Inhaltsverzeichnis Schulprogramm
A. Die Bedeutung des ersten Schulprogramms für die Entwicklung unserer Schule
A.1 Das erste Schulprogramm
A.2 Das Konzept des ersten Schulprogramms
A.3 Die Ergänzungen
A.4 Herausforderungen des Schulprogramms
A.5 Zu den fachlichen treten überfachliche Schwerpunkte
A.6 Methodenlernen als zentrales Anliegen
B. Das neue Schulprogramm: Lernen in Verantwortung für sich und andere mit anderen
B.1 Das zweite Schulprogramm als Weiterentwicklung des ersten
B.2 Das Leitbild unserer Schule: Lernen in Verantwortung für sich und andere mit anderen
B.2.1 Lernen als kommunikativer Prozess
B.2.2 Lernen als organisierter, aber individuell gestaltbarer Prozess
B.2.3 Individuelle Verantwortung der Lernenden
B.2.4 Verantwortung für Mitschülerinnen und Mitschüler in der Klasse und in der gesamten Schule
B.2.5 Gesellschaftliche Verantwortung in einem demokratischen Rechtsstaat
B.2.6 Verantwortung vor der Weltgemeinschaft
B.3 Die drei Säulen zur Stützung des Leitbildes: Selbstständigkeit, Kreativität und Gesundheit
B.3.1 Selbstständigkeit
B.3.1.1 Methodische Kompetenz
B.3.1.2 Projektunterricht
B.3.1.2.1 Projekte in der Sekundarstufe I
B.3.1.2.2 Oberstufenprojekt
B.3.1.3 Medienkonzept
B.3.1.3.1 Schwerpunkte in der Sekundarstufe I
B.3.1.3.2 Schwerpunkte in der Sekundarstufe II
B.3.1.4 selbstständiges Lernen in Vertretungsstunden
B.3.1.5 Fördern von Begabungen und individuelle Unterstützung
B.3.1.5.1 Kompetenzförderung und Individualisierung des Lernens
B.3.1.5.2 Diagnose – LRS
B.3.1.5.3 Förderung von besonders Interessierten und Begabten
B.3.1.5.3.1 Teilnahme am Mathematik-Wettbewerb
B.3.1.5.3.2 DELF – Zertifizierungskurs Französisch
B.3.1.5.3.3 Hochbegabte mit besonderen Indikationen
B.3.1.5.4 Schüler helfen Schülern
B.3.1.5 Streitschlichtung als soziale Aufgabe
B.3.1.6 Berufsorientierung
B.3.1.6.1 Betriebspraktikum in der Jahrgangsstufe 10
B.3.1.6.2 Berufserkundung in der Oberstufe
B.3.1.7 Auslandserfahrungen
B.3.1.8 Europa-Projekt
B.3.1.9 Klassen- und Kursfahrten
B.3.1.10 Übernahme von Verantwortung
B.3.1.10.1 In der Schule und für die Schule
B.3.1.10.2 Über den schulischen Rahmen hinaus
B.3.2 Kreativität
B.3.2.1 Theaterspiel und Aufführungen
B.3.2.2 Das Schulorchester
B.3.2.3 Die Schulchöre
B.3.2.4 Instrumentalunterricht am Goethe
B.3.2.5 Leistungskurs Musik
B.3.2.6 Literaturunterricht
B.3.2.7 KunstAG
B.3.2.8 Teilnahme am Literaturwettbewerb - grafische Gestaltung des Textbuches
B.3.2.9 Übernahme von Verantwortung
B.3.3 Gesundheit
B.3.3.1 Sportbetonte Schule
B.3.3.2 Hohe sportliche Leistungen
B.3.3.3 Breitensport
B.3.3.3 Leistungskurs Sport
B.3.3.4 Partnerschule des Sports
B.3.3.5 Biologieunterricht
B.3.3.6 Naturwissenschaft - Ernährungslehre
B.3.3.7 Ohne Qualm am Goethe
B.3.3.8 Gesunde Ernährung
C. Abschluss und Ausblick
Schulprogramm
Das Goethe-Gymnasium ist eine Schule des Dortmunder Südens. Es liegt in einem recht günstigen sozialen und wirtschaftlichen Umfeld. Die Geschichte des Goethe-Gymnasiums reicht weit zurück. Bereits im Jahre 1867 wurde das Gymnasium als erstes Mädchen-Lyzeum des Ruhrgebiets gegründet, hatte damals jedoch seinen Sitz in der östlichen Innenstadt Dortmunds.
Im Bewusstsein seiner Tradition blickt das Goethe-Gymnasium auf seine lange und - nicht zuletzt durch die Zeitumstände bedingte – wechselvolle Geschichte zurück.
Gegenwärtig hat das Goethe-Gymnasium 844 Schülerinnen und Schüler, die von 50 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet werden. In der Sekundarstufe I werden zur Zeit 632 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, In der Sekundarstufe II 211 Schülerinnen und Schüler. Zur Erweiterung des Kursangebots in der Oberstufe kooperiert das Goethe-Gymnasium mit dem Phoenix-Gymnasium. Das Goethe-Gymnasium verfügt über eine gehobene Ausstattung.
A. Die Bedeutung des ersten Schulprogramms für die Entwicklung unsere Schule
A.1 Das erste Schulprogramm
Im Jahr 2001 wurde das erste Schulprogramm der Schule vorgelegt. Hier formulierten die an der Schule unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern und Schülerinnen und Schüler ihre Vorstellungen von den Aufgaben und Zielen der schulischen Arbeit am Goethe-Gymnasium.
Das hier vorgelegte zweite Schulprogramm versteht sich als Fortsetzung des ersten und stellt sowohl eine kritische Würdigung des ersten wie eine auf die Zukunft angelegte Darstellung des Schulprofils und der Vorhaben dar.
A.2 Das Konzept des ersten Schulprogramms
Das bisher gültige Schulprogramm hebt die Kooperation in der Schule besonders hervor. Es konzentriert sich innerhalb des „Hauses des Lernens“ auf den Leitspruch „Schule gestalten – miteinander reden“. Dabei werden drei Bereiche besonders hervorgehoben:
1.Lernen, Wissen zu erwerben
2.Lernen, zusammenzuleben
3.Lernen, verantwortlich zu handeln
Diesen Säulen werden Kompetenzen zugeordnet (insgesamt 10), die wiederum nach Handlungsfeldern differenziert werden (16).
Dieses hoch komplexe Gefüge ist auf die verschiedenen Fächer übertragen worden, d.h. jedes Fach formulierte, welchen Beitrag es zu Erreichung des gemeinsamen Zieles leisten wird.
A.3 Die Ergänzungen des ersten Schulprogramms
Im Jahr 2003 wurde das bestehende Schulprogramm um zwei neue Bereiche ergänzt:
Die Schule verabschiedete ein Konzept zur „Kompetenzförderung und Individualisierung des Lernens“. Darüber hinaus zeigt das „Medienkonzept“, das ebenfalls im Jahr 2003 vorgelegt wurde, einen weiteren neuen Schwerpunkt der schulischen Arbeit.
Parallel zu dem Schulprogramm und seinen Ergänzungen fand ein Konzept in die schulische Arbeit Eingang, das noch keinen Niederschlag in den offiziell vorgelegten Programmniederschriften fand: Seit 2001 findet, beginnend mit der Jahrgangsstufe 5, das Methodenlernen unter dem Stichwort „LeLe“ seine praktische Umsetzung.
A.4 Herausforderungen des Schulprogramms
Das bisher gültige Schulprogramm stellte für alle am Schulleben Beteiligten eine neue Herausforderung dar. Schließlich war die Frage zu klären: Wie ist es möglich, sich über die Arbeit an der gemeinsamen Schule zu verständigen? Kann durch die Verständigung über die gemeinsame Arbeit ein gemeinsames Selbstverständnis der Schule geschaffen werden (->CI [corporate identity])? Bisher konzentrierte sich die vorwiegende Wahrnehmung und praktische Tätigkeit der Kolleginnen und Kollegen wie auch der Schülerinnen und Schüler sowie Eltern auf den Fachunterricht selbst.
Bisher konzentrierte sich die Schulentwicklung eher auf den Fachunterricht und die Wissensvermittlung in ihm.
A.5 Zu den fachlichen treten überfachliche Schwerpunkte
Die Schulprogrammarbeit richtet ihren Blick über den Fachunterricht hinaus auf die Kooperation aller. Damit sind nicht nur fachliche, sondern auch überfachliche Kompetenzen gefragt. Seit der ersten Phase der Schulprogrammarbeit hat sich ein Bewusstsein herausgebildet, dass es notwendig ist, nicht nur reines Wissen zu vermitteln bzw. zu erlernen. Auch die Fähigkeit, mit diesem Wissen problemlösend und mit anderen zusammen umzugehen, wird als eine neue Herausforderung angesehen.
