sie während der Fahrt geführt haben, und tragen Gedichte vor. |
Besonders freuen sich die Jugendlichen, dass der Zeitzeuge Josef Aron ihrer Einladung gefolgt ist und bei der Gedenkfeier anwesend war. |
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Teil der Ausstellung sind auch die Tagebücher, die die Jugendlichen während der Fahrt und auch noch in den Wochen danach geführt haben. |
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Gedenkveranstaltung in Hörde : „Dass Grausamkeit nicht siegt. . .“
Ruhr Nachrichten, Nr.259 vom 5.11.2010
Süd, 05.11.2010, Katrin Kroemer

„Dass Grausamkeit nicht siegt..." eine Ausstellung im Bürgersaal Hörde ab dem 7. November. Sie wurde ghestaltet von Schülern und Schülerinnen der Johann-Gutenberg-Realschule (v.l.): Lena Leppersjohann (10. Klasse), Lara Simmeregger (10. Klasse)und Max Goeritz (9. Klasse). Foto: Klaus Pollkläsener
Hörde. Gegen das Vergessen wollen sie arbeiten, denn vergessen können sie selber nicht mehr , was sie gesehen haben. In Auschwitz und Birkenau oder in Theresienstadt. Als „Botschafter der Erinnerung“ laden junge Menschen der Johann-Gutenberg-Realschule Sonntag (7.) ab 17 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung anlässlich der Pogromnacht in den Hörder Bürgersaal ein.
Mit dem „Zug der Erinnerung“ waren sie im April selber an den Orten der Grausamkeit, in den Konzentrations- und Vernichtungslagern des Nazi-Terror-Regimes. Und was die Mädchen und Jungen dort gesehen haben – Berge von Schuhen, Prothesen, Viehwagen für Juden-Transporte, Bilder der Opfer, Einblicke in die Unmenschlichkeit, lässt sie dafür werben „Dass Grausamkeit nicht siegt. . .“
Das ist auch der Titel der Gedenkveranstaltung im Bürgersaal. Dazu wird ein besonderer Gast erwartet: Josef Aron, Überlebender des Holocaust. Ihn haben Lea, Nikolai, Max, Lena, Lara, Joan, Angelina und Moritz mit ihrer Lehrerin Babara Posthoff in Auschwitz getroffen, ihn haben sie eingeladen nach Hörde.
Und Josef Aron kommt, bleibt eine Woche, begleitet von den Johann-Gutenberg-Schülern. Er ist Sonntag dabei, wenn der Erinnerungszug in Hörde hält. Die Kinder, sie lesen aus Tagebüchern, die sie über die Reise verfasst haben und tragen ein Gedicht vor – getextet von Joan und Angelina unter dem direkten Eindruck der Grausamkeiten.
Und sie zeigen ihre Ausstellung, Bilder, Collagen, Texte, die von Sonntag an drei Wochen nach Absprache im Bürgersaal zu sehen sind.
Neben den jungen Leuten sind es die Menschen mit Erfahrungen, eigenen Erinnerungen, die aus ihrer Verantwortung gegen das Vergessen kämpfen. Dr. Fritz Hofmann, Diethart Döring oder Horst Richter haben die Vorbereitungen für den Sonntag begleitet, tragen mit ihren Berichten auch über Juden einst und heute dazu bei. Denn in Hörde funktionierte Integration bis 1933, weiß Dr. Hofmann, allein 30 jüdische Geschäfte an der Hermann- und der Alfred-Trappen-Straße zeugten davon. Heute kommen sie wieder, Menschen jüdischen Glaubens, Zum Bespiel aus Russland, und sie leben am Clarenberg.
Auch sie sind Sonntag dabei und gehen mit vom Bürgersaal zum Mahnmal, wo einst die jüdische Synagoge stand. Hier legt die Bezirksvertretung einen Kranz nieder. |
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Besuch eines Zeitzeugen
Der Zeitzeuge Josef Aron aus Jerusalem besucht die Johann-Gutenberg-Realschule und erzählt über seine Erlebnisse im Konzentrationslager Bergen-Belsen. |
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| Pressebericht 1 - Pressebericht 2 |
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Diese Fotografien sind Josefs einzige Erinnerung an seine Mutter. Sie sind sein „größter Schatz“. Josef Aron wurde im Alter von vier Jahren von seiner Mutter getrennt und hat bewusste keine Erinnerungen mehr an seine Mutter. |
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Die Schülerinnen und Schüler aus der Geschichts-AG zeigen dem Zeitzeugen Josef Aron Dortmund |
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Josef Aron in Dortmund - Josef möchte seiner Schwester einen Pullover schenken. Die Jugendlichen – fit in modischen Fragen – beraten ihn gerne. |
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Einladung zur Gedenkveranstaltung am 07.11.2010 (Außenseite) (Innenseite)
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Namen des Vorbereitungsgremiums zur Pogromnachtgedenkfeier in Hörde teile ich Ihnen mit, dass die Ausstellung der Schülerinnen und Schüler der Johann-Gutenberg-Realschule im Bürgersaal der Verwaltungsstelle Hörde am Mittwoch, den 10.11.2010 und Donnerstag, den 11.11.2010 von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet sein wird.
