Homepage zum Schreibprojekt der Jahrgangsstufe 7 der Johann-Gutenberg-Realschule
 
Schreibprojekt
SCHREIBPROJEKT

Schreiben ist cool!

„Müssen wir schon wieder schreiben?!“
Diesen Satz bekommt man oft zu hören, wenn man vor einer Klasse steht und die Schüler zum Schreiben ermuntern möchte. Der Sinn des Schreibens leuchtet vielen Schülerinnen und Schülern oftmals nicht ein; zu aufwändig ist das schriftliche Fixieren von Ideen, die man doch auch mündlich mitteilen könnte.

Wie – so lautete die Frage – kann man die Lust am Schreiben steigern und den jungen Menschen die vielfältigen Möglichkeiten Schrift und Sprache einzusetzen vermitteln.
Eines war gewiss: Der Ort an dem geschrieben wird, ist von entscheidender Bedeutung für den Prozess des Schreibens selbst. Ein Blick in die Literaturgeschichte genügt, um zu erkennen, dass Schriftsteller oft von den Orten und den ihnen eigenen Atmosphären mitgerissen wurden und werden.
Die Schule schien für ein solches Unterfangen eher ungeeignet.
Welche Orte sollte man also aufsuchen?
Welche Formen schriftlicher Mitteilung könnten für Schüler von Interesse sein?

Mit all diesen Fragen begab ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Kooperationspartner, mit dem ich ein Schreibprojekt für die Jahrgangsstufe 7 ins Leben rufen wollte. Ein Projekt, dies war klar, das mitreißen sollte und allen eine Möglichkeit bieten sollte, eigene Erfahrungen mit unterschiedlichsten Arten schriftlicher Kommunikation zu machen.

Durch einen glücklichen Zufall stieß ich auf das Kinder- und Jugendliteraturzentrum. Kurze Zeit später entwickelte ich gemeinsam mit Andrea Weitkamp von eben dieser Institution das Konzept unseres Schreibprojektes. Es sollte aber noch ein dreiviertel Jahr dauern, bis die Idee in die Tat umgesetzt werden konnte.
Viele Telefonate wurden geführt, Projektorte gesucht, Verhandlungen standen an und am Ende entwickelten sich aus den ersten Ideen acht Workshops, die von den Schülerinnen und Schülern gewählt werden konnten.
So konnten sie sich in der Hörder Burg dem Magischen hingeben; sie konnten aber auch im Stadttheater auf einer richtigen Probebühne klassische Werke aktualisieren.
Der Jazzclub Domicil stand für erste Gehversuche auf der Poetry-Slam-Bühne zur Verfügung, dort konnte jedoch auch an einem Krimihörspiel gearbeitet werden. Wer sich eher zur Musik hingezogen fühlte, konnte bei einem Bandprojekt mitwirken, bei dem Songtexte kreiert werden sollten. Stand man Mangas und Comics näher, konnte man im Museum am Ostwall unter Anleitung eines Profis zeichnen und Geschichten erfinden.
Um zu gewährleisten, dass alle Schülerinnen und Schüler einen Eindruck von der Arbeit der anderen Projektgruppen gewinnen können, wurde für den Abschlusstag eine literarische Rundreise vereinbart, bei der an verschiedenen Orten die Ergebnisse präsentiert werden sollten. Auch die Fahrt zu den einzelnen Orten sollte poetisch versüßt werden. Hierzu wollte sich die Projektgruppe Kreatives Schreiben etwas einfallen lassen.
Die Arbeit in den einzelnen Workshops wurde von den Mitgliedern der Projektzeitung dokumentiert. Die Ergebnisse sind in diese Zeitung eingeflossen!
An verschiedenen Workshop-Orten konnte ich mir einen Eindruck von den dortigen Arbeiten verschaffen: Überall wurde mit einer enormen Energie gearbeitet, schließlich galt es am Abschlusstag eine gute Figur zu machen!
Zunehmend kam der Eindruck auf: Schreiben ist cool!

Schreiben ist ein sehr individueller Vorgang, der vielfältige Zugriffsmöglichkeiten auf Sprache erlauben muss, soll der Schreibprozess sich fruchtbar gestalten. Mit dem Schreibprojekt der JGR ist dies, so glaube ich, gelungen. Ich hoffe, die Impulse dieser Arbeit lassen sich in die Schule zurückführen und der Satz Müssen wir schon wieder schreiben?! fällt seltener!        

Bedanken möchte ich mich bei all jenen, die unser Schreibprojekt unterstützt und somit ermöglicht haben, insbesondere bei Marlies Bollmann-Nolte (DEW 21), dem Kulturbüro der Stadt Dortmund, Martina Droste (Schauspielhaus Dortmund), Dr. Peter Kroos (Hörder Burg), Gernot Rehberg (Dietrich-Keuning-Haus), Waldo Riedl (Domicil), Regina Selter (Museum am Ostwall), und natürlich Andrea Weitkamp vom Jugendliteraturzentrum NRW (jugendstil)!
Weiterhin möchte ich mich herzlich bei allen Workshopleitern bedanken, sowie bei allen am Schreibprojekt beteiligten Kolleginnen und Kollegen der Johann-Gutenberg-Realschule, die weit über ihre reguläre Unterrichtsverpflichtung hinaus Zeit investiert und die Projekte unermüdlich vorangetrieben haben.
Schließlich möchte ich den Ruhr-Nachrichten – vor allem Frau Hilke Schwidder - danken, die nicht nur den Druck der Zeitung ermöglicht haben, sondern auch die grafische Gestaltung übernommen haben.

Ich hoffe, dieses Projekt macht - im wahrsten Sinne des Wortes - Schule!

Yves Alamdari

 

 
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