Die Tatsache, dass seit dem Jahre 2001 kontinuierlich die Vermittlung des Methodenlernens in den praktischen Schulalltag umgesetzt wurde, zeigt, dass die Weiterentwicklung des Schulprogramms in der Praxis bereits begonnen hat. Gegenwärtig hat das Projekt die Jahrgangsstufe 9 erreicht.
Die Schule darf sich nicht damit begnügen, Fachwissen vermitteln zu wollen. Selbstverständlich gehören die Ziele sozialen Lernens, bspw. Teamfähigkeit, auch zu ihrem Bildungsauftrag.
Darüber hinaus werden Formen projektorientierten Arbeitens immer wichtiger. Deswegen müssen zu den überfachlichen sozialen Kompetenzen auch fächerübergreifende, problemlösende Methodenkompetenz treten.
A.6 Zu dem Kenntniserwerb tritt das Methodenlernen
Für das neu zu formulierende Schulprogramm ist die Auswertung dieses Methodenlernprozesses von zentraler Bedeutung, um daran die bisherige Entwicklung nachvollziehen zu können und mögliche Schwächen zu benennen und in einem Diskussionsprozess zu klären, wie die gelungenen Teile gesichert werden können und die bezeichneten Schwachpunkte behoben werden sollten.
Fachwissen ohne anwendungsbezogene Methodenkompetenz ist nutzlos – Methodenkompetenz ohne Sachkenntnisse ist orientierungslos. Wenn die Vermutung zutrifft, dass der Unterricht bisher eher die Vermittlung von Fachwissen favorisierte, so muss eine fachspezifische und fachübergreifende Methodenschulung diese ergänzen.
B Das neue Schulprogramm: Lernen in Verantwortung für sich und andere mit anderen
B.1 Das zweite Schulprogramm als Weiterentwicklung des ersten
In vielfältigen Arbeitsgruppen und Gesprächskreisen mit unterschiedlicher Zusammensetzung wurden Elemente des Schulprogramms diskutiert. Auf diese Weise wurden die Bausteine zum Haus des Lernens zusammengetragen. Aus den Diskussionen schälte sich allmählich eine Akzentsetzung heraus, so dass aus den Vorgaben des bisherigen Schulprogramms eine Zuspitzung und Konkretisierung entwickelt werden konnte. Insofern stellt das erste Schulprogramm eine unmittelbare Voraussetzung für das zweite dar. Es bemüht sich gleichzeitig, programmatische Vorstellungen deutlicher zu machen und so eine sicherere Orientierung zu ermöglichen.
B.2 Das Leitbild unserer Schule: Lernen in Verantwortung für sich undandere mit anderen
B.2.1 Lernen als kommunikativer Prozess
Wenn das kommunikative Miteinander in der Schule betont werden soll, so wie es Anliegen des ersten Schulprogramms war („Schule gestalten –miteinander reden“), so richtet das neu formulierte Leitbild sich auf die konkrete Tätigkeit in der Schule: das Lernen. Dabei ist ausdrücklich das Lernen aller gemeint. Wir haben verstanden, dass Lernen ein sozialer Prozesse ist, der sowohl individuelle wie auch soziale Voraussetzungen hat (Lernen ist also eine besondere Form der Kommunikation). Im praktischen Miteinander wollen wir an der Schule Bedingungen organisieren, die das Lernen nicht nur ermöglichen, sondern auch verbessern. Wir wollen uns bewusster der Organisation des Lernprozesses stellen, bei dem alle Beteiligten nicht nur Fragen an den anderen, sondern auch Fragen an sich selbst stellen müssen, Fragen wie: Wie funktioniert Lernen? Unter welchen Voraussetzungen ist Lernen praktisch möglich? Welchen Beitrag muss ich dann leisten?
B.2.2 Lernen als organisierter, aber individuell gestaltbarer Prozess
In der bewussten Frage nach den Bedingungen des Lernens steckt die Bereitschaft, über sich und sein Tun nachzudenken. Das Lernen ist kein zufälliges Produkt. Lernen gelingt Lernenden (auch Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern sind Lernende) im schulischen Zusammenhang besonders gut, wenn rational nachvollziehbare und nach vernünftigen Gesichtspunkten organisierte Bedingungen gegeben sind. Es ist keine Frage, dass die Lernbedingungen jedoch für jeden Menschen verschieden sind. D.h. zum Eröffnen allgemeiner Lernmöglichkeiten treten solche, die auf jeden Einzelnen abgestellt sein müssen. Wir brauchen ein flexibles System, das dennoch festen Regeln gehorcht.
B.2.3 Individuelle Verantwortung der Lernenden
Aus der Chance lernen zu können ergibt sich für jeden einzelnen auch eine Verpflichtung. Diese Verpflichtung hat jede und jeder zunächst sich selbst gegenüber. Jedem ist aufgegeben, seine Gaben zu nutzen. Es ist nicht die Aufgabe des einen, die Verantwortung für das Lernen dem anderen abzunehmen. Lernen muss und kann jede und jeder selbst. Die Aufgabe der Schule ist es in ihrer Gesamtheit Lernbedingungen zur Verfügung, die es dem einzelnen ermöglichen, seiner Verantwortung sich selbst gegenüber gerecht zu werden.
B.2.4 Soziale Verantwortung
Unsere Schule sieht ihre Verantwortung darüber hinaus darin, die soziale Seite des Lernens zu betonen: Lernen funktioniert nur im sozialen Miteinander, das sich für die Schule bspw. aus den Beziehungen zu Mitschüler/innen, Lehrer/innen und Eltern ergibt. Dieses Gegenüber ist für Schülerinnen und Schüler z.B. eine Lehrkraft, sind in hohem Maße die Mitschülerinnen und Mitschüler und vor allem natürlich die Eltern.
Unsere Vorstellung von sozialer Verantwortung richtet sich sowohl auf den Einzelnen, der gegenüber der sozialen Gemeinschaft Verantwortung trägt wie auf die Gemeinschaft, die gegenüber dem Einzelnen verantwortlich ist. Wir denken dabei ausdrücklich gleichermaßen an Schülerinnen und Schüler wie Lehrerinnen und Lehrer, aber auch die Eltern.
B.2.5 Gesellschaftliche Verantwortung in einem demokratischen
Rechtsstaat
Angesichts der eigenen, meist recht günstigen Lernbedingungen ist mit dem „Lernen in Verantwortung“ auch an die politischen und gesellschaftlichen Umstände gedacht. Schülerinnen und Schüler werden von einem demokratischen Rechtsstaat mit hohem Kostenaufwand bei gleichzeitiger Schulgeldfreiheit Lernbedingungen geschaffen. Die schulischen Einrichtungen sind mit all ihren Schwächen jedoch nicht reiner Selbstzweck. Sie wollen Menschen bilden und erziehen, die sich für ihr Gemeinwesen und den Staat allgemein einsetzen und sich verantwortlich fühlen für Kultur und Sprache, für die Geschichte und die vielfältigen wissenschaftlichen Errungenschaft Deutschlands im Rahmen der europäischen Kultur. Der soziale Zusammenhalt eines Gemeinwesens ist ohne kundige und verantwortungsbereite Menschen nicht vorstellbar.
B.2.6 Verantwortung vor der Weltgemeinschaft
Mit der sozialen Verantwortung ist über das Verhalten im eigenen Gemeinwesen hinaus ein weiterer Gedanke verbunden. Unsere Schule glaubt, dass Schülerinnen und Schüler sich auch als Teil der Weltgemeinschaft sehen sollen. Dies gilt in ganz besonderem Maße für die Schule eines Teiles dieser Welt, der zu ihren reichsten zählt (->Dritte Welt ->fair trade etc.). Lernen in Verantwortung meint für uns daher auch die Aufgabe, die eigenen Lernmöglichkeiten als Chance zu verstehen, die Krisen der Welt wahrzunehmen und durch die eigenen Fähigkeiten zu ihrer Bewältigung beizutragen.
B.3 Die drei Säulen zur Stützung des Leitbildes: Selbstständigkeit, Kreativität und Gesundheit
Das Leitbild des Goethe-Gymnasiums stützt sich auf drei Säulen: die Selbstständigkeit, die Kreativität und die Gesundheit. Diese drei Säulen haben sich als sehr tragfähige und bedeutsame Pfeiler unserer pädagogischen Arbeit herausgebildet.
Die konkrete Arbeit in unserer Schule wird durch die Beschreibung der drei Grundorientierungen deutlich. Im Zentrum steht die Selbstständigkeit.