Auch nächste Woche wird die Ausstellung für die Öffentlichkeit zugänglich sein: am Mittwoch, den 17.11.2010 und Donnerstag, den 18.11.2010 jeweils von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Ulrich Spangenberg
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Unsere Fahrt nach Auschwitz
Vom 12. bis zum 18. April dieses Jahres sind wir (acht Schüler und Schülerinnen der Geschichts-AG) mit dem Verein „Zug der Erinnerung“ nach Auschwitz gefahren. Ausgangspunkt war Berlin, wo wir noch circa 120 andere Jugendliche aus ganz Deutschland trafen. Alle hatten bereits Spuren von deportierten und ermordeten Kindern während des Nationalsozialismus gesucht.
Berlin
Wir haben in Berlin Kreuzberg in einer Jugendherberge gewohnt. Nachdem am Montagnachmittag alle eingetroffen waren, wurden wir in fünf Gruppen aufgeteilt und hatten erste Gelegenheit, uns untereinander kennen zu lernen.
Wir wurden der Ludwigshafener- und Münchener Gruppe zugeteilt. Zu den Ludwigshafenern haben wir heute noch Kontakt.
Nachmittags ist unsere Gruppe mit Frau Posthoff losgegangen. Wir haben das Brandenburger Tor, die Straße „Unter den Linden“, den Checkpoint Charlie und das gut bewachte Jüdische Museum besichtigt. Damit wir noch mehr sehen konnten, haben wir auf das Abendessen in der Jugendherberge verzichtet und sind zum Reichstag gegangen. Um 18 Uhr kamen wir dort an. Wir mussten lange warten und wurden streng kontrolliert, bis wir mit unserem Audioguide durch die Spirale bis in die Spitze der gläsernen Kuppel hinein wandern konnten. Der Ausblick von dort war so spannend, dass wir uns kaum davon trennen konnten.
Mittlerweile war es dunkel, doch wir haben noch einen Abstecher zum Holocaust-Denkmal gemacht. Das bestand auf den ersten Blick nur aus schwarzen Steinen, entwickelte aber nach und nach eine Faszination. Wir hatten das Gefühl durch dunkle Straßen zu laufen und meinten, hinter jeder Ecke lauere etwas Unheimliches. Wir bekamen Angst, weil wir nichts mehr sahen und nur hohe schwarze Blöcke um uns standen. Außerdem haben sich die Jungen einen Spaß daraus gemacht, uns zu erschrecken. Das war noch gruseliger!
Als wir aus dem Denkmal herauskamen, haben wir uns etwas zu essen und Stühle gegönnt, was sehr entspannend war. Nach der kleinen Stärkung schlug Frau Posthoffs Sohn vor, dass wir zurück zur Jugendherberge laufen könnten. So würden wir Berlin noch einmal bei Nacht sehen.
Am nächsten Tag war unsere Gruppe im Schöneberger Rathaus und hat sich die Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ angeschaut. In der Ausstellung sind Lebensgeschichten von Juden nachzulesen - Lebensgeschichten, die ihre Nachbarn über sie schrieben, nachdem sie plötzlich verschwunden waren. Insgesamt berichten 126 Zeitzeugen. Eine schreckliche Geschichte haben wir in Erinnerung, die eine Frau in einem Film schildert, der dort auch zu sehen war: Sie habe aus dem Fenster heraus beobachtet, wie SS-Soldaten ein schreiendes Baby gegen einen Transporter schlugen, weil die Mutter nicht einsteigen wollte.
Außerdem waren in der Ausstellung 6.000 Karteikarten ausgestellt, auf denen Namen von Juden mit deren Geburts- und Sterbedaten standen, sowie Todesort (KZ) und die Straße, in der sie einmal gewohnt haben. Die Anzahl der Karten, die die deportierten Menschen unvergessen machen sollen, war erschlagend.
