Der Eintritt in die weiterführende Schule ist für viele Kinder ein bedeutsamer Einschnitt. Die Johann-Gutenberg-Realschule unterscheidet sich als großes System mit ihren ca. 750 Schü-lerInnen und den ca. 45 Lehrkräften deutlich von der im Gegensatz dazu überschaubaren Grundschule.
Somit erwartet unsere Lernanfänger nicht nur ein erweiterter Fächerkanon mit dem Fachleh-rersystem, eine festere Zeitstruktur, eine neue Klassengemeinschaft, eine andere Lern- und Arbeitsweise, sondern auch ein großes Schulgebäude mit vielen SchülerInnen, die zum Teil erheblich älter sind. Auch der Schulweg birgt neue Erfahrungen: Viele SchülerInnen werden aufgrund des Schulwechsels zu FahrschülerInnen.
Zu diesen rein organisatorischen veränderten Außenbedingungen kommen noch die unter-schiedlichen Schulerfahrungen hinzu, die die einzelnen SchülerInnen aus ihren Grundschulen mitbringen, wie z. B. Kenntnisse und Fähigkeiten im methodischen Bereich. Die neuen Klassengemeinschaften stellen zudem für die SchülerInnen eine besondere Herausforderung im sozialen Bereich dar. Regeln des Zusammenlebens müssen in Klassenordnungen erarbeitet werden, wobei besonders die Kooperationsfähigkeit im Mittelpunkt steht.
Aus diesen genannten Bedingungen ergeben sich für unsere Arbeit in der Erprobungsstufe unterschiedliche Schwerpunkte:
• Klasseneinteilung unter Berücksichtigung der Herkunftsgrundschule und des Eltern-wunsches
• Kleine Klassenlehrerteams
• Methoden lernen (z.B. Hausaufgaben, Effektives Üben in Klasse 5)
• Verkehrstest für die 5. Klassen und Schulung durch unsere Verkehrshelfer
• Patenschaften mit SchülerInnen der 9. Klassen
• Individuelle Förderung im Bereich Deutsch und Mathematik
• Wandertage und Klassenfahrt in Klasse 5
Auf dem Weg in die neue Schule
Elterninformation vor der Anmeldung
Vor dem offiziellen Anmeldetermin der Stadt Dortmund führt das Kollegium der JGR ei-nen Informationstag als Schnuppertag jedes Jahr im November durch. Die einzelnen Fä-cher präsentieren sich mit Unterrichtsmaterialien und teilweise mit einer kurzen Präsenta-tion in Klassen- oder Fachräumen. VertreterInnen des Fördervereins der JGR sowie der Schulpflegschaft stehen dabei ebenfalls für Informationen zur Verfügung. Das Ziel dieses Tages der offenen Tür soll es sein, die Schule mit ihren Möglichkeiten und Anforderungen darzustellen und die Eltern nach Wunsch intensiv zu beraten.
Der Schnuppervormittag ist aber vor allem auch für GrundschülerInnen als erster Kontakt zu einer weiterführenden Schule hilfreich. Damit die Kinder nicht nur das Schulgebäude, sondern auch die vielen neuen Fächer kennen lernen, nehmen sie an einer Schulrallye teil. Die Kolleginnen und Kollegen der JGR bieten Stationen in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Biologie, Physik, Erdkunde, Chemie, Sport, Geschichte und Kunst an. Die Führung der Rallye wird von Schülerinnen und Schülern aus den Jahrgangsstufen 5 und 6 übernommen. Diese können ihre ersten Erfahrungen an die zukünftigen Mit-schülerInnen weitergeben.