B.3.1 Selbstständigkeit
In ganz besonders hohem Maße ist die Fähigkeit selbstständig zu lernen als Basiskompetenz des formulierten Leitbildes anzusehen. Unser Ziel ist die Förderung des selbstständigen Denkens und Handelns. Die Schule bemüht sich darum, mit allen Beteiligten Strukturen auszubauen oder zu entwickeln, die Schülerinnen und Schülern helfen, ihre Selbstkompetenz zu erkennen und selbstbewusst auszubilden.
Zentraler Ansatzpunkt ist dabei die Vermittlung methodischen Wissens. Die erworbenen Kompetenzen werden auf unterschiedliche Weise vertieft: durch Projekte, individualisierendes Lernen, Förderung besonderer Fähigkeiten und sozialer Kompetenzen, Verstehen und Entwickeln der eigenen beruflichen und sprachlichen Interessen, Orientierung auf internationale Themen und Aufgaben.
B.3.1.1 Methodische Kompetenzen
Im Zentrum der gemeinsamen schulischen Arbeit am Goethe-Gymnasium steht die Förderung der Selbstständigkeit unserer Schülerinnen und Schüler. Wir streben eine systematische, von der 5. bis zu 13. Jahrgangsstufe aufbauende Arbeit in allen schulischen Bereichen an. Kerngedanke ist die Einsicht, dass Lernen niemals ohne die Eigenaktivität der Schülerinnen und Schüler möglich ist. Aus diesem Grund richten wir unseren Fokus neben den fachlich ausgerichteten Zielen auf die Vermittlung von methodischen Kompetenzen. Dazu gehört ein Bündel von Fähigkeiten: Angefangen bei der eigenständigen Organisation des häuslichen Arbeitsplatzes, der sinnvollen und effektiven häuslichen Arbeit und Vorbereitung auf Klassenarbeiten hin zu Strategien zur Erarbeitung von fachlichem Wissen aus Texten und anderen Materialien wie Markieren und Strukturieren, Lesestrategien, Nachschlagen in Lexika bis zu der Planung eigener Vorträge und deren effektiver Präsentation. Neben diese
auf Inhalte ausgerichteten Methoden wird die Arbeit in allen Sozialformen, jedoch mit besonderem Schwerpunkt auf der Arbeit im Team erlernt und fortgesetzt geübt.
B.3.1.1.1 Methodenlernen im Fachunterricht
Gegenwärtig praktizieren wir eine Mischform aus fachlicher und überfachlicher Vermittlung von Strategien zum Aufbau von Lernkompetenz. Die ursprünglich als parallel zum Fachunterricht laufende unterrichtliche Arbeit an sogenannten LeLe-Tagen (Lernen Lernen) wurde allmählich abgelöst von stärker in den Fachunterricht eingebundene Vermittlungsformen. Der Prozess dieser zunehmend stärker in den Fachunterricht integrierten Vermittlung methodischer, d.h. fachlicher wie fachübergreifender Kompetenzen, wurde von vielen Kolleginnen und Kollegen gewünscht und daher modellhaft umgesetzt. Die allmähliche Aufhebung der LeLe-Tage wird jedoch nicht von allen Kolleginnen und Kollegen begrüßt. Die Kritiker sehen eine Gefahr darin, dass die Fachlichkeit zu sehr die Schulung der Methodenkompetenz dominiert, mit der Folge, dass der gewünschte Lernerfolg in Gefahr gerät.
B.3.1.1.2 Evaluation des LeLe-Konzeptes
In einer Schüler- und Elternbefragung wurde im November 2005 das Lernen-Lernen-Konzept zum Thema gemacht. Es wurde damit ein Drittel der Schülerschaft der S I befragt.
Die Ergebnisse geben uns Aufschluss über die positiv oder eher abwertend eingeschätzten Veränderungen im Bereich des Kompetenzerwerbs.
Gegenwärtig arbeiten wir an der Detailauswertung unserer Befragung. Die Einzelheiten werden zu Beginn des Jahres 2006 vorgestellt.
Wir wollen mit den neu erworbenen Erkenntnissen unsere Arbeit verbessern und Vorstellungen über die Weiterentwicklung unserer Schule konkretisieren.
B.3.1.2 Projektunterricht
Eine Ergänzung und Erweiterung des LeLe-Programms stellen die Projekte in den Jahrgangsstufen 7, 10 und 11 dar. Sie sind von vornherein als fächerverbindend angelegt und sollen einerseits eine Überprüfung der bereits erworbenen Kompetenzen darstellen wie auch eine praktische Anwendung besonderer Art darstellen.
B.3.1.2.1 Projekte in der Sekundarstufe I
Die in den S I durchgeführten Projekte sind in besonderer Weise den Gedanken der agenda 21 verpflichtet. Sie sollen in der Jahrgangsstufe 7 den sorgsamen und bewussten Umgang mit dem Lebensmittel Wasser fördern. In der Jahrgangsstufe 10 liegt der besondere Schwerpunkt auf der Auseinandersetzung mit dem Thema Energie und der Ressourcenschonung. Neben den naturwissenschaftlichen Fächern sind vor allem die gesellschaftswissenschaftlich geprägten Fächer einbezogen. Darüber hinaus können weitere Fächer hinzutreten. Erlernen die Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen zum ersten Mal die Formen fächerverbindenden Denkens und Handelns in Verbindung mit der Notwendigkeit einer eigenen planerischen Umsetzung und Präsentation selbst erarbeiteten Wissens noch unter größerer Anleitung der jeweiligen Fachlehrerinnen und Fachlehrer, so fordert das Projekt in der 10. Klasse von den Schülerinnen und Schülern nicht nur fächerverbindendes Denken und Handeln, sondern auch vor allem projektplanerische Kompetenzen, die in einer selbst gestalteten Präsentation münden.
Nach einer Befragung der Schüler/innen der 10. Klassen zum Projektverlauf und –ergebnis, arbeitet gegenwärtig ein Team ein neues Konzept aus und setzt es gleichzeitig, z.T. in Zusammenarbeit mit den Schüler/innen um. Besonderes Augenmerk wird auf die von den Schülern zuvor vermisste Strukturierung des Projekts gelegt. Folgende wesentlichen Fragen werden dabei geklärt: Wie ist unser Projekt ausgerichtet? Wie ist es zu planen? Welche Ressourcen stehen zur Verfügung? Welche Bewertungskriterien gelten? Wann soll das Projektergebnis und wie präsentiert werden? Neben einer klaren Strukturierung wird eine sichere und zuverlässige Orientierung gewünscht, die zugleich Verbindlichkeiten schafft.
B.3.1.2.2 Oberstufenprojekte
In der Jahrgangsstufe 11 liegt der Schwerpunkt des Projekts auf wissenschaftspropädeutischen Erarbeitungs- und Präsentationsformen, die auch die verbindliche Facharbeit in der Jahrgangsstufe 12 in einer sogenannten Minifacharbeit vorbereiten.
Seit 1998 arbeitet das Goethe-Gymnasium mit einem kirchlichen Träger zusammen. Standen bei dem dreitägigen, außerhalb der Schule stattfindenden Seminar zu Schulbeginn zunächst die Themen Kommunikation und Rhetorik im Vordergrund, so wird seit zwei Jahren der Projektcharakter einschließlich Präsentationstechniken hervorgehoben und die ursprüngliche Schwerpunktsetzung integriert.
B.3.1.3 Medienkonzept
Seit dem Jahre 2003 gilt am Goethe-Gymnasium als eines Medienstützpunktes der Schulen in Dortmund ein neuartiges Medienkonzept. In allen Fächern wird, mit der Jahrgangsstufe 5 beginnend, die Arbeit mit dem PC geübt. Allmählich werden alle wichtigen Kernkompetenzen im Umgang mit dem Computer eingeübt, so dass die Schülerinnen und Schüler in der 10.Klasse über alle wesentlichen Kompetenzen im Umgang mit dem Computer verfügen.
Die Vorhaben sind formuliert, allein die technische wie auch die praktische Umsetzung sind noch nicht in dem gewünschten Umfang evaluiert worden. Wir streben eine weitere Verbesserung mit verschiednen Trägern und allen Beteiligten an.