Im Anschluss haben wir uns auf weitere Spurensuche ins bayrische Viertel begeben. Dort haben früher viele Juden gelebt. |
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| Der Reichstag „Der Ausblick von dort war so spannend, dass wir uns kaum davon trennen konnten.“ |
Das Holocaust-Denkmal „Wir hatten das Gefühl durch dunkle Straßen zu laufen…“ |
„Kaum war man durch das Tor mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ gegangen, war man nur noch von Stacheldrahtzäunen mit ca. 10 000 Volt umgeben." |
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Fahrt nach Oświęcim
Mittwoch ging es dann nach Oświęcim. Dieser Name heißt übersetzt auf Deutsch „Auschwitz“. Doch die Einwohner dort mögen es nicht, wenn man sagt: „Wir fahren nach Auschwitz“, weil damit sofort die Konzentrationslager in Verbindung gebracht werden. Deshalb sollte man immer Oświęcim sagen und nicht den deutschen Namen „Auschwitz“ verwenden.
Während der ungefähr 10stündigen Zugfahrt haben wir fleißig Polnisch gelernt, in kleineren Gruppen, versteht sich. Einige Reisende in den 1. Klasse-Abteilen sind freundlicherweise für uns enger zusammengerückt und haben uns Platz gemacht. Es war gerade zu der Zeit als der polnische Präsident mit dem Flugzeug abgestürzt war und viele Polen trauerten. Trotz dieser Situation und des ernsten Hintergrunds der Fahrt haben wir hier viel Spaß gehabt: Es war laut und sehr kommunikativ, überall hörte man Musik, einige spielten, insgesamt wurde viel gelacht, die Stimmung war allgemein sehr freundlich, alle waren interessiert aneinander. Wo kommst du her ? Was habt ihr schon in Geschichte gemacht ? Worüber habt ihr recherchiert ? Das waren die Fragen, die wir am häufigsten stellten und beantworteten.
Unsere Unterkunft in Oświęcim war im Gegensatz zu der Jugendherberge in Kreuzberg fast wie ein Hotel. Nach der ersten Nacht hier war jeder gut ausgeschlafen, denn am Donnerstagmorgen fand eine 4-stündige Führung im KZ statt. |
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| Umgeben von Stacheldraht! |
Die Todeswand
„…, wo Gefangene einfach vor eine Wand gestellt und erschossen wurden. Um ihnen die letzte Würde zu nehmen, mussten sie sich vorher nackt ausziehen.“ |
Das Stammlager „Eine vierstündige Führung“ |
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Die Ausstellungsräume
„Wir dachten im ersten Moment, das sei alles nachgemacht, aber es war echt, und das war das Schlimmste. Das war viel schlimmer als erwartet.“ |
„Birkenau hat ein Gelände von einer Größe 3x3 km, es erscheint unendlich weit. Die Gleise führen immer noch bis zum Denkmal in das KZ hinein.“ |
Die „Judenrampe“
„Es wurden Kinder, Frauen und Männer getrennt – in arbeitsfähige oder nicht arbeitsfähige Menschen.“ |
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Auschwitz I
"Auschwitz I", das in alten polnischen Kasernen untergebracht war, wurde zum "Stammlager". Zu Beginn wurde es für polnische Häftlinge benutzt, später auch für polnische Widerstandskämpfer und sowjetische Kriegsgefangene.
Kaum war man durch das Tor mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ gegangen, war man nur noch von Stacheldrahtzäunen mit ca. 10 000 Volt umgeben.
Hauptsächlich wurde es als Arbeitslager benutzt. Das Auschwitzorchester musste die Menschen zu und von der Arbeit mit Marschmusik begleiten.
Von der Lagerleitung wurden in jedem Block „Berufsverbrecher“ ausgewählt, das waren Kriminelle, die man direkt aus den Gefängnissen holte und auf die einzelnen Blocks verteilte. Sie führten die Befehle des Lagerkommandanten besonders brutal aus.
Den Block mit der Nummer 11 nennt man den „Todesblock“, weil dort die ersten Vergasungsversuche durchgeführt wurden. Außerhalb des Todesblocks gab es die so genannte Todeswand, wo Gefangene einfach vor eine Wand gestellt und erschossen wurden. Um ihnen die letzte Würde zu nehmen, mussten sie sich vorher nackt ausziehen.
Die Krankenabteilung befand sich direkt gegenüber vom Todesblock. Dort wurden grausame medizinische Versuche durchgeführt u.a. durch Mengele.