Kooperation mit den Grundschulen
Im Bereich Englisch gibt es bei den Eltern und SchülerInnen beim Übergang in die wei-terführende Schule große Sorgen und Ängste. Das Vokabellernen und die Verschriftli-chung des bis dahin erworbenen Wortschatzes stellen eine neue Herausforderung dar. Dies haben wir erkannt und versuchen, frühzeitig mit den Grundschulen Kontakt aufzu-nehmen, um Lerninhalte abzugleichen und noch spezifischer auf die SchülerInnen ein-gehen zu können. Erstmals wird in diesem Jahr ein Förderunterricht im Fach Englisch eingerichtet, der von SchülerInnen der Jahrgangsstufe 9 betreut wird. Ziel ist es, nach den Osterferien unseren zukünftigen SchülerInnen die Angst vor den neuen Herausforde-rungen zu nehmen. Zudem lernen sie bereits ältere SchülerInnen und ihre zukünftige Schule besser kennen. Dieses Förderprojekt wird zunächst in der Probephase mit einer Grundschule einmal wöchentlich im Nachmittagsbereich durchgeführt. Eine spätere Er-weiterung des Projekts ist bei Erfolg angedacht.
Klassenbildung und Klassenlehrer/innen
Die Klassen werden nach Grundschulzugehörigkeit und unter regionalen Gesichtspunkten gebildet. Schon frühzeitig erfolgt die Festlegung der Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer für das folgende Schuljahr. Es wird bei der Stundenverteilung darauf geachtet, dass möglichst wenige FachlehrerInnen mit möglichst vielen Fächern in einer Lerngruppe eingesetzt werden sollen. Dies ermöglicht eine nachhaltige Betreuung der Lerngruppe, da sich die LehrerInnenteams schnell und effektiv austauschen können. Somit kann Lernschwierigkeiten und auch sonstigen Problemen innerhalb der Klasse umgehend ent-gegengewirkt werden.
Die ersten Schritte an der neuen Schule
Kennen lernen vor den Sommerferien
Bereits vor den Sommerferien lernen sich zukünftigen SchülerInnen bei einem Spiel- und Sportnachmittag kennen. Hierbei erfolgt die Einteilung der SchülerInnen nach ihrer zu-künftigen Klassenzugehörigkeit. Den Kindern und LehrerInnen wird somit die Gelegenheit zur ersten Kontaktaufnahme gegeben. Die erste Scheu vor der „neuen“ Schule wird genommen. Gleichzeitig haben die Eltern die Möglichkeit, sich auszutauschen und die Schule intensiver kennen zu lernen. Zudem können die Eltern die Bücher, die im Eigen-anteil erworben werden müssen, über den Förderverein bestellen. Die Bücher werden dann zu Beginn des Schuljahres an die SchülerInnen ausgegeben.
Der erste Schultag
Am ersten Schultag haben die SchülerInnen mit ihren Eltern die Möglichkeit, an einer von SchülerInnen der 6. Jahrgangsstufe gestalteten ökumenischen Feier teilzunehmen. Die offizielle Begrüßung erfolgt in der Schule durch den Schulleiter. Im Anschluss an diese kleine Begrüßungsfeier begeben sich alle neuen SchülerInnen mit ihrer/ihrem Klassen-lehrerIn in den Klassenraum. Dort erhalten sie neben dem neuen Stundenplan und ande-ren wichtigen Informationen auch ein kleines Einschulungsgeschenk (Lineal des Förder-vereins mit Schulemblem). Das Ganze dauert ca. 60 Minuten, in dieser Zeit können sich die Eltern bei Kaffee und Kuchen näher kennenlernen und austauschen.
Die erste Schulwoche
In der ersten Woche sollen die SchülerInnen die Gelegenheit erhalten, die JGR als Lernort kennen zu lernen. Im Mittelpunkt steht dabei, ein enges Verhältnis zum/zur Klas-senlehrerIn aufzubauen und als Lerngruppe zu einer Gemeinschaft zusammenzuwach-sen. Da den KlassenlehrerInnen in dieser Phase eine große Bedeutung zukommt, werden sie in den ersten zwei bis drei Schultagen ausschließlich in ihrer Klasse eingesetzt. Dabei werden folgende Punkte durchgeführt:
• Hinweise zum Schulalltag (z.B. der Vertretungsplan, das Lehrerraumprinzip)
• Kennenlernspiele, Klassenfoto, Schulrallye
• Orientierung in der Schule und Schulumgebung
• Erste Hinweise zur Hausordnung
• Erste Ämterverteilung
Die weiteren Aktivitäten in der Erprobungsstufe
Die Methodentage
Die Fächervielfalt und der zunehmende Umfang von Hausaufgaben und Klassenarbeiten stellt eine große Herausforderung für unsere SchülerInnen dar. Wir versuchen, sie da-hingehend zu unterstützen, ihren Schulalltag zunehmend selbstständig zu meistern und sich zielgerichtet auf Klassenarbeiten vorbereiten zu können. Dazu führen wir pro Jahr-gang zwei Methodentage durch. Im Jahrgang 5 beschäftigen wir uns intensiv mit den Themen Hausaufgaben und Effektives Üben. Stellen wir fest, dass einzelne SchülerInnen weiterhin starke Schwierigkeiten haben, nehmen diese an einem zweitägigen Selbstma-nagementseminar im Selbstlernzentrum Wellinghofen teil.