B.3.1.3.1 Schwerpunkte in der Sekundarstufe I
Textverarbeitung (D) und Tabellenkalkulation (EK) stehen in der Klasse 5 auf dem Programm, Umgang mit CD-Roms (E, Ge) sowie mit Nachschlagewerken (s. auch LeLe) finden in der Jahrgangsstufe 6 ihre Anwendung und Vertiefung. Die Kompetenzen im Bereich der Internet-Recherche werden nicht nur in LeLe, sondern auch innerhalb des Medienkonzepts, auch in Verbindung mit dem Projekt zum Thema „Wasser“ gefördert und weiterentwickelt. Erste systematische Präsentationsübungen stehen innerhalb des Medienkonzepts für die Klasse 8 an (s. auch LeLe, Bi, Ku). Die traditionelle Medienarbeit mit dem Film ist Gegenstand der Klasse 9 (Sprachen, Kunst). Im Zusammenhang mit dem Projekt „Energie“ steht die umfassende PC-gestützte Arbeit in der Jahrgangsstufe 10 auf dem Programm.
B.3.1.3.2 Schwerpunkte in der Sekundarstufe II
In der Oberstufe kommen all diese Kompetenzen auf einem höheren Anspruchsniveau auf Grund der komplexeren fachlichen Anforderungen zum Einsatz. Von besonderem Nutzen ist die PC-gestützte Arbeit für die Erstellung und von Projektergebnissen in der Jahrgangsstufe 11, bei dem Vortrag von Referaten und deren Vorbereitung. Die Erstellung der Minifacharbeit (11) wie der Facharbeit (12) verlangen von vornherein die computergestützte Texterstellung. Die in den Richtlinien aller Sprachen und Gesellschaftswissenschaften vorgeschriebene Auseinandersetzung mit dem Medium Film verweist auf die anspruchsvolle Verknüpfung von fachlichen und methodischen Kompetenzen zur Erzielung wichtiger Lernvoraussetzung zur Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife und Studierfähigkeit.
B.3.1.4 selbstständiges Lernen in Vertretungsstunden
In den letzten 2-3 Jahren bildet sich eine immer breiter getragene Diskussion heraus, die die Funktion der selbstständigen Formen des Lernens verknüpft mit der Arbeit am Schulmorgen oder –nachmittag, wenn auf Grund von Erkrankung oder anderen Gründen des Fernbleibens einer Fachkollegin oder eines Fachkollegen der Unterricht ausfiele oder durch eher zufällige Vertretungsstundenthemen abgedeckt würde. Wir wollen diese Umstände systematisch zur Förderung der Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler nutzen.
B.3.1.5 Fördern von Begabungen und individuelle Unterstützung
Seit dem letzten Schulprogramm wurde ein weiterer Akzent der schulischen Arbeit formuliert und in einem pädagogischen Rahmenkonzept formuliert. Gemeint ist das Papier „Kompetenzförderung und Individualisierung des Lernens“. Anliegen dieses Papiers ist die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Begabungen, aber auch die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit einzelnen Schwächen.
B.3.1.5.1 Kompetenzförderung und Individualisierung des Lernens
In Zusammenarbeit mit Eltern wurden Grundstrukturen eines Förderprogramms erarbeitet. Im Zentrum steht das Motto: Alle Schülerinnen und Schüler haben Kompetenzen und alle sollen auch individuell gefördert werden. Möglichkeiten der Förderung für starke und schwache Schülerinnen wurden in einem Papier zusammengestellt. Eine systematische Implementation in unseren schulischen Alltag ist noch nicht durchgehend erfolgt, obwohl wir diese Aufgabe in einzelnen Bereichen schon recht erfolgreich erfüllen.
B.3.1.5.2 Diagnose – LRS
Im nunmehr zweiten Jahr wird an unserer Schule in der 5.Klasse der sogenannte Lese-Rechtschreibtest durchgeführt. Zur Testung arbeiten wir mit einem renommierten Institut zusammen, das auch die Pisa-Studie im gesamten Bundesgebiet mit verantwortete. Durch den Test erwarben wir ein hervorragendes Diagnoseinstrument: Wir erkennen sehr detailliert die Lese- und Rechtschreibkompetenz der einzelnen Schülerin und des einzelnen Schülers, so dass wir genau wissen, wie die Rechtschreib- und Leseförderung anzusetzen ist. Darüber hinaus ist der Test in besonderer Weise geeignet, die allgemeine Lernkompetenz der Schüler/innen zu verstehen und Ursachen für kleinere oder größere Störungen im Lern- und Arbeitsverhalten zu verstehen. Damit ist Lehrerinnen und Lehrern eine sehr hilfreiche Basis für das weitere pädagogische Handeln möglich.
Die Souveränität im Umgang mit der eigenen Sprache ist als Grundvoraussetzung für erfolgreiches Lernen anzusehen. Wir beabsichtigen, uns in diesem Bereich weiterzuentwickeln, so dass eine gezieltere Förderung und Unterstützung unserer Schülerinnen und Schüler durchgeführt wird (s. auch Ergebnisse der LeLe-Evaluation).
B.3.1.5.3 Förderung von besonders Interessierten und Begabten
Für die Förderung besonders interessierter und begabter Schüler/innen stehen uns verschiedene Instrumente zur Verfügung. Wir sind in der Erprobungsphase und versuchen allmählich eine Gesamtstruktur zu entwickeln, die unseren besonders fähigen und aktiven Schüler/innen ausrechend Hilfen für ihre Entwicklung bietet. Von uns angewandte Maßnahmen sind das Überspringen einer Klasse, Auslandsaufenthalte, die Nutzung des „Drehtürmodells“ (z.B. Erlernen von zwei Fremdsprachen gleichzeitig), Teilnahme an Universitätsveranstaltungen einschließlich dem Erwerb von Scheinen, Teilnahme an speziell für Schüler ausgeschriebenen Wettbewerben, Formen des enrichments. Unsere Sorge gilt jedoch immer noch der Frage: Wie ermitteln wir unsere besonders Interessierten und Begabten?
Dass es uns jedoch auch gelingt, unsere besonders Begabten zu fördern, wird in den nachfolgenden Abschnitten deutlich (z.B. für Mathematik und Französisch, bei besonderen Indikationen oder auch im gesamten kreativen und sozialen Bereich.
Herausragend waren die Leistungen eines unserer Schüler im Fach Philosophie. Er errang im Jahr 2003 bei der Philosophie-Olympiade in den USA den Weltmeistertitel.
B.3.1.5.3.1 Teilnahme am Mathematik-Wettbewerb
Eine schon recht vertraute, aber immer wieder unterstützenswerte Veranstaltung für unsere begabten Mathematikschüler/innen ist der Mathematikwettbewerb. Seit 1994 nimmt unsere Schule daran erfolgreich teil. Mehrere Male war das Goethe-Gymnasiums die beste Schule Dortmunds, d.h. an unserer Schule sind insgesamt die besten Mathematik-Schüler/innen. Die Teilnahme an den Wettbewerben ist nur möglich durch das Engagement der Mathematiklehrerinnen und –lehrer, die ihre Schüler/innen auffordern, an dem Wettbewerb teilzunehmen. Die Fähigkeiten unserer Schüler/innen können sich schon recht früh zeigen, so dass es wichtig ist, sie schon frühzeitig anzusprechen. In diesem Jahr zeigte sich der Erfolg: Der beste Mathematikschüler dieses Jahres kommt aus der 5.Klasse.
B.3.1.5.3.2 DELF – Zertifizierungskurs Französisch
Seit 2001 engagiert sich die Fachkonferenz Französisch im Rahmen des „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens Sprache“ dafür, unsere Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen, die die französische Sprache erlernen, dadurch besonders zu fördern und zu unterstützen, dass sie im Französischunterricht die Sprachprüfung DELF (Diplomes d’Etudes en Langue Française) vorbereiten. Nahezu alle Teilnehmer/innen erhielten ein Zertifikat ihrer bestandenen Prüfung (schriftlich und mündlich) durch das französische Kultusministerium (2/3 der Schülerschaft nahm teil; 2005: 40 Teilnehmer/innen)
B.3.1.5.3.3 Hochbegabte mit besonderen Indikationen
Seit 2001 wird für einzelne Schülerinnen und Schüler ein sehr individuell auf ihre Person zugeschnittenes Konzept entwickelt. Fachleute und Spezialisten aus verschiedenen außerschulischen Einrichtungen und Institutionen unterstützen uns dabei. Die betreffenden Schüler/innen sind Hochbegabte, die verschiedene psychophysische Indikationen haben, z.B. Autismus, Verhaltensauffälligkeit oder Underachiever. Wir entwickeln Förderkonzepte und spezifische Aufgabenkonstruktionen, um bestimmte Defizite auszugleichen, so dass sie schließlich (so weit wie möglich) am Regelunterricht teilnehmen können.