Die in den Baracken hergerichteten Ausstellungsräume waren bis an die Decke mit Frauenhaaren, Kinderschuhen, Koffer und Prothesen, die die Menschen getragen hatten, gefüllt. Wir dachten im ersten Moment, das sei alles nachgemacht, aber es war echt, und das war das Schlimmste. Das war viel schlimmer als erwartet.
Wir dachten, wir gehen nur durch Baracken und haben mit so etwas überhaupt nicht gerechnet. Frau Posthoff hat uns dann gefragt, ob wir eine Pause brauchen und einige von uns brauchten sie tatsächlich. Wir konnten nicht verstehen, wie Menschen andere Menschen so behandeln können.
Unsere Gruppe wurde von Josef Aron, einem Zeitzeugen im Alter von 78 Jahren, begleitet. Herr Aron, der längst in Israel lebt, wollte hier Abschied von Mutter und Schwester nehmen, die in der Gaskammer ermordet wurden. Man spürte unendliche Trauer und Mitleid für die Ermordeten, Respekt vor denen, die überlebt haben. Wut und Hass gegenüber Hitler und seine vielen Helfer, Verachtung, Schrecken. Uns fehlten die Worte. Auf dem Weg zur Jugendherberge hat kaum jemand
gesprochen, auch zum Mittagessen nicht.
Am Nachmittag haben wir alle gemeinsam eine Stadtrundfahrt durch Oświęcim gemacht. Es ist ein niedliches Städtchen mit alten Häusern. Es war gut, etwas so Normales und Schönes zu sehen, das hat uns wieder zum Sprechen gebracht und die Stimmung gelockert. Dort waren wir noch mit einer kleineren Gruppe im Jüdischen Museum.
Am Abend haben wir mit unserer Gruppe ein Gruppengespräch über das Erlebte geführt. Es kam erst nach ein- bis zwei Stunden richtig in Gang, dann wurde es sehr gefühlvoll. Es war wohltuend, über das Erlebte zu sprechen.
Auschwitz II (Birkenau)
Freitag lag eine weitere 4-stündige Führung im Vernichtungslager Birkenau an. Es wurde 1941 in Schnellbauweise errichtet, mit dem Zweck, Juden, Zigeuner, Zeugen Jehovas und Homosexuelle zu vernichten. Insgesamt wurden hier 1,5 Millionen Menschen ermordet. Es wurden 5000 polnische Kinder aus Zamosc getötet.
Auf der Judenrampe fand nach jeder Ankunft eines Zuges die so genannte Selektion statt. Es wurden Kinder, Frauen und Männer getrennt – in arbeitsfähige oder nicht arbeitsfähige Menschen. Die meisten mussten sofort in die Gaskammer. Die anderen bekamen zur Erkennung eine Nummer auf den Arm. Sie hatten damit keine Identität mehr. Die Nummer besagte, als wievielte sie im Lager angekommen waren. Es war wie ein Brandmal bei Tieren. Es musste höllisch weh getan haben.
Birkenau hat ein Gelände von einer Größe 3x3 km, es erscheint unendlich weit. Die Gleise führen immer noch bis zum Denkmal in das KZ hinein. Heute ist der meiste Teil von der Natur zurückerobert worden, die Holzbaracken verwittert, geblieben sind die steinernen Kamine. Die Gaskammern und Krematorien sind von der SS gesprengt worden, bevor die Russen kamen.
Teilweise erscheint das Gelände wie ein Park, geradezu friedlich, wenn nicht überall der schier endlose Stacheldraht wäre und das Bewusstsein, dass wir über ein riesiges Grab gehen.
Am Nachmittag hatte unsere Gruppe ein Zeitzeugengespräch mit Jozef Paczynski, einem ehemaligen Häftling in Auschwitz.
Jozef Paczynski ist heute 90 Jahre alt. Stehend begrüßte er uns auf dem Podium, bevor er sich setzte und uns aus seinem Leben erzählte. Er sprach polnisch und Patrizia, die uns die ganze Zeit begleitet hat, übersetzte.
Er war polnischer Soldat und wurde im März 1940 von den Deutschen gefangen genommen und kam mit dem ersten Transport im Juni 1940 nach Auschwitz, in das Stammlager. Er hatte die Lagernummer 121. Bei seinem ersten Appell brüllte der Lagerkommandant Rudolf Höss: „Ihr könnt hier höchstens drei Monate überleben!“
Herr Paczynski hatte Glück, er wurde im SS-Revier beschäftigt, zunächst im Büro, später musste er dem Friseur helfen. Er schaute zu und lernte schnell. „Ich war ruhig und leise und habe aufgepasst.“ Der Kommandant Höss hat sich von Jozef Paczynski die Haare schneiden lassen. Er verlangte immer nach dem „kleinen Polen“.