Der Verkehrstest
Unsere SchülerInnen haben jetzt häufig einen veränderten Schulweg. Um diesen sicher zu bewältigen, erhalten sie eine Schulung von unseren Verkehrshelfern. Zum Abschluss wird ein Test durchgeführt und der Sieger der Jahrgangsstufe gekürt.
Die Patenschaften
Es hat sich in den letzten Jahren bewährt, dass SchülerInnen aus der 9. Jahrgangsstufe Patenschaften für die neuen 5. Klassen übernehmen. Die PatInnen helfen bei kleineren Konflikten, geben Ratschläge und haben ein offenes Ohr für Probleme. Zudem bauen die neuen SchülerInnen ihre Hemmungen im Umgang mit deutlich älteren MitschülerInnen ab. Die PatInnen begleiten die Klasse auch bei Wandertagen und sonstigen Aktivitäten (z.B. Backen in der Vorweihnachtszeit, Karnevalsfeier).
„Wir lassen keinen zurück!“
Das Fördermodell in der Erprobungsstufe der Johann-Gutenberg-Realschule umfasst die Fächer Deutsch, Mathematik und neu auch das Fach Englisch. Zudem wird eine Förde-rung im Bereich des Methodenlernens in Kooperation mit dem Lernzentrum Wellinghofen angeboten.
Nähere Beschreibungen des Förderkonzeptes finden sich auf unserer Homepage unter dem Bereich „Individuelle Förderung“.
Die Klassenfahrt
Im fünften Schuljahr soll eine etwa dreitägige Klassenfahrt durchgeführt werden. Diese Fahrt soll einen Beitrag zum sozialen Lernen leisten und ermöglicht auch außerschulische Berührungspunkte zwischen SchülerInnen und LehrerInnen. Die SchülerInnen lernen alle MitschülerInnen aus der gesamten Jahrgangsstufe kennen und können so über die Klassengemeinschaft hinausgehende Kontakte knüpfen.
Zusammenarbeit mit den Eltern
In der fünften und sechsten Jahrgangsstufe wird jeweils der erste Elternpflegschafts-abend eines Schuljahres in einem ersten Teil gemeinsam in Pädagogischen Zentrum durchgeführt. In der Jahrgangsstufe 5 erhalten die Eltern eine Informationsschrift „Der kleine Elternratgeber“ mit allen wichtigen Informationen über die JGR. Steht an diesem Elternabend noch die neue Schule mit ihren Gepflogenheiten im Vordergrund, so erhalten die Eltern der Jahrgangsstufe 6 ausführliche Informationen über das Verfahren am Ende der Erprobungsstufe. Dieser allgemeine Teil wird von der Erprobungsstufenleiterin geleitet. Zusätzlich zu den Elternpflegschaftsabenden werden in manchen Klassen El-ternstammtische eingerichtet.
Zudem bieten wir bei Leistungsstärken und -schwächen eine intensive Beratung durch die KlassenlehrerInnen und ggf. durch die Erprobungsstufenleiterin an. Besonders auffallende Ergebnisse der regelmäßigen Erprobungsstufenkonferenzen werden den Eltern schriftlich mitgeteilt. Ein Beratungsgespräch wird in jedem Fall angeboten. Bei einem möglichen Schulwechsel steht die Schulleitung beratend zur Seite. |