B.3.1.5.4 Schüler helfen Schülern
Der soziale Aspekt des selbstständigen Lernens kommt besonders in dem Projekt „Schüler helfen Schülern“ zum Ausdruck. Schülerinnen und Schüler vorwiegend der Jahrgangsstufen 10 und 11 unterstützen ihre jüngeren Mitschülerinnen und Mitschüler vorwiegend aus den Klassen 6 und 7. Dabei werden sie von ihren jeweiligen Fachlehrerinnen und Fachlehrern beratend begleitet. Der Unterricht findet in unserer Schule im Nachmittagsbereich nach individueller Absprache statt. Meist werden kleinere Lerngruppen gebildet. Beide Seiten profitieren von dieser Zusammenarbeit nicht nur fachlich, sondern auch sozial. Die Jüngeren fassen Vertrauen zu ihren älteren Mitschülerinnen und Mitschülern. Diese wiederum erleben ihre Arbeit als sinnhaft und wertvoll.
B.3.1.5 Streitschlichtung als soziale Aufgabe
Auf einem vergleichbaren Gedanken baut das Konzept der Streitschlichtung auf. Im Rahmen des Wahlpflichtbereichs II in den Jahrgangsstufen 9 und 10 erlernen interessierte Schülerinnen und Schüler des Fachs Pädagogik, wie Streitigkeiten unter Schülern erfolgreich bearbeitet werden können. Sie erwerben ein Mediatoren-Zertifikat, mit dessen Hilfe sie dann als Streitschlichter in Konfliktfällen auftreten können. Vorwiegend sind es auch hier die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6 bis 8, die der Moderation bei Streit bedürfen.
Das mittelfristige Konzept für die Streitschlichtung am Goethe-Gymnasium sieht vor, eine Entkoppelung vom Fach Pädagogik und damit vom WP II-Bereich zu realisieren. Damit würde die Mediatoren-Ausbildung in den AG-Bereich verlagert und der Kreis der Trainer erweitert werden. Geplant ist außerdem der kontinuierliche Aufbau einer Mediatoren-Gruppe. Dies soll durch eine Verschiebung des Beginns der Ausbildung in den Jahrgansstufen 5 oder 6 erreicht werden.
B.3.1.6 Berufsorientierung
Das Goethe-Gymnasium entwickelte ein gestuftes Modell, das es allen Schülerinnen und Schülern in zunehmend stärkerem Maße ermöglichen soll, ihre Entscheidung über den eigenen beruflichen Weg treffen zu können. Unser Bestreben ist es, eine möglichst realitätsnahe Vorstellung von den Erwartung der Berufs- und Arbeitswelt zu vermitteln. Dazu wählen wir schulische und außerschulische Lehr- und Lernangebote. Neben den Erwartungen der Wirtschaft und Wissenschaft an Schülerinnen und Schüler streben wir jedoch auch an, diesen eine sicherere Selbsteinschätzung zu entwickeln.
B.3.1.6.1 Einführung in Bewerbungsverfahren
In der Jahrgangsstufe 9 erlernen unsere Schüler/innen Grundformen der Bewerbung: Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Bewerbungsgespräche. Diese Themen sind Gegenstand des Deutschunterrichts. Im Englischunterricht der Klassen 10 werden Formen der Bewerbung in englischer Sprache eingeübt.
B.3.1.6.2 Betriebspraktikum in der Jahrgangsstufe 10
Für die Dauer von 3 Wochen lernen unsere Schüler/innen die Arbeitswelt in einem Betriebspraktikum kennen. In der Zeit zwischen dem ersten und zweiten Halbjahr erkunden sie durch praktische Tätigkeit den Betrieb als ökonomische und soziale Einheit. Ihre Ergebnisse legen die Schüler/innen in einer Dokumentation dar. Eine Auswertung der eigenen Ergebnisse erkunden die 10er Schüler/innen durch eine eigene Befragung ihrer Mitschüler/innen. Die Ergebnisse werden allen beteiligten Lehrer/innen und Schüler/innen vorgestellt und diskutiert. Die Vor- und Nachbereitung erfolgt durch den Politikunterricht.
B.3.1.6.3 Berufswahlorientierung in der Oberstufe
In der Oberstufe werden vor allem in der Jgst 11 und 12 verschiedene Unterstützungs- und Lehrangebote, meist in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern durchgeführt.
In der Jahrgangsstufe 11 findet in der Agentur für Arbeit Dortmund (biz) eine Informationsveranstaltung zur allgemeinen Berufsfindung statt (1 Tag) Im Anschluss daran haben alle Schüler/innen die Möglichkeit der Einzelberatungen durch die AA-Berufsberatung
(in der Schule).
In der Jahrgangsstufe 12 führen alle Schüler/innen im Rahmen eines Assessment-Centers (unterstützt von einer Krankenkasse) ein Bewerbungstraining durch. Wichtigstes Ziel ist es, eine Transparenz über die Erwartungen eines Betriebes zu erzeugen.
In einem zweitägigen Berufsfindungspraktikum erkunden alle Schüler/innen bei Betrieben, Hochschulen/Universitäten u.a. ihre Interessen einerseits und ihre Möglichkeiten andererseits. Die Ergebnisse werden dokumentiert (» Portfolio).
Generell wird während der gesamten Oberstufenzeit die Möglichkeit eines individuellen Besuchs von Tagen der offenen Tür bei Universitäten/Hochschulen und Betrieben gewährt.
B.3.1.7 Auslandserfahrungen
Der Kontakt mit dem Ausland oder gar der Aufenthalt im nichtdeutschen Umfeld kann in ganz besonderem Maße die individuellen Fähigkeiten fördern. Besonders die Erfahrungen, dass es noch ganz andere Möglichkeiten des Lebens und Handelns gibt als die vertrauten befördern ein viel eigenständigeres Urteil über die persönlichen Lebensumstände zu Hause. Die Kontakte ins Ausland verhindern einen zu engen Blick auf sich und seine eigenen Fähigkeiten und Lebensbedingungen.
B.3.1.7.1 Italienaustausch
Unsere Italienisch-Schüler/innen nehmen alle zwei Jahre an einem Austausch mit dem „Liceo Ludovico Ariosto“ in Ferrara, Italien, teil. Seit 1985 fahren 15-20 Goethe-Schüler/innen der Jahrgangsstufe 12 in der Woche vor Ostern nach Italien, der Gegenbesuch erfolgt dann im Herbst durch die Italiener/innen. Besonders interessierte Schüler/innen können ein Sprachpraktikum anschließen, das sie mit einem Zertifikat abschließen. Die Schüler/innen wohnen jeweils in den Familien. Meist steht das Treffen unter einem bestimmten Motto. Im vergangenen Jahr stand beispielsweise die Jugendsprache beider Länder im Mittelpunkt. Als Ergebnis der Recherche erstellten die Schüler/innen jeweils ein deutsch-italienisches Wörterbuch der Jugendsprache beider Länder (erarbeitet auf der Basis von aktuellen Musikstücken). Ein Ereignis besonderer Art stellte die festa europea (europäische Fest) mit Unterstützung der EU dar. Dieses internationale europäische Fest stellte nicht nur einen Sprach, sondern auch einen Musikaustausch dar. Unser Orchester begleitete die Italienisch-Schüler/innen und hatte verschiedene begeisterte Aufführungen vor kundigem Publikum.
B.3.1.7.2 Londonfahrt
Alle Schüler/innen der 9.Klassen unternehmen eine gemeinsame Wochenendfahrt nach London. Diese wird im Englischunterricht in Form von Projekten vorbereitet. Diese beziehen sich auf alle Teile einer Reiseplanung und –umsetzung. Auf diese Weise können zahlreiche im LeLe-Unterricht erworbenen Kompetenzen eine konkrete Nutzanwendung erfahren.
Die Londonfahrt wurde als Ersatz für den ausgefallenen Austausch mit einer englischen Schule konzipiert. Langfristig streben wir wieder einen echten Austausch an.
B.3.1.7.3 Auslandsaufenthalte
Eine beachtliche Zahl unserer Schüler/innen nutzt die Gelegenheit, in der Jahrgangsstufe 11 einen viertel-, halb- oder gar ganzjährigen Aufenthalt in einem meist außereuropäischen Land durchzuführen. Das Goethe-Gymnasium unterstützt die Wünsche der Schüler/innen nach Erfahrungen in einer fremden Sprach- und Lebensumgebung mit den zahlreichen Herausforderungen und Reizen für die eigene Selbstfindung und emotionale, soziale wie sprachliche Entwicklung. Die Kenntnisse und Erfahrungen unserer Schüler/innen aus Ländern wie Australien, Südafrika, den USA, Kanada, Neuseeland nutzen wir im Unterricht verschiedener Jahrgangsstufen dadurch, dass wir Präsentationen oder Befragungen durchführen oder Berichte anhören. Dadurch können die meist jüngeren Mitschüler/innen Informationen aus erster Hand erhalten und die Auslandserfahrenen können sich und ihre Kenntnisse darstellen.