Das Lagerleben war hart, zwei Appelle täglich, bei denen sie manchmal stundenlang stehen mussten, bei nur geringen Regelverstößen gab es Prügel. Toiletten und sanitäre Anlagen waren dreckig und durften überhaupt nur zweimal am Tag benutzt werden. Die Folgen waren Seuchen und Krankheiten. Auch Herr Paczynski wurde krank und bekam Typhus: „ Der Tod hat einen immer begleitet, auf jeden Schritt.“
Überlebt hat Herr Paczynski nur mit viel Glück.
Am meisten hat uns erschüttert, was Herr Paczynski über den Lagerkommandanten Höss gesagt hat. Als Friseur kam er auch in das Haus des Kommandanten und da habe er beobachten können, wie liebevoll er mit seiner Familie umgegangen sei. „Wenn man nicht wusste, was er getan hat, man hätte es nicht vermutet.“ |
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„Uns fehlten die Worte. Auf dem Weg zur Jugendherberge hat kaum jemand gesprochen, auch zum Mittagessen nicht.“ |
„Am Nachmittag hatte unsere Gruppe ein Zeitzeugengespräch mit Jozef Paczynski, einem ehemaligen Häftling in Auschwitz.“ |
„Wir konnten nicht verstehen, wie Menschen andere Menschen so behandeln können.“ |
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Die Gedenkfeier
„…am Ende haben sehr viele geweint.“ |
Die Gedenkrollen
„Wir sollten eigene Gedenkrollen mit unseren Eindrücken und Gefühlen an einen Ort legen, der bei uns persönlich den stärksten Eindruck hinterlassen hatte, an Zäune, Schienen,…“ |
„Heute ist der meiste Teil von der Natur zurückerobert worden, die Holzbaracken verwittert, geblieben sind die steinernen Kamine.“ |
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Gedenkfeier
Zum Abschluss unserer Fahrt haben wir für den Samstagmorgen an der Judenrampe eine eigene Gedenkfeier vorbereitet. Wir sollten eigene Gedenkrollen, ein Din A3-Blatt mit Band verschnürt, mit unseren Eindrücken und Gefühlen an einen Ort legen, der bei uns persönlich den stärksten Eindruck hinterlassen hatte, an Zäune, Schienen, am Denkmal, am Krematorium, an den Baracken, an der Judenrampe...
Es war sehr feierlich. Aus jeder Gruppe haben Jugendliche etwas dazu gestaltet: Lieder gesungen, selbstverfasste Briefe an die ermordeten Kinder vorgelesen, musiziert, zwei Jungen jüdischen Glaubens haben ein hebräisches Lied mit uns gesungen. Unsere Gruppe hat Gedichte vorgelesen, ein Gedicht haben zwei Schülerinnen von uns selbst gemacht.
Wir sollten nicht klatschen, nicht fotografieren, es war alles sehr leise. Da wir den Ablauf kannten, musste nicht gesprochen werden, am Ende haben sehr viele geweint. Als Josef sprach, haben wirklich alle geweint.
Er sagte, wir seien seine Kinder und Enkelkinder, er würde uns lieben. Er hat uns gedankt, für unser Engagement und Mitgefühl und dafür, dass wir nicht vergessen werden, dass wir die Erinnerungen weitergeben werden, dass sein Schicksal nicht vergessen wird und dass so etwas nie wieder passieren wird. Schalom.
Lena Leppersjohann (16 Jahre), Lara Schimmeregger (15 Jahre) |
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| Berichterstattung der Ruhr Nachrichten vom 9.11.2009 |
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| Einladung (gestaltet durch Schülerinnen des Kunstkurses 10mk unter der Leitung von Claudia Werner) - große Auflösung |
| kleine Auflösung |
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Poesie und Wahnsinn
Gedenkveranstaltung in Hörde am 08.11.2009 zur Erinnerung an die Reichspogromnacht nimmt Gestalt an.
Bereits im September trafen sich Frau Barbara Posthoff (Leiterin der Geschichts-AG der Johann-Gutenberg-Realschule) und Frau Claudia Werner (Kunst- und Medienlehrerin/ JGR) in der Hörder Verwaltungsstelle mit Frau Barbara Samuel, Herrn Dr. Fritz Hofmann, Herrn Horst Richter und Herrn Diethart Döring, um eine Gedenkveranstaltung anlässlich der Reichspogromnacht für den 8.11.2009 im Bürgersaal an der Hörder Bahnhofstraße zu planen.
Herr Diethart Döring betreute als Referent im Büro des Oberbürgermeisters viele Jahre Dortmunder Juden, die nach der Machtergreifung durch die Nazis ihre Heimatstadt verlassen mussten und in Israel sowie anderen Staaten der Welt ein neues Zuhause gefunden haben und von der Stadt Dortmund in ihre ehemalige Heimatstadt eingeladen wurden. Außerdem ist er Gründungsmitglied des Vereins zur Förderung der Städtefreundschaft zwischen Netanya/Israel und Dortmund. Herr Horst Richter engagiert sich für den Geschichtsverein und Herr Dr. Fritz Hofmann unterstützt als ehemaliger stellvertretender Bezirksvorsteher ebenfalls das Projekt mit der Johann-Gutenberg-Realschule. Frau Barbara Samuel wird zum Abschluss der Ausstellung „Poesie und Wahnsinn“ beim Konzert des Jüdischen Chores BAT KOL DAVID (Echo David), Chor des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe. Leiter und Dirigent David Zapolski - am 22.11.2009 die Moderation übernehmen.
Es wurden Ideen gesammelt und die Konzeptvorschläge ausgetauscht. Das Programm für die einstündige Veranstaltung stand schnell fest. Die Arbeit der Geschichts-AG von Frau Barbara Posthoff spielt eine große Rolle und wird die Themen diesmal anhand von Jugend-Literatur und unter der Leitung von Frau Claudia Werner in künstlerisch-darstellenden Bereichen vorstellen. In der Geschichts-AG sind zum größten Teil Jugendliche der Jahrgangsstufen 8 und 9 vertreten. Sie berichten unter anderen von einem Jungen jüdischen Glaubens, der in dem Buch „Damals war es Friedrich“ von anderen Mitschülern ausgeschlossen und gepeinigt wird. Außerdem stellen sie einen jüdischen Jungen namens Erwin Schönfeld aus dem Dortmunder Süden vor, der den Holocaust nicht überlebt hat. Der Medienkurs der Johann-Gutenberg-Realschule hat eine Klangcollage erstellt. Außerdem werden Texte von Dr. Fritz Hofmann und Horst Richter vorgetragen. Der Rabbiner Avichai Apel wird ein Gebet sprechen. Zum Abschluss der Veranstaltung gehen alle gemeinsam entlang der Stolpersteine zum Platz der ehemaligen Synagoge. Im Oktober wurden die Räumlichkeiten noch einmal besichtigt und in der Bürgerhalle der Bezirksverwaltungsstelle Hörde stellten Schülerinnen und Schüler des Kunstkurses der Jahrgangsstufe 10 der Johann-Gutenberg-Realschule ihre Entwürfe für die Einladung zur Gedenkveranstaltung vor und sagten kurz ein paar Sätze dazu. Die Entwürfe waren sehr verschieden, doch trotzdem luden sie durch verschiedene kreative Punkte zu einem Besuch ein. Die Entscheidung war sehr schwierig, denn jede Karte war etwas Besonderes und entsprach den verschiedenen Geschmäckern. Schließlich fiel die Entscheidung: Der Entwurf von Daniela Ganser und Sandra Wippermann wird nun gedruckt und verschickt. Doch jetzt kommt auf die Beiden noch etwas mehr Arbeit zu. Es soll auch noch ein passendes Plakat entworfen werden.
Hier noch einmal die wichtigsten Daten:
Die Gedenkstunde mit dem Titel „Poesie und Wahnsinn“ findet am 08. November 2009 um 17 Uhr im Hörder Bürgersaal in der Bezirksverwaltungsstelle an der Hörder Bahnhofstraße statt. Jeder interessierte Bürger ist herzlich eingeladen.
Die Ausstellung bleibt 2 Wochen geöffnet. Am 22.11. findet zum Abschluss um 17:30 Uhr ein Konzert des Jüdischen Chores BAT KOL DAVID (Echo David), Chor des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe, Leiter und Dirigent David Zapolski statt. Die Moderation übernimmt Barbara Samuel.
Text und Fotos: Nadine Holz, Jasmin Jelassi – WPIIMedien 9 |