B.3.1.8 Europa-Projekt
Wege nach Europa ist ein seit rund 10 Jahren laufendes Projekt, das vorwiegend in den Jahrgangsstufen 11 und 12 durchgeführt wird. Mit Unterstützung von Parteien und Stiftungen entwickelte das Goethe-Gymnasium Kooperationsformen mit Schulen anderer Staaten Europas. Nach einer Pilotphase mit Weimar (damals noch DDR) („Schiller“ trifft „Goethe“ [Schiller-Gymnasium – Goethe-Gymnasium]) wird eine systematisch angelegte dreistufige Konzeption unter dem Titel „Wege in die EU“ entwickelt. Die erste Stufe, „Auf dem Weg nach Europa“ findet in Ungarn, mit einer Schule in Veszprem statt. Serbiens Stadt Novi Sad ist Ziel der zweiten Phase unter dem Titel „Zurück nach Europa“. Mit einer Schule in Basel wird die Frage erörtert: “Mitten drin und nicht dabei“.
Die Beschäftigung mit diesen Themen findet bei wechselseitigen einwöchigen Begegnungen statt. Die Kommunikationssprache ist jeweils Englisch. Neben den binationalen Kontakten gibt es für alle mehrere internationale Kontakte in Straßburg. Diese einwöchigen Europa-Seminare sind als Planspiele angelegt, in denen ausschließlich in englischer Sprache mit wissenschaftlicher Begleitung(Uni Freiburg) zu Fragen der europäischen Zukunft, auch unter Mithilfe verschiedener Europa-Abgeordneter gearbeitet wird
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B.3.1.9 Klassenfahrten und Kursfahrten
Entsprechend unserem Fahrtenkonzept werden am Goethe-Gymnasium drei verschiedene Klassen- bzw. Kursfahrten durchgeführt. In der Jahrgangsstufe 5 wird gleich zu Beginn gefahren, so dass sich die neu zusammengesetzten Klassen einander kennen lernen. In der Jahrgangsstufe 8 steht die Förderung der sozialen und sportlichen Kompetenz im Vordergrund. In der Oberstufe (Jgst 12 oder 13) werden fachbezogene Studienfahrten durchgeführt.
B.3.1.9 Übernahme von Verantwortung
Die Bemühungen um eine Förderung der Selbstständigkeit zielt darauf ab, die Schüler/innen zu befähigen, ihr Lernen in die eigene Hand zu nehmen, ihr Leben zu planen und zu gestalten und sich eigenständig in der Welt zu organisieren. Voraussetzung ist die Fähigkeit, ein eigenes Verständnis der eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten zu entwickeln. Doch kann, unserer Auffassung nach, dies Selbstverstehen nicht ohne Verantwortung gegenüber dem Anderen geschehen. Auch dies kann und soll in unserer Schule gelernt und geübt werden, ohne dass die Lehrerschaft eine unmittelbare Anleitung gibt. Wenn Schüler/innen oder Eltern sich im schulischen oder auch außerschulischen Bereich engagieren, fördern und unterstützt dies die Schule.
B.3.1.9.1 In der Schule und für die Schule
Seit Jahren wird die Toilettenhygienefrage an der Schule diskutiert. Jetzt will sich die Schülerschaft um eine Lösung bemühen. Die innerschulische Diskussion um die schulische Identität begleiten die Schüler/innen mit einer von ihnen initiierten Schullogo-Suche. Gegenwärtig gibt es wieder Bemühungen der Schülerschaft, eine eigene Schülerzeitung zu gründen
B.3.1.9.2 Über den schulischen Rahmen hinaus
Seit mehreren Jahren verkaufen Goethe-Schüler/innen einen fair gehandelten Kaffee. Die Gestaltung der Verpackung des sogenannten „Dortmund-Kaffees“ geht auf die Entwürfe von Goethe-Schüler/innen zurück. Dieses Engagement stellt sogar stadtweit ein Symbol für „Hauptstadt des fairen Handels“, Dortmund, dar. Zu Beginn des Schuljahres werden schon seit vielen Jahre ökologische Schulmaterialien von Schüler/innen verkauft.
Von besonderer Bedeutung für das Schulleben ist der von den Eltern mit Unterstützung ihrer Kinder organisierte Weihnachtsbasar. In der Vorweihnachtszeit basteln Eltern mit ihren Kindern Gestecke, weihnachtliche Dekorationsartikel und kleine Geschenke, die am Freitag vor dem ersten Adventssonntag verkauft werden. Der Erlös geht immer an ein Eine-Welt-Projekt.
Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern veranstalten alle zwei Jahre Solidaritätsläufe. Es gelingt allen Beteiligten, ein hohes Maß an Unterstützung zu organisieren, so dass ganz erhebliche Summen für ein soziale Projekt zusammenkommen (z.B. die „AIDS-Hilfe“, Flutopfer an der Elbe – eine Schule in Pirna, „Gasthaus statt Bank“).
B.3.2 Kreativität
Da die bildenden und darstellende Künste sowie die Literatur besonders großen Raum für die Wirklichkeitsbearbeitung und –interpretation bieten, wird am Goethe-Gymnasium auf breiter Basis die Fähigkeit zur Problemlösung gefördert.
Zentral bei allen Ansätzen ist die Eigenständigkeit und Individualförderung der Schülerinnen und Schüler.
B.3.2.1 Theaterspiel und Aufführungen
Ein bemerkenswerter Teil unserer Schülerschaft ist auf Grund der günstigen häuslichen Förderung in der Lage, seine musikalischen künstlerisch-darstellerischen oder schauspielerischen Fähigkeiten zu entwickeln und zum Ausdruck zu bringen.
Diese Kompetenz bündelten in besonders eindrucksvoller Weise Lehrerinnen und Lehrer für Sprachen, Kunst und Musik und entwickelten daraus ein System, das seit 1994 (!) fortgesetzt hoch anerkannte Theateraufführungen auf die Bühne bringt. Bei mindestens vier Aufführungen im Winter zeigt die große Publikumsresonanz, dass die Schule von allen Beteiligten her ein besonderes großes Echo im Bereich der kreativen Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit auslöst.
B.3.2.2 Das Schulorchester
Doch nicht allein die Theateraufführungen, die stets auch musikalische Beiträge integrieren, zeigen das rege Leben im Bereich der kreativen Gestaltung. Regelmäßig finden mindestens zwei Konzerte des Orchesters statt. Schülerinnen und Schüler nahezu aller Jahrgangsstufen erarbeiten ein Sommer- und ein Winterprogramm, das jeweils kurz vor den Sommerferien und vor Weihnachten zur Aufführung gebracht wird. Diese Konzerte sind zum festen Bestandteil unseres schulischen Kulturlebens geworden. Auch außerhalb des schulischen Rahmens sammelten unsere Schüler/innen Auftrittserfahrung, z.B. im Rathaus der Stadt Dortmund.
B.3.2.3 Die Schulband
Sehr beliebt ist die Schulband. Engagierte Rock- und Bluesinterpreten aus unserer Schülerschaft entwickeln seit vielen Jahren ein interessantes und anspruchsvolles musikalisches Programm. Auf dem Schulfest werden die modernen Rhythmen gern als echter Stimmungsbringer gehört. Die Band ist zugleich Teil unser Theaterveranstaltungen oder des Schulgottesdienstes. Zahlreiche Auftritte im Rathaus der Stadt Dortmund sowie an anderen öffentlichen Plätzen zeigen die Wertschätzung unseres Musikensembles, das oft von Referendaren und Musiklehrern unterstützt wird.
B.3.2.4 Die Schulchöre
Seit einigen Jahren entwickelt sich neben dem Orchester immer stärker auch die Förderung des Gesangs. Es gibt inzwischen ein festes Ensemble mit Schülerinnen und Schülern aus der Ober- und Mittelstufe. Erfreulich ist das seit drei Jahren hinzugetretene Projekt der musikalisch-gesanglichen Förderung aller Schülerinnen und Schüler in der 5.Klasse (2002). Regelmäßig werden auch ihre Leistungen bei Aufführungen im Winter und Sommer bei Aufführungen präsentiert. Auch die jungen Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Lieder nicht nur im schulinternen Rahmen, sie besuchen regelmäßig Altenheime und Krankenhäuser.
B.3.2.5 Instrumentalunterricht am Goethe
Die weitere musikalische Breiten-, aber auch Spitzenförderung liegt uns am Herzen. Daher bietet die Schule in Kooperation mit außerschulischen Partnern Instrumentalunterricht in ihren Räumen an.
B.3.2.6 Leistungskurs Musik
Der erste Leistungskurs Musik, der überhaupt in der Stadt Dortmund angeboten wurde, wurde auf Initiative einer Goethe-Schülerin eingerichtet (2002). Seitdem gibt es das Angebot eines Leistungskurses Musik für die ganze Stadt Dortmund an wechselnden Standorten bis heute.
B.3.2.7 Musikunterricht
In den Anfangsklassen unserer Schule erlernen alle Schülerinnen und Schüler zusätzlich den Umgang mit einem Instrument. Dieses Instrument, ein Steckbundmonochord, dient zum einen dem Verständnis musikalischer Strukturen und Ausdrucksformen. Zum anderen erfahren unsere Schüler/innen durch ihr praktisches Tun, welche Bedeutung Musik für sie selbst hat. Die musikalischen Fähigkeiten sind Basis für eine umfassende Förderung der intellektuellen Fähigkeiten. i
B.3.2.6 Literaturunterricht
Im Literaturunterricht der Jahrgangsstufe 12 werden drei unterschiedliche Formen kreativen Umgangs praktiziert: die Produktion von Filmen, die Inszenierung eines Theaterstücks oder die Produktion von Texten in einer Schreibwerkstatt. Die Schüler/innen erarbeiten selbstständig Konzeptionen und entscheiden sich dann für einen Schwerpunkt. Besonders häufig wurde in den vergangenen Jahren Filme produziert. In Zusammenarbeit mit einem öffentlich rechtlichen Institut entwickelten unsere Schülerinnen und Schüler zu den Schwerpunkten Gesellschaftskritik in Form von Dokumentarfilmen oder Literaturverfilmung anhand einer literarischen Vorlage ihr eigenes filmisches Werk. Häufiger werden jedoch auch Theateraufführungen durchgeführt oder die Ergebnisse der Schreibwerkstatt präsentiert.
B.3.2.7 Kunstunterricht
Besonders in der S II wird der Werkstattcharakter der künstlerischen Arbeit betont. Die Fähigkeiten und Interessen der einzelnen Schülerpersönlichkeit werden durch eine starke Binnendifferenzierung erzielt. An eine Theoriephase, in der die Schüler/innen Fachwissen erwerben, schließt sich die differenzierte Praxis an. Zahlreiche Ausstellung auch außerhalb des engeren schulischen Rahmens zeigen den Erfolg dieser Konzeption.
B.3.2.8 KunstAG
Die Kunst-AG wird von Schüler/innen und Lehrer/innen im Wechsel geleitet. Zum Teil gibt es eher altersbezogene Gruppen. Die Teilnehmer/innen bestimmen selbst ihre Arbeitsweise und ihr Produkte. Die Individualität der Schülerin/des Schülers steht im Vordergrund.
B.3.2.9 Teilnahme am Literaturwettbewerb - grafische Gestaltung des Textbuches
Seit nunmehr 10 Jahren engagieren sich Schülerinnen und Schüler bei dem stadtweit ausgeschriebenen Literaturwettbewerb. Zahlreiche Preise für gelungene literarische Werke zeigen das Engagement und die Kompetenz unserer Schüler/innen.
Die kreativen Aktivitäten gehen in unserer Schule jedoch über den literarischen Rahmen hinaus. Zahlreiche Schüler/innen aller Jahrgangsstufen produzieren entsprechend dem jeweiligen Jahresmotto passende Grafiken, Bilder oder andere Werke. Eine Auswahl dieser Kunstwerke wird in dem jährlich erscheinenden Textband veröffentlich und somit stadtweit präsentiert.
B.3.2.10 Übernahme von Verantwortung
Die kreativen, gestalterischen Fähigkeiten verlangen einen autonom denkenden und handelnden Menschen, der zugleich Disziplin und Organisationstalent besitzt. Stehen Veranstaltungen an, ist viel Verantwortungsgefühl und Einsatzbereitschaft gefragt.
Für eine Theateraufführung müssen zum Teil sehr umfangreiche Texte gelernt werden, regelmäßiges Erscheinen bei Probenterminen ist unerlässlich. Die Bühnentechnik und -gestaltung verlangen zusätzliche Koordination und Kooperation von Personen mit verschiedenen Fähigkeiten.
Häufiges gemeinsames Proben, nach nicht selten umfangreichen Einzelproben stehen neben den regelmäßigen Übungsstunden an. Gesamtproben, z.T. mit beinah 100 Menschen, für Konzertauftritte verlangen Einsatz ohne allzu große Rücksicht auf individuelle Bedürfnisse und Zwänge.
Die Oberstufenschüler/innen entwickeln seit einigen Jahren immer kreativere Ideen, um ihre Jahrgangsstufe zu präsentieren. Sie bieten Imbisse aller Art bei den unterschiedlichsten schulischen Veranstaltungen an. Verschiedentlich wird von ihnen eine Kinderbetreuung eingerichtet, um Eltern bei einer nachmittäglichen Veranstaltung an unserer Schule die ungestörte Teilnahme zu ermöglichen. Die sogenannten Vorfinanzierungspartys (Vorfis) und Kreativabende verlangen viel Einfallsreichtum und Handlungskompetenz in Verantwortung für die gesamte Stufe.
Je ungewöhnlicher und interessanter ihre Ideen sind, desto mehr können sie im eigenen Interesse verdienen – für einen schönen Abschied vom Goethe-Gymnasium.
B.3.3 Gesundheit
Die dritte Säule unseres Schulprogramms ist die Gesundheit. Wir verstehen Gesundheit dabei im umfassenden Sinne (nach WHO-Richtlinie) nicht nur als einen Zustand ohne Krankheit. Wir wollen die körperliche und die geistige wie emotionale Gesundheit gleichgewichtig verstehen. Wir wissen, dass nur dann wirkliches Leistungsvermögen und tatsächliche Lernfreude und -bereitschaft entstehen. Beispielsweise im Zusammenhang mit dem Thema Suchtprophylaxe geht es um die Verantwortung für den eigenen Körper und die eigene Gesundheit. Das Bewusstsein der Verantwortung verstehen wir nicht allein für jeden Einzelnen an unserer Schule und die Schule insgesamt. Wir möchten durch unsere Arbeit im Bereich des fairen Handels mit Bio-Produkten den Gedanken der weltweiten Verantwortung für die Erhaltung von Gesundheit und Leben verdeutlichen.
Gegenwärtig hat die Förderung der Bewegungsfreude noch ein deutlich stärkeres Gewicht in unserer schulischen Arbeit. Darüber hinaus können wir Ansätze für eine umfassendere Vorstellung von gesundheitsbewusstem Verhalten aufzeigen. Die Lehrerinnen und Lehrer des Goethe-Gymnasiums erarbeiteten bereits Grundgedanken eines stressfreieren, „entlastenden“ Schultages. Eltern, Schüler/innen und Lehrer/innen arbeiten an Ideen zur Verwirklichung gesundheitsbewussten Verhaltens („Ohne Qualm am Goethe“ und gesunde Ernährung in den Pausen).
B.3.3.1 Sportbetonte Schule
Seit dem Jahre 2002 ist das Goethe-Gymnasium „Sportbetonte Schule“. D.h. wir beschulen eine eigene Regelklasse, in der ausschließlich oder weit überwiegend Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden, die Leistungssport betreiben. Gegenwärtig sind die Sportarten Handball, Schwimmen, Turnen, Leichtathletik, Volleyball und Eiskunstlauf vertreten. Mit dem Zusammenschluss in einer Klasse sind bestimmte Vereinbarungen verbunden, die von Seiten der Schule in Kooperation mit den Vereinen (unter Federführung des Landes NRW) umgesetzt werden: In der Jahrgangsstufe 5 und 6 erhalten die Sportschüler/innen verstärkten Sportunterricht. Sie können an einem Morgentraining teilnehmen, der ausgefallene Unterricht wird in der unterrichtsfreien Zeit nachgeführt. Nachmittags können die Schüler/innen an einer Hausaufgabenbetreuung (bis 16.00 Uhr) teilnehmen. Mittags wird in der schuleigenen Mensa ein vollständiges Mittagessen angeboten.
Dieses Betreuungskonzept wurde in Zusammenarbeit mit dem Land Nordrhein-Westfalen, mit der Stadt Dortmund, dem Goethe-Gymnasium und den Sportvereinen entwickelt.
B.3.3.2 Hohe sportliche Leistungen
Die Betonung des Sportlichen zeigt sich in den oft überragenden Leistungen unserer Schülerinnen und Schüler. Unsere Schüler/innen nehmen an zahlreichen Wettbewerben auf Stadt-, Kreis-, Landes- und Bundesebene teil. Dabei erzielen unsere Schüler/innen viel beachtete und häufig in der Presse vorgestellte Ergebnisse, die bis hin zum Kampf um den bundesdeutschen Meistertitel reicht (Handball, weiblich).
Vielfältige Arbeitsgemeinschaften im Bereich des Sports zeigen unser Engagement im Bereich von Bewegungsförderung, sportlichen Techniken und Einsatzbereitschaft (Golf, Volleyball, Handball, Segeln, Fußball, Judo, Tennis und Schwimmen).
B.3.3.3 Breitensport
Das Hauptaugenmerk des schulischen Sportunterrichts ist auf die Förderung des Breitensports ausgerichtet. Neben der Bewegungsförderung und der Kenntnis verschiedener Sportdisziplinen in der Praxis, steht der Gedanke der Kooperation und der Gestaltung des fairen Miteinander.
Durch verschiedene zusätzliche Unternehmungen weitet der Schulsport sein Angebot über den Sportunterricht selbst aus und beteiligt die größere Schulgemeinde.
Seit 20 Jahren ist das „Nikolaus-Schwimmen“ für die Orientierungsstufe ein beliebter und auch von den Eltern gern angenommener Anlass, in einen fairen, aber auch lustigen Wettbewerb zu treten. Anschließend werden die erfolgreichen Teilnehmer/innen besonders geehrt, alle Schüler/innen erhalten einen Stutenkerl.
Für die Sekundarstufe I werden alle zwei Jahre im Sommer die Bundesjugendspiele veranstaltet. Auch hier steht neben der Freude an der Bewegung und dem Wettkampfvergleich der Gedanke eines Festes für alle. Eltern beteiligen sich in großer Zahl an der Unterstützung und bieten einen reichhaltigen Imbiss für jedermann.
Unser Wunsch ist es, auch in den Schulpausen das Bewegungsangebot im Sinne einer weiteren Gesundheitsförderung auszubauen.
Der Charakter des Sportunterrichts ist durch verschiedene Notwendigkeiten der Kooperation geprägt. Für das Goethe-Gymnasium besteht schon seit Jahren eine Kooperation mit der benachbarten Hauptschule. Gemeinsam führen Schüler/innen der 8. Klassen beider Schulen ein Fußballturnier durch. Auf diese Weise lernen sich die Schüler/innen beider Schulen kennen.
B.3.3.3 Leistungskurs Sport
Im Bereich der Oberstufe zeigen die seit Jahren angewählten und realisierten Leistungskurse Sport die große Unterstützung aus der Schülerschaft für diesen Schwerpunkt unserer Schule.
Er soll in Zukunft noch weiter in Richtung einer allgemeinen Förderung gesundheitsbewussten Verhaltens weiterentwickelt werden.
B.3.3.4 Partnerschule des Sports
Als „Sportbetonte Schule“ haben wir zahlreiche Kooperationsverträge mit Vereinen und Verbänden aus dem Bereich des Sports abgeschlossen („Partnerschule des Sports“). Die besondere Förderung von Leistungssportlern wird von der Stadt Dortmund und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert und praktisch begleitet und koordiniert.
Die Schülerinnen und Schüler, die zu den besonders förderungswürdigen Jugendlichen gehören, bietet die Schule eine Nachmittagsbetreuung an. Diese besteht im Wesentlichen darin, dass den jungen Sportlerinnen und Sportlern ein Essen in der schuleigenen Mensa angeboten wird. Anschließend können sie an der Hausaufgabenbetreuung teilnehmen (bis 16 Uhr).
B.3.3.5 Biologieunterricht
Im Rahmen des naturwissenschaftlichen Unterrichts kommt dem Biologieunterricht ein besonderes Gewicht für die Gesundheitserziehung zu. Der Schwerpunkt „Menschenkunde“, der in der Jahrgangsstufe 9 auf dem Stundenplan steht, ermöglicht eine enge Verknüpfung von fachwissenschaftlicher Kompetenz und lebenspraktischen Themen. Zentraler Gedanke der Vermittlung ist dabei die Stärkung der persönlichen Verantwortung für den eigenen Körper. Da die angesprochenen Themen in diesem Altern vor einem persönlichen Erfahrungshintergrund behandelt werden, ist eine hohe Motivation der Schüler/innen sicher. Beispielsweise wird die gesunde Ernährung erörtert und die Ursachen von Bulimie und Magersucht geklärt. Der Problematik des Genusses von legalen und illegalen Drogen, aber auch die Gefahr des Nikotinkonsums werden im Zusammenhang mit dem Thema „Nerven“ bzw. „Lunge“ bearbeitet. Auch die Sexualkunde einschließlich der Fragen von Verhütung und AIDS stehen auf dem Stundenplan.
B.3.3.6 Naturwissenschaft – Ernährungslehre
Unsere Schüler/innen können in der Differenzierung der Klassen 9 und 10 den Schwerpunkt Naturwissenschaften – Ernährungslehre wählen. Es geht in diesem Unterricht um ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheit. Dabei spielen alle Formen alternativer Heilverfahren eine besondere Rolle: alte Hausmittel, uns ursprünglich fremde Verfahren wie z.B. die Akupunktur.
B.3.3.7 Ohne Qualm am Goethe
Nach langer Diskussion beschlossen die Lehrer- und die Schulkonferenz im Jahre 2004, dass das Goethe-Gymnasium aus gesundheitlichen Gründen rauchfreie Schule werden solle. Mit dem ersten Schultag des Jahres 2005 war das Rauchen am Goethe-Gymnasium grundsätzlich verboten. In einem Arbeitskreis von Eltern, Schüler/innen und Lehrer/innen werden Strategien zur Umsetzung des Beschlusses entwickelt. Neben einem klaren Kontrollkonzept werden Ideen für eine pädagogische Vermittlung des Gesundheitsgedankens entwickelt.
Die Umsetzung wird in mehreren Schritten angegangen: Zur Kontrolle der Schüler/innen werden Verabredungen für die Aufsicht der gemeinsamen Schulhofflächen zwischen der Hauptschule Hörde und dem Goethe-Gymnasiums getroffen. Es finden gemeinsame Konferenzen in unterschiedlicher Zusammensetzung statt.
Die pädagogischen Vermittlungsbemühungen setzen an verschiedenen Punkten an: Es besteht die Teilnahme der bundesweiten Aktion „Be smart, don’t start“. Sie wird im neuen Schuljahr fortgesetzt. Schüler/innen entwickeln einen Nichtraucher-Rap und führen ihn am Weltnichtraucher-Tag vor. Wir wissen, dass es viele weitere Ideen und Versuche der Gesundheitserziehung gibt. Es ist unser Bestreben, die Ideen der Gesundheitserziehung in Kooperation mit den Eltern in die pädagogische Praxis umzusetzen. Es gibt zahlreiche Angebote von Eltern, Fortbildungen selbst zu gestalten und Schüler/innen Eltern und Lehrer/innen zu informieren.
B.3.3.8 gesunde Ernährung
Seit dem Sommer 2005 kann das Goethe-Gymnasium an jedem Mittag ein warmes Mittagessen mit frischem Obst und Salat anbieten. Dies Angebot wird erfreulich gut genutzt. Vor allem unsere Sportschüler/innen und Oberstufenschüler/innen nehmen in der Mittagspause ein Essen ein.
Die Essensangebote der Cafeteria des Goethe-Gymnasiums sind der Anlass, sich mit der Frage der gesunden Ernährung auseinander zu setzen. Damit ist eng die Frage nach der Fortführung der Cafeteria verbunden. Die Frage der AG, die aus Eltern, Schüler/innen und Lehrer/innen gebildet wird, lautet: Wie kann eine Cafeteria wirtschaftlich betrieben werden und trotzdem gesunde, wertvolle Nahrung angeboten werden? Oder: Darf eine Cafeteria in einer Schule existieren, die nicht ausschließlich gesunde Nahrung anbietet? Es werden verschiedene Modelle recherchiert und diskutiert. Zu einer für alle befriedigenden Lösung ist es bisher noch nicht gekommen.
C. Abschluss und Ausblick
Es sind viele Themen des Schulprogramms nur angerissen worden, andere eröffnen bereits jetzt Perspektiven für eine Weiterentwicklung und Veränderung. Besonders hervorzuheben ist die Evaluation des LeLe-Konzeptes. In den ersten Monaten des neuen Kalenderjahres sind die Ergebnisse der bereits durchgeführten Befragung genau zu prüfen, so dass Schlussfolgerung für die weitere Schulentwicklung und Fortbildung gezogen werden können
Wir hoffen, dass das Schulprogramm allen eine sicherere Orientierung über unsere Arbeit am Goethe-Gymnasium gibt, auf der wir in Zukunft erfolgreich aufbauen können.